Circles - DVD

DVD Start: 22.05.2015
FSK: ab 12 - Laufzeit: 112 min

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Inhalt

Bosnien und Herzegowina, Trebinje. Der muslimische Kioskbesitzer Haris wird zurzeit des Bosnienkrieges vom serbischen Offizier Todor und drei weiteren Soldaten mitten auf dem Marktplatz angepöbelt, bedroht und attackiert. Marko, ein junger serbischer Soldat, ist zufällig mit seinem Freund Nebojsa in der Nahe und sieht den Vorfall. Als er sich einmischt, um Haris zu helfen und zu schlichten, wird er, angeführt von Todor, von den Soldaten zu Tode geprügelt.
Zwölf Jahre vergehen. Der Krieg ist vorbei, doch die Ereignisse haben tiefe Spuren hinterlassen.
Der Film reflektiert die Folgen einer mutigen Tat. In ruhigen, sonnigen, sogar strahlenden Bildern begleiten wir die von dieser Tat betroffenen Menschen, die auch zwölf Jahre danach um Rache, Schuld, Verzeihen und Versöhnung ringen.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Lighthouse Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen

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DVD und Blu-ray | Circles

DVD
Circles Circles
DVD Start:
22.05.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 112 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Circles

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 9/10


Schnittmengen und Schicksal - „Circles“ war der serbische Beitrag zu den Oscars in der Kategorie als bester fremdsprachiger Film und konnte auf vielen Festivals Erfolge verbuchen. Was weniger daran liegt, das hier ein filmisches Exotenland einen Beitrag zeigt, sondern weil er sowohl formal als auch inhaltlich voll und ganz überzeugen kann. Wobei die Struktur etwas ungewöhnlich gewählt worden ist und wenn man nicht die grobe Inhaltsangabe kennt, es vom zeitlichen Ablauf her verwirren kann und recht anstrengend wirkt. Basierend auf einem wahren Ereignis während des Jugoslawienkrieges wird geschildert wie eine heldenhafte Tat ihre Auswirkungen hat. Das komplette Geschehnis, bzw. die Auflösung davon, wird erst in der allerletzten Szene gezeigt, was eigentlich unnötig ist, da man sich dann als Zuschauer einiges zusammenreimen muss. Wahrscheinlicher ist, dass zugunsten eines starken symbolhaltigen Bildes, welches alles Gesehene wunderbar zusammenfasst, eine streng lineare Struktur geopfert worden war. Aber die vielen Andeutungen sind nicht unbedingt notwendig, zeigen aber doch die Schuld aller Figuren auf. Denn eine gute Tat hat Auswirkungen auf alle. Auf denjenigen der sie begeht, und was hier und im realen Leben tragisch endete, dem Freund der nicht hilft und vor Schuldgefühlen vergeht.
Dem Opfer, das sein Leben einem anderen Menschen verdankt und sich nun in der Schuld dessen Familie gegenüber sieht und sich deswegen erneut in Gefahr bringt. Die Schuld eines jungen Mannes, dessen mittlerweile verstorbener Vater die Sünde mehr oder weniger vererbt hat und der nun mit dem Vater des Helden konfrontiert wird. Die ehemalige Verlobte die in Alkohol und Drogen abgestürzt ist und nun kaum noch einen Halt hat. Alle stehen bei irgendwem in der Schuld. Auch wenn sie nicht immer moralisch begründet ist, sondern eher im Gefühl steckt. Das alles ergibt einen sehr intensiven Film darüber das Versöhnung mehr Kraft braucht als Rache. Die Möglichkeit sich zu rächen haben hier viele und sie denken durchaus darüber nach bzw. haben Angst davor. Aber sie wissen, dass es das Geschehene nicht rückgängig machen kann und die Wunden des Jugoslawienkrieges nicht verheilen werden, wenn man nicht den mutigen Weg der Versöhnung geht. Das ist bisweilen schmerzlich anzuschauen, aber die hervorragenden Darsteller brauchen für diese zwiespältigen Gefühle keine vielen Worte, sondern lassen fast allein die Mimik sprechen. Die trostlose Architektur die hier vorherrscht spiegelt dabei die seelische Tristesse wieder und erzeugt ein beklemmendes Gefühl. Vor allem bei denjenigen Figuren die versuchen mit ihrer Schuld, eingebildet oder nicht, klar zu kommen. Einzig bei der hoffnungsvollsten Figurenkonstellation gibt es auch bildlich weite Räume, die suggerieren, dass hier vielfältigere Möglichkeiten offen stehen. Diese eine Tat eines mutigen jungen Mannes, der serbische Soldat schützte ein Muslim vor seinen eigenen Kameraden und wurde deswegen totgeschlagen, zieht Kreise und berührt viele verschiedene Leben. Diese Kreise wiederum bilden Schnittmengen, welche die Figuren miteinander verbindet. Im Zentrum der tote Soldat. So beschützt der Muslim Haris die einstige Verlobte von Marko, Nada, vor deren gewalttätigen Liebhaber und ruft jedes Jahr am Todestag von Marko dessen Vater an. Der Freund der damals nur zugesehen hat, arbeitet als Arzt in einem Krankenhaus und bekommt nun den damaligen Täter auf den Operationstisch. Und muss sich entscheiden ob er sich rächen will. Aber die wohl bewegendsten Szenen sind die diejenigen in denen ein junger Mann, dessen Vater mitverantwortlich für den Tod von Marko ist und der im Krieg gefallen war, sich Markos Vater langsam annähert. Gerade diese Szenen sind es, die aufzeigen, dass die Sünden des Krieges nicht alle Generationen betreffen und beflecken sollen. Die Sünde des Vaters ist nicht diejenige des Sohnes und gerade in dieser Konstellation keimt Hoffnung auf, das sich auch das zutiefst gespaltene Jugoslawien einstmals versöhnen könnte. Wer in der allerletzten Einstellung genauer hinsieht, entdeckt im Bild steinerne Kreise, die wie Wellen oder Diagramme sich ausbreiten und aufzeigen das eine gute Tat viel mehr bezwecken kann als man vorher gedacht haben möge. Was eine intensive und unaufdringliche Aufforderung zur Zivilcourage ist.

Sowohl das Bild als auch der Ton sind gut und überzeugt durch klare Konturen und satte Farben. Da hier eine Pressedisk vorlag, kann allerdings nichts über Extras gesagt werden da hier keine enthalten waren. Dementsprechend entfällt hier die Wertung darüber.


Fazit:
Ein intensiver teils sogar schmerzhaft anzusehender Film über Versöhnung und Schuld, wobei die unaufdringliche Aufforderung zur Zivilcourage auch Hoffnung weckt.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Lighthouse Home Entertainment




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