DIAZ - Dont Clean Up This Blood - DVD

DVD Start: 20.06.2013
FSK: ab 16 - Laufzeit: 116 min

DIAZ - Dont Clean Up This Blood DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Das G8-Gipfeltreffen in Genua 2001 war fast vorüber. In der Diaz-Pascoli-Schule, in der das Sozial-Forum für Journalisten eingerichtet war, waren die jungen Menschen guter Dinge – trotz der gewaltsamen Konfrontationen mit der Polizei an den Tagen zuvor. Die Anti-Globalisierungsproteste waren wie in anderen Ländern in diesem Jahr von massiven Polizeieinsätzen begleitet. Doch nichts hätte die temporären Bewohner der Diaz-Schule, vorwiegend junge Frauen und Männer aus ganz Europa, auf das Folgende vorbereiten können. Kurz nach Mitternacht stürmte die Polizei die Schule und schlug mit immenser Brutalität über zwei Stunden auf die jungen Menschen ein, bis fast alle im Krankenhaus und später in Untersuchungshaft landeten. Um ihr Handeln zu rechtfertigen, pflanzte die Polizei Molotowcocktails in das Gebäude. Am Ende des G8-Gipfeltreffens hatte ein Mensch sein Leben verloren.
Aus verschiedenen Perspektiven erzählt, zeigt die Kamera, was an diesem Tag geschah, sie weicht Tätern und Opfer nicht von der Seite, bis die ganze Wahrheit erzählt ist.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
D, GB, F, NL, T
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen

DVD und Blu-ray | DIAZ - Dont Clean Up This Blood

DVD
DIAZ - Dont Clean Up This Blood DIAZ - Dont Clean Up This Blood
DVD Start:
20.06.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 116 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
DIAZ - Dont Clean Up This Blood DIAZ - Dont Clean Up This Blood
Blu-ray Start:
20.06.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 116 min.

DVD Kritik - DIAZ - Dont Clean Up This Blood

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 8/10


Im Jahre 2001 fand im italienischen Genua der G8-Gipfel, das politische Treffen der weltweit größten Industrienationen statt. Wie jedes große politische Treffen, wurde auch dieses von vielen organisierten Protestbewegungen und Demonstrationen begleitet, insgesamt über 300.000 Demonstranten gingen während des Gipfels auf die Straßen. In den letzten Tagen eskalierte die Situation: Ein Demonstrant wurde erschossen, worauf die Masse mit Gewalt, Verwüstung von Geschäften und angezündeten Autos reagierte. Am letzten Tag stürmte die italienische Polizei die Schule „Diaz“, die als provisorisches Krankenhaus für verwundete Demonstranten diente. Viele wurden mit grober Polizeigewalt festgenommen, in einer Polizeistation, in welche die gefangen genommenen Demonstranten gebracht wurden, kam es danach zu Folter und antisemitischen Äußerungen gegen die Gefangenen.

„Diaz – Don’t clean up this blood“ vom italienischen Regisseur Daniele Vicari liefert eine Chronik dieser Ereignisse aus verschiedensten Perspektiven. Dabei wird die Handlung im Stile eines Filmes wie „8 Blickwinkel“ auch wieder zurückgespult, um sie aus dem Blickwinkel einer anderen beteiligten Figur zu zeigen. Die Demonstranten, hauptsächlich Jugendliche, kommen aus ganz Europa. Dabei werden die Dialoge innerhalb ihrer Clique in ihrer jeweiligen Muttersprache geführt, mit anderen Demonstranten unterhalten sie sich auf Englisch, alles wird deutsch Untertitelt. Dies trägt enorm zur Authentizität bei und lässt das Bild eines vielseitigen, dennoch vereinten Europas entstehen. Die wichtigsten Hauptfiguren wurden jedoch auf Deutsch synchronisiert, so kann ein permanenter Sprach-Wirrwarr vermieden werden und die Geschehnisse können nachvollziehbar wiedergegeben werden.
Der ständige Perspektivwechsel sorgt dabei dafür, dass ständig Spannung in der Erzählung ist. Unterstützt wird diese vielseitige Inszenierung durch ein vielfältiges Kameraspiel. Die Bilder werden teilweise sehr stilvoll und filmisch dargestellt, passend zu Stimmung oder Action werden aber auch Szenen im Nachrichtenstil, mit Überwachungskameras oder im Stile eines Embedded Journalist mittendrin Chaos präsentiert. Die Inszenierung ist allgemein unglaublich wuchtig. Ob es die atemberaubende Masse an Demonstranten ist, die sich zu Beginn durch die Straßen zieht, die Organisation und Durchführung der Polizeiaktion oder die Darstellung von Gewalt, jedes Bild nimmt den Zuschauer regelrecht für sich ein und zwingt ihn so regelrecht zur Auseinandersetzung mit dem gezeigten Stoff.

Um sich jedoch eine objektive Meinung schaffen zu können, muss man beide Seiten der Geschichte sehen können. Und während die Opfer ausführlich und sehr gut in die Handlung eingewoben sind, wird die Täterrolle nicht tief genug erörtert. Es wird zwar versucht, durch den Fokus auf einzelne Individuen eine Spur Menschlichkeit in die Polizeikräfte zu bringen, dieser bleibt jedoch nur oberflächlich.
Was treibt einen Mann dazu, so dermaßen auf wehrlose Demonstranten einzuprügeln? Welcher Hintergrund steht hinter der unwürdigen Behandlung der Gefangenen auf der Polizeistation? Wie konnte sich eine Einheit der Polizei so in eine Gewaltspirale steigern, wo sie doch keine Gegenwehr erfuhren? Dies sind alles Fragen, die einem während des Films einfallen, der eskalierenden Situation geschuldet vielleicht auch nicht komplett beantwortet werden können, doch ein bisschen Hintergrundinformation auf der Seite der Sicherheitskräfte könnte etwas Klarheit schaffen. So, wie es der Film gelöst hat, entsteht zu viel schwarz-weiß Malerei. Zu den Schauspielern sollte noch erwähnt werden, dass sie sich trotz guter Leistungen in den englischen Dialogen sichtbar unwohl fühlen, und diese Stellen etwas holprig rüberkommen, Emotionen werden an diesen Stellen schwer vermittelt.

Da es sich bei der DVD um ein Pressemuster ohne weiteren Inhalt handelt, kann die Kategorie „Extras“ nicht bewertet werden. Bild, Ton, sowie die deutsche Synchronisation waren jedoch sehr gut.

Abschließend lässt sich sagen, dass „Diaz- Don’t clean up this blood“ ein wichtiger Beitrag zu einem kontroversen Ereignis ist. Der wuchtig inszenierte Kampf von Demonstranten, gegen wütend prügelnde Polizisten ist vor allem im Hinblick auf die momentanen Geschehnisse in der Türkei oder in Brasilien unheimlich aktuell.

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by Marius Voigt
Bilder © Universal Pictures