Che - Guerrilla - DVD

FSK: ab 12 - Laufzeit: 247 min

Che - Guerrilla DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray zum Film

DVD Details

Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Spanisch(Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
CHE 1: Revolución + CHE 2: Guerrilla

Making of

Interviews mit Steven Soderbergh, Benicio Del Toro, Demián Bichir

Video on demand -

DVD und Blu-ray | Che - Guerrilla

DVD
Alvin und die Chipmunk Alvin und die Chipmunk
DVD Start:

FSK: 0
Brad Pitt Collection Brad Pitt Collection
DVD Start:
05.08.2010
FSK: 16 - Laufzeit: 419 min.
Free Willy Collection Free Willy Collection
DVD Start:
09.07.2010
FSK: 6 - Laufzeit: 381 min.
Die Hölle von Henri-Georges Clouzot Die Hölle von Henri-Georges Clouzot
DVD Start:
15.07.2010
FSK: 16 - Laufzeit: 95 min.
John Cale & Band - Live at Rockpalast John Cale & Band - Live at Rockpalast
DVD Start:
30.04.2010
FSK: 0 - Laufzeit: 161 min.

zur DVD Kritik
Cocain Cowboys 3 - How to Make Money Selling Drugs Cocain Cowboys 3 - How to Make Money Selling Drugs
DVD Start:
24.09.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 89 min.
Sadhu - Auf der Suche nach der Wahrheit Sadhu - Auf der Suche nach der Wahrheit
DVD Start:
31.01.2014
FSK: 6 - Laufzeit: 87 min.
Die sagenhaften Vier Die sagenhaften Vier
DVD Start:
27.09.2019
FSK: 0 - Laufzeit: 92 min.
Blu-ray
Alvin und die Chipmunk Alvin und die Chipmunk
Blu-ray Start:

FSK: 0
Cocain Cowboys 3 - How to Make Money Selling Drugs Cocain Cowboys 3 - How to Make Money Selling Drugs
Blu-ray Start:
24.09.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 95 min.
Hatchet I-III Hatchet I-III
Blu-ray Start:
10.11.2016
FSK: 18 - Laufzeit: 242 min.

DVD Kritik - Che - Guerrilla

1956 setzt der junge Ernesto „Che“ Guevara (Benicio Del Toro) zusammen mit Fidel Castro (Demián Bichir) und weiteren Rebellen nach Kuba über, um Batistas Militärdiktatur zu stürzen. Angetrieben von dem Wissen um die Armut der kubanischen Bevölkerung beginnen sie einen jahrelangen Guerillakrieg, in dem Che Karriere macht und zu einer Ikone wird.
Nach der erfolgreichen Revolution setzt er sich, inzwischen kubanischer Minister, ab, um die Revolution zu exportieren. Er unterstützt dazu einige kämpfende Gruppen in Bolivien, die ebenfalls gegen eine Militärdiktatur, nämlich die von Barrientos (Joaquim de Almeida), kämpfen. Allerdings wollen die USA nicht noch einen sozialistischen Umsturz auf amerikanischen Boden hinnehmen und bilden ihrerseits die bolivianische Armee aus.

Kaum ein Gesicht ist so bekannt, wie jenes von Ernesto „Che“ Guevara. Doch fast genauso unbekannt ist gleichzeitig die eigentliche Geschichte hinter der Ikone, die mittlerweile längst gesellschaftsfähig geworden ist. Regisseur Steven Soderbergh („Ocean’s Eleven“ – „Thirteen“) hat sich vorgenommen, basierend auf den Tagebüchern des Revolutionärs, diese Geschichte zu erzählen. Dabei schildert er mit dem Kampf um Kuba und dem um Bolivien nur zwei der zahlreichen Episoden in Ches Leben. Seine Jugend und sein Werdegang vor der kubanischen Revolution ist nicht Thema des Films, auch seine Zeit zwischen Kuba und Bolivien, nämlich im Kongo, wird nur angedeutet. Dennoch hat Soderbergh ein sattes, vierstündiges Epos geschaffen, das in vielen Punkten sehr überzeugend ist, allerdings auch an einigen Stellen kränkelt. Der Einstieg in das Mammutwerk fällt etwas schwer, da bereits in den ersten zehn Minuten verschiedene Handlungsstränge erzählt werden. Hat man sich jedoch erst einmal eingewöhnt, verliert sich der Faden nicht mehr so schnell, trotz vieler Schauplatzwechsel und zahlreicher Personen. Dabei ist es zwar nicht notwendig, aber in jedem Falle hilfreich, wenn ein gewisses Grundwissen über Che oder die Guerillakriege in Kuba und Bolivien vorhanden sind. So oder so ist das Biopic kein Popcornkino, sondern fordert den Zuschauer Konzentration ab. Dabei wird der Film trotz Langatmigkeit nie langweilig – ein Interesse an der Thematik jedoch vorausgesetzt. Auch wenn viel geschossen wird, steht weniger die Action im Vordergrund, auch, wie man vielleicht erwarten könnte, wird der Film oft nicht von Ches Charakter getragen, sondern viel mehr von der Atmosphäre des Dschungelkampfes. Hier liegt wohl auch seine größte Schwierigkeit, über den eigentlichen Che erfährt man recht wenig. An einigen Szenen wird seine Strenge als militärischer Führer, an anderen seine Milde als sozialer Arzt gezeigt. Über diese Gegensätze hinaus bleibt die Figur leider wenig beleuchtet, insbesondere seine Gedanken und Theorien hätten stärker einfließen müssen. Hierzu gibt es nur wenige Einspielungen aus dem Off, die nur an der Oberfläche kratzen. Es wäre weit mehr Tiefgründigkeit und Erörterung der Person Guevara möglich gewesen, das ist sehr schade, denn die Grundlagen dafür hätte der Film gehabt, insbesondere schauspielerisch leistet Ches Darsteller Del Toro einiges. Auch die anderen Rollen sind absolut überzeugend besetzt, sowohl optisch als auch spielerisch. Dabei müssen auch die sehr guten Kostüme und die sehr gute Kulisse erwähnt werden. Somit bietet Oscar-Preisträger Soderbergh einen spannenden und hochinteressanten Einblick in das Leben der Guerilleros, bleibt dem Anspruch des Films aber einiges schuldig.

Ein Manko in der deutschen Fassung ist die Synchronisierung. Dialoge klingen einfach zu steril, als wären sie frisch aus dem Tonstudio aufgenommen. Dadurch geht insbesondere anfangs viel Atmosphäre verloren. Auch passen nicht alle Synchronsprecher zu den Originalschauspielern, wer spanisch versteht sollte sich den Film daher lieber im Original angucken. Davon abgesehen ist der Ton exzellent, insbesondere während der zahlreichen Schusswechsel. Das Bild weist manchmal ein leichtes Flimmern auf, fängt ansonsten aber sehr gut die Dschungelumgebung und Lichteffekte ein.

Als Bonusmaterial bietet „Che“ insgesamt rund dreißig Minuten Interviews mit Regisseur Soderbergh, Che-Darsteller Del Toro und Castro-Darsteller Bichir. Dazu kommt ein knapp zwanzigminütiges Making-Of und der Kinotrailer. Eine Kommentarfunktion fehlt. Während die Interviews sehr gut gemacht und interessant sind, ist das Making Of leider nur ein Zusammenschnitt der Interviews mit einigen Filmszenen und damit eigentlich überflüssig. Somit können die Extras nicht ganz überzeugen, insbesondere die Person Che hätte gut als Stoff für mehr dienen können.

Fazit
„Che“ ist ein gemächlicher Film, in dessen Ruhe viel Kraft liegt. Ein Grundinteresse für die Thematik vorausgesetzt ist die DVD sehenswert. Allerdings darf man sich keine Illusionen machen, weder über erwartete Action oder hochgradige Spannung noch über einen intensiven Einblick in Ches geistiges Leben. Soderberghs Werk ist kein Mainstream – und grade deshalb einen Blick wert.

Hintergrund: Kubanische Revolution
1952 putschte Fulgencio Batista sich an die Macht in Kuba und richtete eine Diktatur ein. Bereits 1953 versuchte Fidel Castro, mit Gewalt gegen sein Regime vorzugehen, scheiterte dabei aber und musste ins Exil. Bis 1956 restrukturierte er seine Kräfte und setzte dann erneut nach Kuba über – mit an Bord: Ernesto „Che“ Guevara, den Castro im Exil kennen gelernt hatte. In Kuba bauten sie eine Guerillagruppe auf und kämpften drei Jahre lang gegen Batistas Regime, bis sie schließlich ganz Kuba unter ihrer Kontrolle hatten. Anders als man vielleicht vermutet, wurde diese Gruppe weniger von marxistischen, als mehr von nationalen Ideen getrieben, insbesondere der Liebe zum Vaterland.


by Bastian Gabrielli
Bilder © Universum Film