Cold Fish - DVD

DVD Start: 07.10.2011
FSK: ab 18 - Laufzeit: 144 min

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Inhalt

Shamoto ist ein braver Familienvater und betreibt ein kleines Geschäft für Tropenfische – gemeinsam mit seiner blutjungen und schönen zweiten Frau Taeko, die wie ein schillernder exotischer Fisch völlig deplaziert in seiner drögen Welt wirkt. Als Shamotos rebellische Tochter aus erster Ehe beim Ladendiebstahl erwischt wird, trifft er auf den extrovertierten und charismatischen Murata, Inhaber von „Amazon Gold“, dem Supermarkt unter den Zierfischläden. Murata ist nicht nur ein eiskalter Geschäftsmann, sondern ein skrupelloser Serienmörder, der knapp 60 Menschen auf dem Gewissen hat. Wer sich ihm in den Weg stellt, wird von ihm und seiner Frau zu Fischfutter verarbeitet. Ehe Shamoto sich’s versieht, wird er zum unfreiwilligen Komplizen des blutrünstigen Paares und gerät in eine Spirale aus Intrigen und Mord,

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive AG
Tonformate:
Dolby Digital 5.1 (Japanisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Making-of & Kinotrailer

DVD und Blu-ray | Cold Fish

DVD
Cold Fish Cold Fish
DVD Start:
07.10.2011
FSK: 18 - Laufzeit: 144 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Cold Fish

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 8/10


Kalter Hass
Sion Sono hat vor nicht allzu langer Zeit mit „Love Exposure“ ein wahres Meisterwerk geschaffen. Dieser war der erste Teil einer geplanten Trilogie über Hass gewesen. „Cold Fish“ ist der zweite Teil der Trilogie, die bald mit „Guilty of Romance“ komplettiert werden wird. Im Gegensatz zu „Love Exposure“ ist das Thema Hass in „Cold Fish“ um einiges deutlicher ausgearbeitet. Schließlich geht es darum, wie ein durchschnittlicher Bürger zum Mord getrieben wird. Dabei ist der Film inspiriert durch einen wahren Fall eines japanischen Serienkillers. Schon die erste Szene macht subtil deutlich, dass die Familie von Shamoto, einem Händler für exotische Fische, keineswegs harmonisch ist. Zu Beginn sieht man seine Frau im Supermarkt, wie sie hektisch und uninteressiert Lebensmittel in den Einkaufswagen wirft. Anstatt sich die Mühe zu machen, für ihren Mann und (Stief-)Tochter zu kochen, wärmt sie alles nur auf und schleudert das Essen fast voller Verachtung auf die Teller. Geredet wird nicht bei dem gemeinsamen Essen und die Tochter verschwindet einfach mittendrin, nachdem sie einen Anruf von einem Freund erhalten hat. Shamoto nimmt alles hin. Und daran soll sich auch nichts ändern. Kurze Zeit später lernt er den jovialen und charismatischen Murata kennen, der sich zunächst als Helfer in der Not anbietet und alle Familienmitglieder scheinbar unterstützen will. Doch recht schnell offenbart er sein wahres Wesen. Shamoto nimmt immer noch alles hin. Offenbar ist er von Muratas Verbrechen angewidert und kann doch nichts tun. Er träumt vom Weltall, von dem aus er die Erde aus sicherer Distanz sehen kann. Doch der zunehmend gedemütigte Shamoto hat seine Grenzen und schließlich entwickelt er eine Überkompensation und wird gewalttätig. Er explodiert förmlich, macht dadurch aber alles sehr viel schlimmer. Zu Beginn ist er also ein kalter Fisch, demütig, duldend und verachtet von allen in seinem Umkreis. Am Ende ist er ein wahres Monster. Es ist ein Fluch für alle Filme eines Regisseurs, wenn diese einem Meisterwerk folgen. So wird „Cold Fish“ schon fast zwangsläufig mit „Love Exposure“ verglichen. Und dem kann er nicht das Wasser reichen. Was er auch gar nicht will, weil er einfach zu unterschiedlich ist. Als Thriller mit starker psychologischer Komponente ist er dennoch aufwühlend und es ist äußerst schockierend zu sehen, wie jemand zu einem Mord getrieben wird. Man fragt sich und hofft, dass man selber nicht so duldsam ist, während alle negativen Gefühle unerkannt für andere in einem brodeln. Abhängigkeit, Verachtung, unerwiderte Liebe, die in Hass umschlägt, alles führt hier zu einer Katastrophe. Wenn man dann noch in unheilvolle Gesellschaft gerät, ist dem Hass die Bahn geebnet. Der Held nimmt alles viel zu lange hin und das macht es auch dem Zuschauer bisweilen etwas schwer. Der große Ausbruch kommt dann in wortwörtlichem Sinne. Es wird in Blut und Leichenteilen gewälzt. Die Unfähigkeit des Helden sich auszudrücken wird in einem emotional sehr kalt gehaltenen Inszenierungsstil deutlich gemacht. Obwohl die psychischen Dimensionen ausgelotet werden, ist der Blick sehr nüchtern und damit gewinnt der Film deutlich an Stärke.

Das Bild und der Ton sind sehr gut. Leider ist der Film nicht synchronisiert, sondern im Originalton (Japanisch) mit deutschen Untertiteln belassen. Als Extra gibt es ein sehr interviewlastiges Making Of und Trailer.

Ein schockierender und aufwühlender Psychothriller, der zeigt, wie jemand zum Mord getrieben wird. Nüchtern und psychologisch fundiert wird ein gedemütigter und verachteter Mann gezeigt, der unfähig ist seine Gefühle auszudrücken. Nur später durch Mord gelingt es ihm.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Alive AG