Das Frauenhaus - Blue Rita - Goya Collection - DVD

DVD Start: 28.01.2014
FSK: ab 18 - Laufzeit: 72 min

Das Frauenhaus - Blue Rita - Goya Collection DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray zum Film

Inhalt

Der Pariser Nachtclub "Blue Rita" ist Treffpunkt der mondänen Gesellschaft der Stadt und reicher Touristen. Hauptattraktion des Lokals ist Chefin "Blue Rita" selbst, die mit ihren Stripperinnen ein spektakuläres Programm bietet. In den Kellerräumen des Etablissements werden angebliche Geheimnisträgerinnen von "Blue Rita" und ihren Damen im Auftrag eines östlichen Spionagerings gefoltert.

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Fotogalerie, Trailershow

DVD und Blu-ray | Das Frauenhaus - Blue Rita - Goya Collection

DVD
Das Frauenhaus - Blue Rita - Goya Collection Das Frauenhaus - Blue Rita - Goya Collection
DVD Start:
28.01.2014
FSK: 18 - Laufzeit: 72 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Das Frauenhaus - Blue Rita - Goya Collection Das Frauenhaus - Blue Rita - Goya Collection
Blu-ray Start:
28.01.2014
FSK: 18 - Laufzeit: 75 min.

DVD Kritik - Das Frauenhaus - Blue Rita - Goya Collection

DVD Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 6/10


Lockvogel: Frau, Köder: Sex, Objekt: Mann. So reißerisch wie ökonomisch prangt es auf dem DVD-Cover von Jess Francos psychedelischem Nackedei-Trash „Das Frauenhaus“ (Schweiz 1977) – nach „Frauen für Zellenblock 9“ und „Die Sklavinnen“ einem weiteren „Kleinod“ aus dem schier unerschöpflichen Fundus des spanischen Akkordfilmers, das in der ansehnlichen Golden Goya Collection seine ungeschnittene Heimkino-Wiederauferstehung aus den verstaubten Schmuddel-Archiven der 70er Jahre erfährt. Und im Vergleich zu den anderen genannten Skandal-Produktionen von Erwin C. Dietrich sammelt „Blue Rita“ (so der Alternativtitel) erstaunliche Pluspunkte.

Schon der Vorspann kommt als Abfolge eigenwillig inszenierter Tableaus daher, in denen mit Spiegelungen, Unschärfen und Farbfiltern experimentiert wird. Darüber hinaus verblüfft Regisseur Jess Franco, der bei diesem Streifen auch das Drehbuch verfasste, einmal mehr mit einem denkwürdigen Set Design, das dieser Schund-Ära ein unverkennbares Antlitz verlieh. So zieht sich ein Blaustich durch die plüschigen Nachtclub-Interieurs ebenso wie durch die Panorama-Aufnahmen aus der Stadt der Liebe. Aber auch das karge Schäferstündchen-Séparée mit dem durchsichtigen Luftkissen-Mobiliar muss man gesehen haben.

Neben der Optik kann diesmal auch halbwegs der wie immer höchst abstruse Inhalt bestehen. Während sich im Pariser Erotik-Etablissement „Blue Rita“ weibliche Schönheiten unter der glitzernden Diskokugel an der Stange räkeln und zu Walter Baumgartners lässigem Jazz-Score irrwitzige Striptease-Performances aufführen (Stichwort Elefantenrüssel!), geht es im Kellergeschoss ans Eingemachte. Dort unterhält der Lesben-Zirkel unter Führung der skrupellosen Blue Rita einen regen Folterbetrieb. Opfer sind liebestolle Männer mit dicken Bankkonten und vermeintlich brisanten Geheimdienst-Informationen, die, angekettet, mit einem grünen Aphrodisiakum beschmiert und daraufhin mit ihrer eigenen Amok laufenden Libido gequält werden. Das führt dann zu Sätzen der Hauherrin wie: „Ich hab spezielle Mittelchen, die dich geiles Böckchen so irre scharf machen, dass du glaubst, dir platzen die Nüsse.“

Kenner des Franco-Oeuvres horchen auf: Ja, der Meister variiert, diesmal sind es nicht (nur) die Frauen, die sich in die genreüblichen Exploitation-Untiefen begeben. Was natürlich nicht heißt, dass nicht sämtliche Schauspielerinnen wie gewohnt meist nackt und gut beharrt unterwegs sind und diesmal sogar eine Fetisch-Sexszene mit Gasmaske (!) eingebaut wird. Die halbgare Spionage-Story drum herum indes wird mit dilettantischen Prügeleien und Schießereien aufgepeppt, spielt wie immer letztlich aber nur eine unwichtige Nebenrolle. Immerhin sorgt das twistreiche Finale, bei dem die verfeindeten Agenten die Masken fallen lassen, für den einen oder anderen Schmunzler – auch wenn manches dann in der Rückschau wenig bis gar nicht sinnvoll erscheint.

Kurz, aber durchaus erhellend kommt das Featurette „Sklave im Frauenhaus“ mit dem deutsch sprechenden Darsteller Eric Falk daher, das neben Trailern und einer Fotogalerie die Zugaben der DVD abrundet. Falk erinnert sich darin an die Dreharbeiten und beschreibt Regisseur Jess Franco als unscheinbare Person am Set, die er vorher gar nicht kannte. Seine Mitwirkung an grobschlächtigen Werken dieser Art rechtfertigt Falk damit, dass er sie immer als Filme für eine Minderheit angesehen habe und nicht zur Charakterbildung des Volkes.

„Blue Rita“, gefilmt von Stammkameramann Rudolf Küttel, passt sich dem DVD-Bildniveau der bisherigen Golden Goya Collection an. Ebenso der Ton, der in Deutsch, Englisch und Französisch sowie mit japanischen (!) Untertiteln vorliegt.

„Das Frauenhaus“ vereint größtenteils die üblichen Trash-Zutaten eines Jess Franco, kommt zeitweise aber wie ein psychedelisch-abgedrehter Sex-Trip in eine andere Zeit daher. Auf Sparflamme ein Highlight!


by Florian Ferber
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment