Darkland - DVD

DVD Start: 22.02.2018
FSK: ab 18 - Laufzeit: 110 min

Darkland DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

0,00 € jetzt kaufen
12,99 € jetzt kaufen
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD und Blu-ray zum Film

Inhalt

Zaid (Dar Salim), ein erfolgreicher Chirurg, hat ein erfülltes Leben und wohnt zusammen mit seiner hochschwangeren Frau Stine (Stine Fischer Christensen) in einer schicken Wohnung. Eines Nachts klopft sein jüngerer Bruder Yasin an der Tür und bittet Zaid um Geld – doch er weigert sich ihm zu helfen. Ein paar Tage später wird Yasin tot aufgefunden. Da die Polizei sich nicht sehr kooperativ gibt, fühlt sich Zaid gezwungen, selbst herauszufinden, wer seinen Bruder auf so brutale Art umgebracht hat und begibt sich auf eine Mission in die Unterwelt Kopenhagens, um die kriminelle Bande zu beseitigen. Doch Zaids anhaltender Rachezug hat ernsthaften Konsequenzen für ihn und seine Familie, und er muss sich bald entscheiden, wie weit er bereit ist zu gehen...

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Concorde Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (DTS)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Hinter den Kulissen, Deutscher Trailer, Original-Trailer

DVD und Blu-ray | Darkland

DVD
Darkland Darkland
DVD Start:
22.02.2018
FSK: 18 - Laufzeit: 110 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Darkland Darkland
Blu-ray Start:
22.02.2018
FSK: 18 - Laufzeit: 114 min.

DVD Kritik - Darkland

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 10/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 7/10


Abstieg in die Gewalt
Schon das erste Bild ist symptomatisch für den dänischen Thriller „Darkland“. Wie ein allmächtiges Auge blickt die Kamera über die Stadt und wie ein Gott schaut sie in eine Straßenflucht hinab. Langsam führt die Kamera herunter, konzentriert sich auf ein Auto, in dem ein Dialog startet und nach einem kaum zu bemerkenden Schnitt sitzen wir zusammen mit den Fahrern darinnen. Schnell wird klar, dass sich die beiden Insassen auf einen Überfall vorbereiten. So ist der Abstieg in die dänische Unterwelt optisch wie auch inhaltlich vollzogen. Insofern betrifft das in einer Vorwegnahme auch den Helden, der in einem Hochhaus im obersten Stock wohnt und sich in die tiefen Niederungen der Unterwelt und eines anderen gesellschaftlichen Milieus hinabbegeben muss. So ist die erste Station in seiner Verfolgung der Mörder seines Bruders unterirdisch gelegen. Er steigt hinab aus den Höhen in die sprichwörtliche Unterwelt. Er kommt dann auch nicht unbeschadet daraus hervor und hat eine symbolische Auserstehung hinter sich. Die allerdings die dunkle Seite offenbart, denn nun hat sich der dringende Wunsch nach Rache in ihm verfestigt.

Dar Salim in Darkland
Dar Salim in Darkland © Concorde Home Entertainment
Dieser Film aus Dänemark zeigt wie viele andere Filme des Subgenres aus den letzten Jahren die Spirale der Gewalt. Rache gebiert wieder nur Rache und der Held macht keine strahlende Figur. Er ist kein Superheld. Ja, man kann ihn nicht einmal als einen Helden bezeichnen, denn mit seinen Taten zerstört er alles um sich herum. Immerhin wird er nicht als ein cooler Mann darstellt, dem das Töten leichtfällt. Dafür ist die Handlung zu brutal und schockierend. Vor allem gibt der Film auch einen Blick in eine Parallelgesellschaft mit Einwanderern die nicht assimiliert sind, doch die Aussage des Filmes ist in der Hinsicht etwas zweifelhaft und oberflächlich. Sind die Immigranten selber schuld an der Kriminalität? Zwar ist der Film nicht rassistisch, da der Held auch aus einer Migrantenfamilie stammt, kommt also aus demselben Milieu wie seine Gegner. Allerdings hat er sich von ihnen losgesagt und es in der westlichen Gesellschaft geschafft. Dabei gilt er nicht als Quotenaraber für die Statistik, sondern wird wie selbstverständlich angenommen. Die im Milieu verharrten, erkennen das nicht. Prinzipiell ist es also allen möglich, sich vom Milieu und der Abstammung loszusagen. Was impliziert das andere es auch schaffen wollen, wenn sie sich nur anstrengen. Das ist zwar richtig, kann aber sozioökonomische Aspekte und strukturellen Rassismus nicht in der Handlung unterbringen. Deutlich wird das an einem Charakter der gar nicht erst einen Job sucht, sondern Geld durch Drogendealen verdient und ansonsten den ganzen Tag nur Videospiele zockt. Sein gesellschaftliches Versagen wird allein dem Charakter zugeschrieben und keinen anderen Faktoren.

Zaid (Dar Salim)
Zaid (Dar Salim) © Concorde Home Entertainment
Der Rachefeldzug wird jedoch nicht aus einem kulturellen Hintergrund gespeist, sondern vor allem aus Schuldgefühlen des Helden. Schließlich hatte er seinem Bruder Hilfe verweigert, welche ihn im Nachhinein wohl gerettet hätte. Zudem hat die Polizei offenbar kein Interesse an einer Aufklärung. In einer bezeichnenden Szene kann sich der Polizist nicht mal den Namen des Helden merken. Doch spricht das nun für ein Desinteresse? Für Überforderung? Oder für Rassismus? Hier wäre es schöner gewesen, wenn man manche Aspekte deutlicher gemacht hätte, da so ein gewisses Unbehagen beim Zuschauer auch hätte vermieden werden können. Somit ist der Film in seiner Aussage etwas zweifelhaft ausgefallen, aber definitiv kein Plädoyer für Selbstjustiz, da am Ende niemand gewonnen hat, sondern alle nur etwas verloren. Und das ist wieder ziemlich stark an dem Thriller, der auf jeden Fall ein Blick wert ist.

Szene aus Darkland
Szene aus Darkland © Concorde Home Entertainment
Der Ton ist exzellent. Vor allem die Soundeffekte kommen hervorragend zur Geltung und die Boxen haben viel zu tun. Auch das Bild ist sehr gut und ohne Mängel. Leider können da die Extras nicht mithalten. Es gibt nur ein Behind the Scenes was unkommentierte Impressionen vom Dreh abliefert, aber immerhin deutsche Untertitel besitzt. Einen Trailer und eine Trailershow gibt es natürlich auch noch.


Fazit:
Ein düsterer und brutaler Rachethriller der sich rassistischen Tendenzen verweigern kann und auch in der Symbolsprache überzeugt. Allerdings ist er moralisch manchmal etwas fragwürdig, da einige Szenen zu oberflächlich geraten.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Concorde Home Entertainment