Cirkus Columbia - DVD

DVD Start: 20.04.2012
FSK: ab 12 - Laufzeit: 110 min

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Inhalt

Regisseur und Oscar-Preisträger Danis Tanovic (No man´s Land, Wie in der Hölle – L´ Enfer, Triage) kehrt in seinem vierten Film CIRKUS COLUMBIA zu seinen Wurzeln zurück. Er inszeniert seine schwarze Komödie in einer kleinen Stadt im Süden Bosnien-Herzegowinas, kurz vor Ausbruch der Balkankriege in den 90er Jahren.

Mit großem Einfühlungsvermögen und einem liebevollem Augenzwinkern blickt Danis Tanovic auf seine Landsleute. Er zeichnet anhand einer Kleinstadt in Bosnien ein Bild von den Problemen der Heimkehr und dem immer schwieriger werdenden Miteinander vor dem Hintergrund sich verändernder Zeiten.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Lighthouse Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Bosnisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailer

DVD und Blu-ray | Cirkus Columbia

DVD
Cirkus Columbia Cirkus Columbia
DVD Start:
20.04.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 110 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Cirkus Columbia

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 8/10


Vorabend des Krieges
Im Grunde sind alle Filme des Regisseurs und Oscar-Preisträgers Danis Tanovic höchst politisch. Aber im Gegensatz zu seinen drei vorhergehenden Filmen „No Mans Land“, „Wie in der Hölle“ und „Triage“ kommt sein jüngster Film „Cirkus Columbia“ recht leichtfüßig daher und schildert den Vorabend des Jugoslawienkrieges. Die Leichtfüßigkeit resultiert daraus, dass hier durchaus komödiantische Züge zu finden sind, die aber sehr dezent ausfallen und zutiefst schwarzhumorig sind. Mit diesem recht lockeren Unterton schafft es Tanovic nicht nur die Mentalität seiner bosnischen Landsleute nachzuzeichnen, sondern auch zu zeigen, wie es mit dieser Mentalität durchaus gelang zu so einem Krieg fähig zu sein, wie er später in aller Brutalität geführt worden ist. Da kommt die Schwierigkeit einer Heimkehr ebenso zu tage wie das immer schwieriger werdende Miteinander in sich ändernden Zeiten. So ist der Film ein wehmütiger Abgesang auf die Lebensfreude vor dem Jugoslawienkrieg. „Cirkus Columbia“ ist ein tragikomisches Drama über eine Umbruchszeit mit einem großen Versprechen auf die Zukunft. Diese stellt sich dann natürlich als trügerisch heraus. Vor allem die Mentalität einer Hauptfigur verhindert das Glücksempfinden so gut wie aller anderen, weil dieser Mann fast alle Handlungen nur aus Rache vornimmt. Er wartet das Ende des Kommunismus ab und fühlt sich dann als Sieger, stolziert wie ein Besitzer in dem Dorf umher, obwohl er ein Exilant war und den Widerstand nur finanzierte, aber nicht aktiv daran teilnahm. Stattdessen wirft er mit dem Geld um sich herum und demütigt andere wo er nur kann. Er ist der einzige, der als Heimkehrer wirklich zu schätzen weiß, was er mit seiner und an seiner Heimat hat. Alle anderen wollen etwas, was entfernt ist und schätzen nicht das naheliegende. Alle machen Pläne und wollen in die Ferne, was mit den lichtdurchfluteten Sommerbildern kontrastiert. Bildsprachlich wird eine Idylle aufgebaut, die gleich zweierlei Funktionen hat. Zum einen zeigt sie die gute alte Zeit vor dem Krieg in einer etwas verklärenden Art und Weise und zum anderen die psychische Leichtigkeit. Oder besser: die Unbeschwertheit trotz aller geschilderten Probleme, da diese im Krieg als nichtig erscheinen werden. Die ausnahmslos guten Darsteller schaffen es immer, die Nuancen herauszuspielen und übertreiben nie. So ist die Gratwanderung zwischen emotionalen, komödiantischen und dramatischen Szenen immer gelungen. Auch der Film schafft es insgesamt, dass alles rund und glaubwürdig ist und schildert eine Coming-of-Age-Geschichte, die hier nicht nur die Hauptfigur betrifft, die erwachsen werden muss, mit allem was dazu gehört: Eltern-Kind-Konflikt, Berufswahl, Suche nach Identifikationsfiguren, Abnabelung von alten Freunden und die erste große Liebe. Aber ebenso ergeht es dem Land, das sich nach Ende des Kommunismus erst noch finden muss. Leider hat es das anhand eines Krieges getan.

Obwohl „nur“ eine Presse-DVD vorlag kann man bei dem Bild und bei dem Ton keinerlei Abstriche machen. Als Extra gibt es leider nur den Trailer.

Eine gelungene und runde Gratwanderung zwischen Drama, Komödie und Charakterstudie. Eine Coming-of-Age-Geschichte und Sozialprofil, eine Heimkehrerkomödie und Kriegsfilm. Dem Film gelingt es mühelos alle Aspekte unter einen Hut zu bringen und mit jeder Szene und jeden Nuancen zu überzeugen. Ein kleines Meisterwerk.

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by Jons Marek Schiemann
Bilder © Lighthouse Home Entertainment