Clip - DVD

DVD Start: 30.01.2015
FSK: ab 18 - Laufzeit: 102 min

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Inhalt

Jasna ist eine hübsche Schülerin aus dem Süden Belgrads. Ihr Familienleben steht nicht gerade für familiäre Idylle: Ihr Vater ist schwer krank und ihre Mutter interessiert sich nicht für das heranwachsende Mädchen. Deshalb verbringt Jasna zunehmend mehr Zeit mit ihren Freundinnen und sammelt auf Partys erste Erfahrungen mit Alkohol, Drogen und vor allem Männern. Dabei trifft sie auf Djole, einen Schulfreund, mit dem sich eine intensive, sexuelle Beziehung entwickelt. Doch Djole, unfähig zu einer echten Bindung, behandelt sie immer mehr wie ein reines Sexobjekt.

All ihre Erlebnisse filmt Jasna mit ihrem Smartphone. Diese Clips zeigen die Einsamkeit, die Zerrissenheit und die Orientierungslosigkeit einer ganzen Nachkriegsgeneration in unserer modernen Welt. CLIP ist ein scharfer und schockierender Blick auf eine verlorene Jugend. Ein Skandalfilm mit schonungslosen Bildern und expliziten Sexszenen – in Russland verboten!

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Neue Pierrot Le Fou
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Polnisch (Dolby Digital 5.1)
Serbisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailer

DVD und Blu-ray | Clip

DVD
Clip Clip
DVD Start:
27.09.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 102 min.
Clip Clip
DVD Start:
30.01.2015
FSK: 18 - Laufzeit: 102 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Clip Clip
Blu-ray Start:
27.09.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 105 min.

zur Blu-ray Kritik
Clip Clip
Blu-ray Start:
30.01.2015
FSK: 18 - Laufzeit: 105 min.

DVD Kritik - Clip

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 6/10
Ton: | 7/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 6/10


„Du bist nur gut für eine Sache: einen Arschfick.“ Liebe? Romantik? Nicht mit Djole. Für ihn sind Mädchen Sexobjekte. Akzeptiert, solange sie richtig blasen können und nicht wegzucken, wenn er auf ihnen ejakuliert. Trotzdem giert die junge Jasna nach seiner Aufmerksamkeit, nähert sich beharrlich dem Ziel ihrer Begierde und balzt sich schließlich in sein Bett. Für Gefühle oder Zärtlichkeiten ist dort kein Platz, für erniedrigende Rollenspiele schon eher. Doch welche Zukunft hat eine Beziehung, in der Sie sich selbst vor dem Akt zur läufigen Hündin degradiert und Er die Leine anlegt?

Eine Frage, die sich im ebenso trostlosen wie erschütternden Arthaus-Drama „Clip“ von Maja Milos auf eine ganze Generation beziehen lässt, für die Jasna, Djole und ihre Cliquen stellvertretend stehen. Die Regisseurin und Autorin zeichnet eine äußerst bedenkliche Lebenswirklichkeit der Jugendlichen im Nachkriegsserbien unserer Tage. Hier finden Orientierungslosigkeit und Freiheitsdrang der Protagonisten unheilvolle Ventile in den Verlockungen des YouTube- und Facebook-Zeitalters, in dem die öffentliche Fleischbeschau quasi zum guten Ton gehört. So filmt sich Jasna (geht absolut aufs Ganze: Isidora Simijonovic) mit ihrer Handykamera beim freizügigen Räkeln auf dem eigenen Bett. Auch die Eskapaden mit Djole werden durch den digitalen Blickwinkel festgehalten. Ein filmischer Kunstgriff, der die Maßlosigkeit mittelbarer macht, aber dennoch die Authentizität potenziert.

Und die Realität gebiert Schocks genug, dachte sich wohl Maja Milos, weshalb der vergangene Serbien-Krieg und die damit verbundenen Traumata kaum angeschnitten werden. Stattdessen liegt der Fokus auf Jasnas Alltag in einer Vorstadt Belgrads zwischen Schule, dem angespannten Verhältnis zu ihrer Mutter, der Sprachlosigkeit gegenüber ihrem kranken Vater und den abendlichen Ablenkungspartys samt Alkohol, Drogen und Sex. Dort ist die öde Plattenbau-Umgebung vergessen, dort zählt Schein statt Sein. Wer hat den kürzesten Rock, wer den knackigsten Hintern, wer kann am meisten schlucken?

So nachdenklich das Treiben stimmt, so offensichtlich leidet „Clip“ an einer fehlenden Dramaturgie, von einem Spannungsbogen ganz zu schweigen. Vielmehr plätschert die Handlung zwischen sich wiederholenden Schauplätzen dahin und wird dann von der nächsten Sexszene (FSK 18 geht in Ordnung, aber einen expliziten Koitus sieht man nicht) abgelöst. Außerdem bleiben Hintergründe und Schicksale der meisten Figuren zu stark im Dunkeln, was ein echtes Mitfühlen erschwert.

Der Ton ist hier ebenfalls ein Hindernis, denn die vorliegende DVD zeigt „Clip“ nur in der Original-Fassung mit deutschen Untertiteln. Da ist fixes Lesen erforderlich. Wer nicht schnell genug mitkommt, hat ständig den Finger an der Rückspultaste. Abgesehen davon ist gerade die Qualität der Handy-Aufnahmen sehr bescheiden. Warum außerdem die ganze Zeit im Bild rechts oben Pierrot Le Fou gelb eingeblendet sein muss, größer als ein Senderlogo, ist ebenso ein Rätsel wie die Tatsache, dass dem Film keine Extras spendiert wurden. Gerade von Regisseurin Maja Milos und ihrer famosen Hauptaktrice Isidora Simijonovic hätte man sich gerne ein paar Statements gewünscht.

Eines muss man „Clip“ aber lassen: Das Ende sitzt und trifft auch den Zuschauer, fast wortwörtlich, wie ein Schlag. In der Schlussszene bringt Maja Milos die ganze widersprüchliche Zerrissenheit ihres Landes kongenial auf den Punkt.

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by Florian Ferber
Bilder © Alive / Neue Pierrot Le Fou