Daddys Little Girl - DVD

DVD Start: 04.06.2014
FSK: ab 18 - Laufzeit: 103 min

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Inhalt

Die kleine niedliche Georgia ist das ganze Glück ihres stolzen Vaters. Als sie eines Nachts verschwindet und kurz darauf ermordet am Strand gefunden wird, bricht seine Welt zusammen. Nur langsam findet er ins Leben zurück. Gerade als er den Schicksalsschlag zu akzeptieren beginnt, entdeckt er Hinweise auf den Täter. Derek sieht zwei Möglichkeiten: Die Indizien der Polizei zu überlassen oder selbst für Gerechtigkeit zu sorgen. In seinem Keller und mit allem, was Schmerzen bereitet…

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Neue Pierrot Le Fou
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailer

DVD und Blu-ray | Daddys Little Girl

DVD
Daddys Little Girl Daddys Little Girl
DVD Start:
04.06.2014
FSK: 18 - Laufzeit: 103 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Daddys Little Girl Daddys Little Girl
Blu-ray Start:
04.06.2014
FSK: 18 - Laufzeit: 106 min.

DVD Kritik - Daddys Little Girl

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 10/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 7/10


Grausame Rache - Zartbesaitete Zuschauer seien hier direkt vorgewarnt: wer das Glück, oder Pech, hat die ungekürzte Fassung des Filmes aufzutreiben kann sich auf einiges gefasst machen. Es lag für die Presse die ungeschnittene, ungeprüfte Fassung vor und die hat es in sich. In „Daddy`s little girl“ gibt es Folterszenen die kaum zu ertragen sind und in denen die Grausamkeiten nicht nur detailliert gezeigt, sondern mit dazu passenden Soundeffekten gar noch gesteigert werden. Als erstes fragt man sich, warum einen diese Szenen so mitnehmen. Vor allem in den letzten Jahren gab es ja dermaßen viele Filme die zum sogenannten Torture Porn gezählt werden müssen, die im Zuge des Erfolges von „Saw“ und „Hostel“ dutzendweise auf den Markt kamen das man sich schon daran gewöhnte. Diese Ergüsse wollten sich immer nur wieder mit Ekligkeiten und Exzessen übertrumpfen. Das dabei noch Spannung oder Atmosphäre herrschen sollte und nicht die Gewalt als Selbstzweck dient, hatten die meisten dabei vergessen. Aber eben das ist hier der Punkt: die Gewalt ist nicht der Selbstzweck. Was sie schockierend macht ist zum einen der deutliche Realismus der Gewalt. Da gibt es kein Monster, keine ausgeklügelte Falle, sondern Haushaltsgeräte und Selbstgebautes. Das ist alles nachvollziehbar gehalten. Und gerade mit dieser Nachvollziehbarkeit ist das erschreckendste an dem Film erreicht: man versteht die Figuren. „Daddy`s little girl“ nimmt sich Zeit und stellt erstmal alle seine Charaktere dar und man entwickelt, wenn nicht gar Sympathie, doch zu jeder einzelnen Figur eine Beziehung. Kurz: der Zuschauer wird empathisch gegenüber allen Charakteren. Dann kommt der große Schock als jemand entführt und ermordet wird. Was hier noch dezent aber dennoch wirkungsvoll angedeutet wird, ist die Grausamkeit der Tat. Da reicht es (noch) zu zeigen, wie eine Polizistin nach Anblick der Leiche kotzt, um das Ungeheuerliche zu verdeutlichen. Dann gibt es sehr starke und sehr gut gespielte Szenen der Trauerbewältigung welche einem die Figuren noch näher bringen und man verdrückt selber ein oder zwei Tränen, weil einen die Geschehnisse so mitnehmen. Das ist an sich schon eine Kunst an der viele Filmemacher scheitern und so lässt man sich hier willig darauf ein. Und dann kommt der nächste Schock mit der Entlarvung des Täters. Ebenso wie der Hauptcharakter will man es nicht glauben. Und dann kommt der Wahnsinn, indem der Täter gefangen, eingesperrt und gefoltert wird. Ja, man möchte es auch, dass der Täter so bestraft wird, aber genau da wird es problematisch. Der Film hat keine Distanz zu dem Zuschauer aufgebaut und so ist auch die Folterhälfte zu emotional und man sagt sich „Richtig so. Du Schwein hast es verdient.“ Das ist zum einen sehr geschickt, da man selbst als Zuschauer damit konfrontiert wird, das man selber so handeln könnte (was einen entsetzt), aber zum anderen liegt damit die Tendenz zur Verherrlichung der Selbstjustiz nahe. Was insbesondere bei dem Abspann ein sehr zwiespältiges Gefühl verursacht, wenn Medienstimmen genutzt werden, um deutlich zu machen wie lau die Bestrafung für solche Täter im Justizwesen ist. Das erscheint nach dem was man vorher gesehen hat als eine Rechtfertigung für Folter und Mord. Dabei wird nie der Zweifel laut, das der Täter vielleicht gar nicht derjenige ist. In dieser Hinsicht ist der Film leider zu undifferenziert, kann einen aber mehr in den Bann ziehen als so viele andere.

Da hier eine Presse-DVD zum Screening vorlag kann über mögliche Extras nichts gesagt werden, da keine enthalten waren. Ansonsten waren keine technischen Mängel auffällig. Das Bild konnte überzeugen und der Ton war stellenweise schon fast zu gut in punkto Soundeffekte, da man manches eklige so nicht unbedingt hören muss.

Ein Folterfilm der sich Zeit nimmt für seine Figuren und so dem Zuschauer starke Empathie ermöglicht. Umso schockierender sind dann die Grausamkeiten der Folter und führt einen auf moralisches Glatteis.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Alive / Neue Pierrot Le Fou