Chicago Joe und das Showgirl - DVD

DVD Start: 07.12.2012
FSK: ab 16 - Laufzeit: 107 min

Chicago Joe und das Showgirl DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Eine Art Meta-Noir lieferte Bernard Rose mit diesem Amour-Fou-Thriller ab, in dem der junge Kiefer Sutherland als amerikanischer GI auf Abwegen brilliert. Basierend auf einer wahren Geschichte, taucht er als Deserteur im London des Jahres 1944 in der Schwarzmarkt-Szene unter, wo ihn das Showgirl Georgina zu immer neuen Verbrechen anstiftet. Sie zeigt sich fasziniert vom damaligen Noir- und Gangsterkino aus den USA und sorgt mit ihren Gewaltphantasien schließlich dafür, dass das Verbrecherpärchen in die Katastrophe schlittert.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Englisch (Dolby Digital 2.0)
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Booklet, Originaltrailer, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial

DVD und Blu-ray | Chicago Joe und das Showgirl

DVD
Chicago Joe und das Showgirl Chicago Joe und das Showgirl
DVD Start:
07.12.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 107 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Chicago Joe und das Showgirl

DVD Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 6/10


“Chicago Joe und das Showgirl” ist nicht nur ein weiterer Krimi, der sich der Elemente des Film Noir bedient. Vielmehr behandelt er auch eine Zeitenwende und das Genre an sich. Eine Zeitenwende insofern, da er auf realen Geschehnissen beruht, die den modernen Serienkiller und die mediale Aufbereitung von dessen Taten vorwegnahm. Angesichts des Zweiten Weltkrieges verrohte die Gesellschaft zusehends und auch die „Qualität“ der Morde änderte sich. Vor allem wurden sie willkürlicher. Dabei hatte es Serienkiller schon zuvor gegeben, hier sei nur Jack the Ripper erwähnt. Aber hier in „Chicago Joe und das Showgirl“ liegen keine persönlichen Motive in Bezug auf das Opfer vor. Aber vor allem ist der Film eine Art Studie. Er bedient sich der Noir Elemente, um über diese Elemente zu berichten. So sind die beiden Protagonisten deutlich vom Film beeinflusst und wollen ihren Leinwandhelden im wahren Leben nacheifern. Ricky schwadroniert und gibt an, dass er eine Gang habe und mit Al Capone bekannt sei. Er plustert sich als Gangster auf, was er eigentlich nicht ist. Georgina hingegen erträumt sich ein Leben als Gangsterbraut. Gerade bei ihr wird die Meta-Ebene sehr deutlich, da sie Ricky immer mehr in das Verbrechen drängt. Und auch filmisch wird ihr Bestreben deutlich gemacht, indem sich hier die Kulissen ändern und sie Ricky als Gangster sieht, der Wagen ändert seine Form und sie trägt andere Klamotten. Der gesamte Metabezug wird schon dadurch deutlich gemacht, dass sich zu Beginn mehrere Vorhänge öffnen und der Titel sowie die Namenszüge im alten Design erscheinen. Das ergibt nicht nur das passende Kolorit, so dass der Film wie aus den 1940ern wirkt, sondern eröffnet die verschiedenen Ebenen. Da passen filmische Zitate natürlich dazu. Emily Lloyd raucht in einer Szene wie Barbara Stanwyck und zitiert Filme. Als beide Charaktere im Kino sind, sehen sie einen Noir Film par excellence: „Eine Frau ohne Gewissen“ von Billy Wilder. Und auch das Ende ist ein Zitat (wieder aus einem Wilder Film: „Sunset Boulevard“). All dieses macht den Film interessant und dürfte jedem Cineasten dankbaren Stoff liefern. Leider ist der Film nicht sonderlich spannend und die Entwicklung der Charaktere ist etwas zu offensichtlich. Er entwickelt einfach keine emotionale Wucht wie etwa „Bonnie und Clyde“ oder „Natural Born Killers“. Natürlich wirkt er in der Rückschau, er stammt aus dem Jahre 1989, zudem etwas altbacken. Aber das Spiel mit erfundenen Identitäten, die geschaffen werden, um das eigene Leben spannender zu gestalten und vor dem eigentlichen Ich fliehen zu können, ist sehr gelungen. Und es gibt einige sehr gute Szenen. Die deutlichen Studiobauten sind zwar gewollt, stören aber doch deutlich, da es eine empathische Beteiligung des Zuschauers erschwert. Nicht nur die Charaktere, sondern auch die Filmemacher verstricken sich etwas zu sehr im Stil. Auch ist die durch den Krieg verrohte Welt, die einen Mord einfacher zu begehen lässt, nicht deutlich genug gemacht worden. Durch das artifizielle wirken manche Szenen etwas zu steril, aber als eine Studie und ein Metakommentar für Cineasten ist der Film sehr gelungen.

Der Ton ist gut und auch das Bild. Nur gegen Ende springt es ein bisschen. Wie bei der Film Noir Reihe oft zu finden, sind die Extras spärlich. Auf der Scheibe gibt es nur eine Bildergalerie, aber dafür ein sehr gutes, weil äußerst informatives, Booklet. Dieses behandelt auch die schwierigen Produktionsbedingungen und die Hintergründe des wahren Geschehens auf denen der Film basiert.

Ein Noir Film über den Noir Film, der sich etwas zu sehr im Stil verstrickt und die emotionale Beteiligung des Zuschauers darüber vergisst. Einige sehr gute Szenen und die vielen Zitate machen den Film recht interessant, aber leider, von einigen Ausnahmen abgesehen, nicht sonderlich spannend.

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by Jons Marek Schiemann
Bilder © Koch Media Home Entertainment