Citizen Kane (Arthaus Premium Edition) - DVD

DVD Start: 25.09.2014
FSK: ab 12 - Laufzeit: 114 min

Citizen Kane (Arthaus Premium Edition) DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Charles Foster Kane herrscht über unzählige Zeitungen und Radiostationen, doch der Erfolg hat ihn größenwahnsinnig gemacht. In völliger Einsamkeit stirbt er schließlich auf seinem monströsen Schloss Xanadu. Ein Reporter versucht das Rätsel um sein letztes Wort „Rosebud“ zu lüften und kommt einem faszinierenden Leben auf die Spur.

Das Regiedebüt des damals 25-jährigen Orson Welles, in dem er den Mythos des amerikanischen Traums entlarvt, setzte durch seine Vielschichtigkeit Maßstäbe. Bis heute gilt dieses faszinierende multiperspektivische Filmpuzzle als eines der besten Werke der Kinogeschichte und erscheint nun als ARTHAUS PREMIUM Edition im hochwertigen Digipak mit umfangreichem Bonusmaterial, darunter der Original-Trailer, ein Audiokommentar des Filmwissenschaftlers Dr. Thomas Koebner und die Dokumentation „The Battle Over Citizen Kane“ sowie ein Booklet.

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DVD Details

Medienanzahl: 2
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch Mono DD
Englisch Mono DD
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 1,33:1 (4:3 Vollbild)
Bonusmaterial:
Dokumentation „The Battle Over Citizen Kane”; Audiokommentar von Prof. Thomas Koebner; Original-Trailer; Dokumente; Fotogalerie; Booklet

DVD und Blu-ray | Citizen Kane (Arthaus Premium Edition)

DVD
Citizen Kane (Arthaus Premium Edition) Citizen Kane (Arthaus Premium Edition)
DVD Start:
25.09.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 114 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Citizen Kane (Arthaus Premium Edition)

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 9/10


„Rosebud“ – ein Sterbenswörtchen mit Signalwirkung. Wohl kaum ein anderes Werk der Filmgeschichte lässt sich so eng mit einem einzigen Wort assoziieren wie „Citizen Kane“. Mit diesem gehauchten Vermächtnis scheidet der vereinsamte Zeitungsmogul Charles Foster Kane aus dem Leben – und hinterlässt der Nachwelt eine Vita, so widersprüchlich wie faszinierend, so einmalig wie komplex. Und das Mysterium der „Rosenknospe“, das es zu entschlüsseln gilt. Der Fakt, dass bei Kanes Tod niemand zugegen ist, ergo eigentlich auch niemand das Rätsel in die Öffentlichkeit tragen kann, muss dabei als verschmerzbarer Logik-Makel in einer Fußnote verschwinden. Denn schließlich handelt es sich bei „Citizen Kane“ (1941) um den legendären Geniestreich des damals erst 25(!)-jährigen Regie-Wunderkindes Orson Welles. Ein in Kritikerkreisen bis heute hymnisch verehrter Meilenstein, Dauerbrenner auf Platz eins sämtlicher Bestenlisten dies- und jenseits von Hollywood (unter anderem American Film Institute, Cahiers du cinéma). Kommt da nicht schon der Hauch eines Einwands einer Blasphemie gleich?

Status und Bedeutung von „Citizen Kane“ (jetzt als Doppel-DVD in der Arthaus Premium Edition erhältlich) muss man aus dem Kontext seiner Entstehungszeit heraus verstehen und heutige Standards, zum Beispiel in Sachen Kameratechnik und Dramaturgie, ausblenden. Dann erschließt sich das große Wagnis, das Regisseur und Hauptdarsteller Orson Welles (wurde mit dem Radio-Hörspiel „Krieg der Welten“ berühmt) und Drehbuchautor Herman J. Mankiewicz (mit dem einzigen Oscar prämiert) mit ihrer an die Biographie des US-Verlegers William Randolph Hearst angelehnten Geschichte damals eingingen. Sie schufen in Diensten der künstlerische Freiheit gewährenden Produktionsfirma RKO ein Innovationen bündelndes, bis dahin nie gesehenes Filmerlebnis – getreu Welles’ Maxime: „Das Kino ist noch sehr jung, und es wäre einfach lächerlich, wenn es einem nicht gelänge, ihm ein paar neue Seiten abzugewinnen.“

Die Bereiche, in denen „Citizen Kane“ Neuland betritt, sind zahlreich. Zu nennen ist vor allem die Arbeit von Kameramann Gregg Toland, der mittels spezieller Objektive (Deep Focus) eine große Tiefenschärfe erreicht, sodass Gegenstände und Personen in verschiedener Distanz im Raum gleich deutlich gezeichnet werden. Auffallend auch die Szenen aus Frosch- und Vogelperspektive, um Rang und Situation der jeweiligen Charaktere zu illustrieren. Toland und Welles scheren sich nicht um die typischen Sehgewohnheiten der damaligen Zeit. So ist etwa Reporter Jerry Thompson, der die Bedeutung von „Rosebud“ herauskriegen soll, im ganzen Film nie in einer Großaufnahme zu sehen. Lange Einstellungen, sparsame Schnitte, spezielle Überblendungen und Spiegelungen sind weitere stilistische Merkmale. Und nicht zu vergessen die Maske. Dass Orson Welles den Charles Foster Kane über mehrere Jahrzehnte so glaubhaft verkörpern kann, wäre ohne das realistische Make-Up undenkbar. Und wenn Kane im sein Leben komprimierenden Wochenschaubericht zu Beginn plötzlich neben Adolf Hitler auftaucht, sind Vorstufen der Technik erkennbar, die es 1994 auch Tom Hanks alias Forrest Gump ermöglichte, plötzlich im Archivmaterial neben Präsident John F. Kennedy aufzutauchen.

Darüber hinaus erzählt Citizen Kane“ eine brillant inszenierte Biopic-Story über Auf- und Abstieg im Schatten des amerikanischen Traums, ist eine lohnenswerte Studie über Macht, Moral, Ideale und Verrat. Auch hier geht Orson Welles seinen eigenen Weg, arbeitet unchronologisch, mit Zeitsprüngen, und stellt den Tod Kanes an den Anfang der Handlung – eingeführt durch die ersten düsteren Einstellungen seines Alterssitzes Xanadu, diesem irrwitzigen Sammelsurium seelenloser Besitztümer und Symbol unendlicher Maßlosigkeit. Später rollt der Film – treibendes Motiv ist dabei die Suche des Journalisten nach „Rosebud“ – Leben und Schaffen Kanes anhand diverser Wegbegleiter aus verschiedenen (zeitlichen) Perspektiven auf, sodass sich nach und nach die Widersprüche dieses ambivalenten Charakters offenbaren, ohne indes ein eindeutiges Porträt zu liefern. Ein Werk, das sich vorwiegend aus Rückblenden und Retrospektiven zusammensetzt – heute nichts Neues, 1941 höchst experimentell.
Für den Cast rekrutierte Welles viele Mitglieder der von ihm gegründeten Mercury-Theatergruppe, unter anderem Joseph Cotten als Jedediah Leland, viele Jahre lang bester Freund der Hauptfigur. In ihren Rollen verkörpern sie alle mehr oder wenige wichtige Personen im Leben des Charles Foster Kane. Der verfügt dank einer Goldmine in Familienbesitz über unerschöpfliche Geldmittel, investiert statt in Anlageobjekte lieber in ein Zeitungsimperium und führt beim New York Inquirer den Boulevard-Journalismus ein (die „Übernahme“ der Redaktion ist grandios). Kane gewinnt an Einfluss, kauft halb Europa die Stauen weg und will sich zum Gouverneur aufstellen lassen. Die vermeintliche Affäre mit Möchtegern-Sängerin Susan ruiniert aber seine Ehe mit der Nichte des Präsidenten und seine politische Karriere.

Die Zugaben der Doppel-DVD warten mit einem vorzüglichen Audiokommentar von Prof. Dr. Thomas Koebner auf, der auf leichte und anschauliche Art und Weise die filmischen Besonderheiten von „Citizen Kane“ herausarbeitet. Dazu gibt es den bemerkenswerten Original-Trailer sowie einige Dokumente der Produktion (Gesamtkosten: 839.727,46 $). Auf der zweiten DVD ist die Dokumentation „The Battle over Citizen Kane“ (OmU, 1996) von Thomas Lennon und Michael Epstein über die Medien-Kampagne von William Randolph Hearst gegen Orson Welles und dessen Film enthalten.
Ton (Englisch und Deutsch Mono Dolby Digital) und Bild der DVD sind solide. Allerdings sollte man bei einem Film von 1941 in beiden Bereichen keine Wunderdinge erwarten und manche Passagen kommen etwas verwaschen daher.

Man muss nicht mit Superlativen um sich schmeißen, um den Stellenwert von „Citizen Kane“ in der Filmgeschichte zu würdigen. In die Top Five gehört er sicher – ob es Platz eins sein muss, kann jeder selbst entscheiden. Für die weitere Karriere von Orson Welles indes war dieses frühe Meisterstück nicht förderlich. An die Klasse kam er später mit seinen Arbeiten selten heran. Aber als Bürger Kane hat er sich ohne Frage unsterblich gemacht. Ebenso wie mit der Auflösung des Rätsels „Rosebud“ – auch nach 73 Jahren herzzerreißend!

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by Florian Ferber
Bilder © Studiocanal Home Entertainment