Chopper - DVD

DVD Start: 11.08.2011
FSK: ab 18 - Laufzeit: 90 min

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Inhalt

Die Sonnenbrille im coolen Stone-Face, den Körper übersät mit Tattoos, in jeder Hand 'ne Knarre, eine weitere im Hosenbund - so posiert das Arschloch für die Ewigkeit. Ein bulliger Soziopath, berauscht von der eigenen Gefährlichkeit, selbst wenn die mehr Fiktion als Fakt ist. Das Drama beginnt als Read nach einem Kidnapping-Vesuch in en Hochsicherheitstrakt von Melbournes Pentridge Prison verlegt wird, in dem er sich mit anderen Insassen anlegt, bis sein Freund Jimmy sich nicht mehr anders zu helfen weiß: Er sticht Chopper nieder, um ihn und sich zu retten...
Acht Jahre und viele Wunden später wird Read entlassen. Als lebendiges Waffenarsenal macht er sich auf, die Welt vom "Gesindel" zu befreien, und stilisiert sich selbst zum "Exterminator"...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Audiokommentar von Regisseur Adrew Dominik
- Audiokommentar von Mark
- 5 entfernte Szenen, kommentiert vom Regisseur
- Dokumentationen
- Original-Kinotrailer

DVD und Blu-ray | Chopper

DVD
Chopper Chopper
DVD Start:
11.08.2011
FSK: 18 - Laufzeit: 90 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Chopper

DVD Wertung:
Film: | 4/10
Bild: | 6/10
Ton: | 5/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 5/10


Hierzulande eher unbekannt, in Australien hingegen einer der prominentesten Verbrecher überhaupt: Mark Brandon „Chopper“ Read polarisierte die Massen und ist down under längst ein Medienstar. Der schlicht „Chopper“ betitelte Film von Regisseur Andrew Dominik (der viele Jahre später mit Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford seinen größten Erfolg feierte) nimmt sich dem bekennenden Mörder an und schwankt dabei wild zwischen Biopic und Over-The-Top-Thriller hin und her.

„Chopper“ Read ist Gangster aus Leidenschaft: er ist mit einem unbändigem Rechtsempfinden ausgestattet, das leider nur selten mit dem des Staates übereinstimmt; dies hält Read jedoch nicht davon ab, sich selbst zu verwirklichen. Ein kurzer Lebenslauf: Mit üblen Gewalttaten machte er sich zunehmend Feinde, durch diverse Gefängnisaufenthalte wurde er nach und nach paranoid, was, in Freiheit, wiederum weitere Gewalttaten zur Konsequenz hatte. In der Haftanstalt schrieb er ein Buch, das sogleich zum Beststeller wurde und Read zu einer Medienfigur werden ließ. Da er es mit der Wahrheit nie sonderlich genau nahm ist es wenig überraschend, dass es zahllose Geschichten und Anekdoten gibt, die Faktenlage jedoch wenig überschaubar ist.

Dies nutzte nun Andrew Dominik, der neben der Regie auch das Schreiben des Drehbuchs übernahm. Sein Film mischt munter Fakten mit Fiktion und konzentriert sich kaum darauf, ein typisches Biopic zu sein. Stattdessen malt Dominik mit groben Pinselstrichen, inszeniert Reads Leben episoden- und wechselhaft, ohne den Anspruch zu haben, vollständig oder gar korrekt zu erzählen. Somit bietet sein Werk nichts Wahrhaftiges, sondern lediglich Impressionen, wie einige Phasen in Reads Leben ausgesehen haben könnten. Dadurch bedingt sich ein uneinheitliches Ganzes, denn Dominik gestaltete die einzelnen Episoden gänzlich unterschiedlich. Die Knastszenen sind überaus kühl gehalten, die Beleuchtung ist spärlich oder äußerst kalt, die Kameraführung ruhig; die Szenen, die die Welt „draußen“ als Handlungsort nutzen, sind hektisch und bunt, insbesondere Lichtsetzung und Farbdramaturgie sind übersteigert, um den Kontrast zum Gefängnisleben darzustellen.

Auch inhaltlich bietet Chopper herbe Kontraste. Enorm gewöhnungsbedürftig ist die enorm trockene Komik, die zudem überaus schwarzhumorig gehalten ist und für einige Irritation sorgen dürfte. Gerade in den Szenen, die offenkundig brutal und nihilistisch sind, wirken die Stimmungen oder Handlungen des Protagonisten völlig anachronistisch: sticht jemand auf Read ein beginnt er zu lächeln, doch wenn niemand mit ihm redet gerät er in Rage und sucht Konfrontation.

Das ganz große Problem von Dominiks Film ist seine Haltung, denn diese findet kaum statt. Reads Taten, seine verschrobene Moral und seine Paranoia werden nicht reflektiert, stattdessen weidet sich das Script an den unzähligen Anekdoten, an Reads Selbstdarstellung und an dem, was die Medien der Welt über ihn schrieben. Das Problem dabei ist nicht, dass Wahrheit mit Fiktion vermischt wird, sondern wie: Dominik macht aus der Bestie einen Helden und seinen Film damit sehr ärgerlich.

Überaus großartig ist hingegen Hauptdarsteller Eric Bana, der eine der besten Leistungen seiner Karriere hinlegte und im Grunde in zwei Rollen beeindruckend agiert: als knapp 20-jähriger Jungpsychopath wie auch als verbrauchter, mit einem Bierbauch ausgestatteten Mann mit irrer Mordlust in den Augen. Banas Spiel ist derart beängstigend ambivalent, dass Chopper einiges Potenzial gehabt hätte, wenn Dominiks Drehbuch ähnlich ausgefallen wäre. Stattdessen ist sein Werk grob auf das vermeintliche Prädikat „Kult“ gebürstet, was angesichts der bedenklichen Heroisierung überhaupt nicht funktioniert.

Bild- und Tonqualität der DVD sind solide, ohne zu glänzen. Die Extras sind vom Umfang her gut und bieten inhaltlich solide Kost, schöpfen das Potenzial des Protagonisten jedoch nicht aus.


by Tom Schünemann
Bilder © Eurovideo