Das Kabinett des Doktor Parnassus - DVD

DVD Start: 01.07.2010
FSK: ab 12 - Laufzeit: 117 min

Das Kabinett des Doktor Parnassus DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Dr. Parnassus (Christopher Plummer) besitzt die außergewöhnliche Gabe, Menschen in wundervolle Fantasiewelten zu entführen. Zusammen mit seinem Wandertheater lädt er das Publikum ein, mittels eines magischen Spiegels dem banalen Alltag zu entfliehen und in ein Universum unbegrenzter Fantasien einzutreten. Dr. Parnassus wird jedoch von einem dunklen Geheimnis verfolgt. Für Unsterblichkeit und ewige Jugend hat der unermüdliche Spieler einen Pakt mit dem Teufel in Gestalt von Mr. Nick (Tom Waits) abgeschlossen. Dr. Parnassus‘ hinreißende Tochter Valentina (Lily Cole) ist dafür an ihrem 16. Geburtstag Mr. Nick als Gegenleistung versprochen. Nun, da dieser Tag näher rückt und Valentina sich in den charmanten Außenseiter Tony (Heath Ledger) verliebt hat, versucht Dr. Parnassus verzweifelt, seine Tochter vor diesem Schicksal zu bewahren. Die Theatertruppe um Dr. Parnassus macht sich deshalb zu einer aufregenden Reise gegen die Zeit auf – in eine surreale und berauschende Welt voller Wunder und Verlockungen.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Concorde Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (5.1 DTS)
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Entfernte Szenen, Kostümprobe mit Heath Ledger, Der Blick hinter den SPiegel, Entstehung des Klosters, Szenenaufbau - Vom Storyboard zur finalen Sequenz, Heath Ledger und seine Freunde, Interview mit Heath Ledger, Das Kabinett des Terry Gilliam, Cast & Crew, Doktor Parnassus Weltweit

DVD und Blu-ray | Das Kabinett des Doktor Parnassus

DVD
Das Kabinett des Doktor Parnassus Das Kabinett des Doktor Parnassus
DVD Start:
01.07.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 117 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Das Kabinett des Doktor Parnassus Das Kabinett des Doktor Parnassus
Blu-ray Start:
01.07.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 122 min.

DVD Kritik - Das Kabinett des Doktor Parnassus

DVD Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 6/10
Ton: | 2/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 5/10


Heath Ledgers letzte Rolle in einem scheinbar vielversprechenden Werk von Terry Gilliam... Wieder ein Film auf den ich mich unendlich gefreut hatte, der aber als kleine Enttäuschung in den Fluss der Bedeutungslosigkeit verschwinden wird, wenn wir es mal inspiriert von Dr. Parnassus blumig formulieren.
Fangen wir wie gewohnt von vorne, bei der zuerst interessant klingenden Geschichte an. Mit seinem, wie eine Freakshow anmutenden Wandertheater zieht Doktor Parnassus (Christopher Plummer) durch die Lande. Dem angeblich 1000-jährigen, unsterblichen Doktor stehen seine 15-Jährigen Tochter Valentina (Lily Cole) und 2 weitere Gehilfen zu Seite. In diesem Theater geht es mehr um die Vorstellungskraft und Abgründe der Zuschauer selbst, als die Fähigkeit des Dr. Parnassus. Der Doktor dient mehr als eine Art geistiger Motor, mit Hilfe seines Zauberspiegels kann er dem, der Eintritt in diese Welt fordert oder erkauft, auch seine Wünsche und Sehnsüchte mit grenzenloser Fantasie aufzeigen. Doch treffen die Zuschauer falsche Entscheidungen landen ihre Seelen beim Teufel. Die Tochter und die beiden Gehilfen scheinen den täglichen Ablauf der Show und des Alltags zu gewährleisten, da sich der Doktor oft dem Alkohol hin gibt. Das andere Problem, dass der Doktor hat ist, dass er hin und wieder mit dem leibhaftigen Teufel, der sich hier Mister Nick nennt, skurril von Tom Waits dargestellt, Wetten eingeht und diese meistens verliert. Die letzte verlorene Wette müsste der Dr. in wenigen Tagen, mit dem 16.Geburtstag seiner Tochter einlösen. Die 15-jährige ahnt nichts von ihrem Schicksal, dass sie sobald sie 16 Jahre alt geworden ist, direkt an den Teufel persönlich geht. Mister Nick gibt dem Doktor unverständlicherweise noch eine Chance, wenn Doktor Parnassus es schafft, in 3 Tagen 5 Seelen vor dem Teufel zu bekommen, könne er seine Tochter behalten. Während dieses Zeitraumes retten sie dem mysteriösen Tony (Heath Ledger) das Leben. Dieser erweist sich hinsichtlich der Seelenjagd talentierter als der lethargische Dr. Parnassus selbst und zieht nicht nur die Gäste in seinen Bann. Auch die Tochter des Doktors kann dem charmanten Tony nicht widerstehen. Anton (Andrew Garfield) der 2. Gehhilfe des Doktors ist selbst in Valentina verliebt und ahnt das etwas mit Tony nicht stimmt, so nimmt die Geschichte ihren Lauf.
Nun zum Wesentlichen...

Das Konzept der Geschichte ist gut, doch nach meinem Empfinden leider ohne Herz und mit dem Versuch von zuviel Hirn, inszeniert worden. Die Schauspieler, wie so oft in Gilliam-Filmen, leicht neben der Kappe, etwas verrückt, etwas over acting, etwas anders. Ganz ehrlich, ich wollte den Film wegen Heath sehen und es war schön ihn noch einmal sehen zu können, darauf hatte ich mich auch gefreut. Ich erwartete noch eine Steigerung zum Joker in „The Dark Knight“, was natürlich unmöglich war. Den Tony, den Heath hier gespielt hatte, wirkte wie eine Verschmelzung von seinem „Casanova“ und ein kleines bisschen wie die Rolle, die er in „10 Dinge die ich an dir hasse“, gespielt hatte. Das war irgendwie mein Eindruck von der Rolle des Tonys. Es war nichts Außergewöhnliches an seinem Spiel, nichts Oscar-würdiges aber es war wieder dieser Heath Ledger Flair oder besser gesagt dieser spitzbübische Charme, den er schon immer ein bisschen vermittelt hat und dieser kam so denke ich mir, auch schon immer gut bei den Ladies an. Ich denke, dass was Heath ähnlich wie bei Johnny Depp, so anders macht im Vergleich zu anderen Schauspielern oder „Idolen“ ist, dass sie diese „Egal“ Einstellung haben. Egal wie sie aussehen, ob sie sich zum Deppen machen, Held oder Feigling sind, dass ist es nicht worauf es ihnen bei der Rollenauswahl ankommt. Diese Beiden wollen anders sein, man merkt das Heath denselben Weg wie Johnny eingeschlagen hat, schade dass er ihn nicht wie Johnny zuende gehen kann. Es ist tragisch, traurig so ein Talent vor seiner Zeit gehen zu sehen und mein Film-Liebhaber-Herz wird sein spitzbübisches Grinsen für die Zeit die mir vergönnt ist, vermissen. Schade ist es auch, dass Heath nicht den Film beenden konnte, abgesehen von allen menschlichen und weltlichen Dingen. Ich finde es im Nachhinein traurig, auch wenn die Freude immer noch da ist, ihn noch einmal gesehen zu haben, dass dieser Film sein Letzter ist. Denn im Großen und Ganzen ist der Film eine doppelte Enttäuschung. Der Film wurde nach Heath Ledgers Tod umgeschrieben, so dass die Rolle des Tony mit 3 anderen guten, bis brillanten Schauspielern besetzt wurde, was 2 zu viele des Guten waren. Ein Jeder der etwas Ahnung von Filmen hat weiß, dass Heath, Johnny Depps Karriere nachgeeifert hat, was Rollen und Filmauswahl anbelangt. Hinsichtlich Johnny hatte sich der pre „Brothers Grimm“ Heath, auch schon hin und wieder in Interviews geäußert, dass er es eher Johnny Depp gleich tun wolle und weg will von 0815 Romcon oder Action Helden. Man merkt, dass es einige Facetten in Mimik und Körpersprache von Heath Rollen gibt, die Ähnlichkeiten zu Johnnys Spiel aufweisen, so wäre es ein Einfaches gewesen, gerade wenn man Terry Gilliam ist, zu sagen: Hey, ich brauche Johnny!

Immerhin ist Johnny ein Freund von Terry und Heath sollte so etwas wie eine Art von Ersatz Johnny Depp in „Brothers Grimm“ werden. Nun hat Terry Johnny Depp geholt aber auch Jude Law und Colin Farell. Die Beiden haben ihre Sache recht anständig gemacht, da darf man mich nicht falsch verstehen, ich mag die Beiden auch, aber sie sind nicht Johnny Depp!

Die größte Enttäuschung, abgesehen davon, dass der Film an sich unausgewogen wirkt ist, dass Johnny Depps Version des Tonys noch die kürzeste der 3 Versionen ist. Es gab hinsichtlich der „Ersatz“-Tonys eine Steigerung, die zwar aus einem bestimmten Grund Sinn machte aber was Johnny Depp angeht leider zu kurz war. Jeweils Jude und Colin durften dem Tony etwas mehr ihren Stempel aufdrücken als Johnny. Obwohl ich das natürlich lieber anders herum gesehen hätte. Es ist wie es ist, anscheinend hatte Johnny wohl etwas weniger Zeit als die beiden Anderen und mehr war wohl nicht drin?!

Nun zu der Spiegel/Fantasiewelt: Die Effekte was diese Welt anbelangt waren schön, sie hatten was kindgerechtes aber auch Absurdes oder Bizarres an sich. Auch wenn es heutzutage sicherlich bessere Special Effects gibt, waren sie angemessen und teilweise gut ausgedacht. Der Charakter des Doktor Parnassus, gespielt von Christopher Plummer, machte für mich noch am wenigsten Sinn. Zuvor hatte ich oft gelesen wie gut er von Christopher Plummer dargestellt wurde etc., ehrlich, dass kann ich nicht nach vollziehen. Mister Plummer ist wahrlich kein Daniel Day-Lewis, er ist den ganzen Film über hinter viel Make up oder Maske zu sehen und eher als durchschnittlich einzuordnen. Die Rolle des Dr. Parnassus an sich wurde meiner Meinung nach schlecht und ohne Sympathiewerte ausgearbeitet.
Der Neuzugang, das ehemalige Model Lily Cole als Valentina war ertragbar bis süß, mehr aber auch nicht.

Terry Gilliam versteht immer noch sein Handwerk, der Mann hat sicherlich eine Menge Klassiker erschaffen aber seine letzten Werke wirken alle unrund, unausgewogen, es fehlt der letzte Schuss Magie oder das gewisse Etwas. Auch wenn gerade so eine Geschichte wirklich genug Möglichkeiten angeboten hat, etwas Besonderes dazuzugeben, konnte es Terry wieder einmal nicht zuende bringen. Dieser Film war ein Elfmeter ohne Torwart und Terry hat das Ding einfach drüber gehauen. Die Ton Qualität ist grausam schlecht und der Soundtrack ist mir nicht sonderlich aufgefallen! Die Geschichte plätscherte in den ersten 40-50 Minuten so vor sich hin, bevor ich überhaupt merkte, dass der Film wenig zu vermitteln hatte. Die Vorfreude von mir war so groß, dass ich dachte, dass ich etwas Besonderes sehen würde, dass ich fast 1 Stunde nicht merkte, dass ich nichts Besonderes sah. Merkwürdig, aber auch Film-Liebhaber werden hin und wieder reingelegt, so kam mir das vor. Das mich Terry Gilliam voller Vorfreude auf seine Wunderwelt wie in einer Schmieren-Komödie reingelegt hatte. Er malte alles bunt an, gab mir schöne Gesichter und eine wundersame Geschichte aber am Ende fehlten dieser Geschichte die anderen Wunder. Die Wärme und die Liebe und diese Wunder kann man schlecht nur mit Farbe oder Schönheit übermalen. Die Extras sind im Vergleich zu dem Film umfangreicher und mit der Kostümprobe von Heath Ledger noch mit das Lustigste an den Extras. Obwohl ich mir auch hier eine Note mehr Heath oder Johnny gewünscht hätte. Am Ende ist die gesamte DVD wie eine Wundertüte, die viel verspricht aber wenig hält. Schade, ich hätte mir einen besseren filmischen Abgang für Mister Ledger gewünscht. Nun das Leben ist leider kein Wunsch Konzert, so long, RIP Heath, du warst filmtechnisch immer ein feiner Kerl, ich werde dich vermissen!

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by Marc Engel
Bilder © Concorde Home Entertainment