Charlie Chan Collection - Teil 3 - DVD

DVD Start: 19.02.2015
FSK: ab 12 - Laufzeit: 270 min

Charlie Chan Collection - Teil 3 DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Höchst prominente Unterstützung gibt es auch für „Charlie Chan in der Oper“ (1936), in dem Boris Karloff als ehemaliger Opernsänger unter Mordverdacht gerät. In „Charlie Chan bei den Olympischen Spielen“ (1937) verschlägt es Vater und Sohn gar bis nach Berlin, wo Chan einem gestohlenen experimentellen Flugleitsystem auf die Spur kommt. Im selben Jahr durfte Oland in „Charlie Chan am Broadway“ auch noch den Mord an einer berühmten Sängerin aufklären, bevor er für „Charlie Chan in Monte Carlo“ (1937) zum letzten Mal in seine wohl berühmteste Rolle schlüpfen durfte. Wir sagen: Danke sehr, vielmals!

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DVD Details

Medienanzahl: 4
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 1,33:1 (4:3 Vollbild)
Bonusmaterial:
Featurette „Charlie Chans Regisseur: H. Bruce Humberstone“
Featurette „Layne Tom, Jr.: Die Abenteuer von Charlie Chan, jr.“
Featurette „Die Welt des Charlie Chan“
Featurette „Die Aphorismen des Charlie Chan“
Featurette „Gesucht: Charlie Chan – Die letzten Tage des Warner Oland“
Bildergalerien mit seltenen Artworks

DVD und Blu-ray | Charlie Chan Collection - Teil 3

DVD
Charlie Chan Collection - Teil 3 Charlie Chan Collection - Teil 3
DVD Start:
19.02.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 270 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Charlie Chan Collection - Teil 3

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 5/10
Extras: | 9/10
Gesamt: | 8/10


Höfliche Mörderjagd - In den 1930er Jahren gab es in den amerikanischen Kinos recht viele Filmreihen. Oft liefen sie im Vorprogramm anderer Filme, wie etwa die Kurzwestern die hierzulande unter „Western von Gestern“ bekannt geworden sind oder die Episoden von dem „Lone Ranger“. Das Stichwort „Episode“ trifft es ganz gut. Damals gab es natürlich noch kein Fernsehen und so sind viele Filme solcher Reihen eher wie eine abgeschlossene Geschichte konzipiert, oder direkt als Fortsetzungen, wie man sie heutzutage aus dem Fernsehen kennt. Die erfolgreichen Charlie Chan Adaptionen gehören in diese Richtung. Selten hatten sie eine ganze Spielfilmlänge von 90 Minuten, sondern dauerten meist nur knapp über eine Stunde und liefen gerne auch in Double Features. Nichtsdestotrotz waren sie enorm erfolgreich. Und hatten ihren Einfluss, der nicht nur den Pulp- oder Trashbereich betraf. Charlie Chan, der auf einer Romanfigur fußt, ist ein chinesischstämmiger Detektiv aus Honolulu, der in der ganzen Welt ermittelt und ziemlich berühmt ist. Durch reine Logik, gezielte Fragen und fernöstliche Weisheit überführt er die jeweiligen Täter in den verschiedenen Bereichen. Dabei ist er chinesisch höflich und greift nicht zur Gewalt. Der Einfluss der klassischen englischen Kriminalliteratur ist dabei überaus deutlich. Etwa allein in der Hinsicht das am Ende einer Geschichte alle Personen zusammengerufen werden und die Deduktion aufgeschlüsselt und der Täter benannt wird. Was dann natürlich eine wundervolle Nostalgie erschafft. Nicht nur aufgrund des seinerseits großen Erfolgs hat die Reihe eine Collection verdient, sondern weil sie eben einfach gut ist. In dieser dritten Kollektion sind alle restlichen vier der insgesamt 16 Filme umfassenden Krimireihe enthalten, in denen Warner Oland zwischen 1931 und 1937 in der Rolle des chinesischstämmigen Detektivs aus Honolulu zu sehen war. Auch hier ist schön zu sehen wie sie das klassische Krimisujet des Who Dunnit auf amerikanischen Boden holten. Ein wesentlicher Grund für den Erfolg war die Tatsache, dass man mit der Figur auch um die Welt reisen konnte und so damals noch nicht oft gezeigte Locations dem Publikum näher gebracht worden waren. Und damit natürlich eine große Portion Exotik in die Kinosäle brachte. Zudem war die Serie witzig und das Rätselraten um den Mörder groß. Dabei wurden durchaus politische und kulturelle Hintergründe der damaligen Zeit in die Handlungen mit eingebettet worden. „Charlie Chan am Broadway“ hat als Extras eine Bildergalerie und ein Extra über „Die Welt des Charlie Chan“ mit den (geo)politischen und kulturellen Hintergründen der jeweiligen Filme. Zudem gab es ein Extra über „Die Aphorismen des Charlie Chans“ die damals sehr beliebt waren und dem Detektiv einen Hauch von Lächerlichkeit gaben. Was durchaus gewollt war, da das damalige amerikanische Publikum noch nicht bereit war für einen ausländischen Helden und er somit etwas abgemildert wurde, indem Klischees bedient worden waren. Wie auch in geringerem Maße bei Peter Lorre als dem japanischen Ermittler „Mr. Moto“. Deutlich wird das bei einem der besten Filme der Reihe „Charlie Chan in der Oper“ in dem ein Leutnant der Polizei offen rassistisch ist, aber angesichts seiner Erfahrungen mit Chan dann seine Meinung revidiert. Diese Episode ist auch insofern bemerkenswert, da sie viele Elemente des Gothic Horror verwendet, was kein Wunder ist da der Ko-Star niemand geringeres als Boris Karloff ist, der hier wie das „Phantom der Oper“ agiert und selber mal einen deutlichen Hinweis auf seine legendäre Frankenstein-Rolle gibt. Da wird schön mit dem Image des Darstellers gespielt und der Film ist für die Entstehungszeit erstaunlich referentiell. Überraschend ist auch der Film „Charlie Chan bei den Olympischen Spielen“. Man erinnere sich: Ende der 1930er fanden die Spiele in Berlin statt, welches natürlich schon von den Nazis für ihre Propaganda ausgenutzt worden ist. In diesem Film werden die Nazis aber zu keinem Zeitpunkt erwähnt. Es ist zwar eine Spionagegeschichte, aber wessen Nation der Schurke angehört ist offen und die deutsche Polizei unterstützt tatkräftig den chinesischen Detektiv. Nicht ohne eine Parodie auf das militärisch preußische Gehabe der Deutschen abzugeben. Einzig bei den eingebetteten Archivaufnahmen von den Spielen sieht man dann mal das Hakenkreuz und den „Führergruß“, aber offen tritt das alles nicht zu Tage. Aber das verleiht aus heutiger Sicht diesen Teil mit einem spannungsreichen Flair. „Charlie Chan in Monte Carlo“ war dann der letzte Film von Warner Oland, der hier sehr humoristisch auftritt und die Handlung ist pointenreich und verschachtelt. Auch wenn hier der Zuschauer oft mehr weiß als die Polizisten wird er geschickt auf eine falsche Fährte gelenkt. Ironischerweise lauten Chans letzte Worte in dem Film „Goodbye“. Wenn man bedenkt, dass es Olands letzter Film war eine wehmütig stimmende Geste. Bei den Dreharbeiten zu dem nächsten Chan-Film verschwand der starke Alkoholiker Oland einfach vom Set, reiste nach Schweden, seiner Heimat, und verstarb dort. Die Serie wurde mäßig erfolgreich mit Stanley Tobler in der Hauptrolle fortgesetzt, der darstellerisch aber nie an Oland herankam. In einem Remake aus den 1980ern schlüpfte übrigens Peter Ustinov in die Rolle. Aber Oland ist der einzig wahre Charlie Chan, der hier wieder entdeckt werden kann.

Die Extras sind hervorragend ausgefallen. Vor allem weil sie in der Retrospektive nicht nur die übliche Lobhudelei abspielen, sondern auch eine kritische Distanz besitzen. Neben den oben erwähnten gibt es noch ein Portrait des heutzutage völlig vergessenen Regisseurs H. Bruce Humberstone, welches mit Anekdoten reizt, das ernüchternde Portrait über den damaligen Rassismus und der gescheiterten Karriere eines der Darsteller von Chans Söhnen, weitere Bildergalerien und vor allem ein hoch interessantes Porträt von Warner Oland, das auch die Schattenseiten zeigt und sein tragisches Ende näher beleuchtet. Offenbar ist das Bild restauriert worden und weist kaum Mängel auf. Allerdings hätte man den Ton auch etwas bearbeiten sollen, denn dieser knackt bisweilen ziemlich stark.

Nicht nur für Nostalgiker interessant. Denn die Fälle sind verschachtelt, das Flair angenehm und der Witz und Charme sind immer noch vorhanden. Auch die Extras sind bemerkenswert gut ausgefallen.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Koch Media