California (Edition Western-Legenden #41) - DVD

DVD Start: 08.09.2016
FSK: ab 16 - Laufzeit: 94 min

California (Edition Western-Legenden #41) DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Die Zeiten könnten gar nicht besser sein für alle Glücksritter, die es nach Westen zieht: Die Sonne im Nacken, die Freiheit voraus und den ewigen Traum vom Gold im Kopf. Auch Lily Bishop (Barbara Stanwyck), Michael Fabian (Barry Fitzgerald) und Johnny Trumbo (Ray Milland) erliegen den Verlockungen des neu aufblühenden Staates Kalifornien. Vor allem Lily schafft es mit ihrem Salon schnell nach oben, doch muss auch sie genau wie Michael und Johnny eine harte Lektion lernen: Kein Glück ist leicht verdient. Schon gar nicht, wenn man den Plänen einflussreicher Männer für die Zukunft eines ganzen Landes im Weg steht.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Englisch (Dolby Digital 2.0)
Bildformat: 1,37:1 (4:3 Vollbild)
Bonusmaterial:
Booklet, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial, Trailer

DVD und Blu-ray | California (Edition Western-Legenden #41)

DVD
California (Edition Western-Legenden #41) California (Edition Western-Legenden #41)
DVD Start:
08.09.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 94 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
California (Edition Western-Legenden #41) California (Edition Western-Legenden #41)
Blu-ray Start:
08.09.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 98 min.

DVD Kritik - California (Edition Western-Legenden #41)

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


Gleich am Anfang leuchtet das warm getönte Technicolor. Die schmelzende Sonne gießt ihre Röte über den Horizont. Und wenn sie müde ist, ins Bett gehen tut sie – das kurze Innehalten – natürlich im Westen. Mit alten Genreklassikern gleitet man voller Freude in das Unausweichliche hinein.

California (Edition Western-Legenden #41) Szenenbild Der Regisseur John Farrow, der dazu noch als Schriftsteller und Drehbuchautor tätig war, drehte im Laufe seiner ziemlich erfolgreichen Karriere für wechselnde Studios genremäßig Vermischtes. 1947 ist Western das populärste Genre des Hollywood-Kinos und hat nach wie vor Luft. Das amerikanische Urthema ist noch nicht an sich verzweifelt und lässt zu der Zeit eine ziemliche Verbrämung mit biblischen Unterbau stets von neuem erzählen. So ist der Weg nach Kalifornien in Farrows gleichnamigem Film eine Wüstenwanderung ins gelobte Land mit Johnny Trumbo als Treckführer. Harte Schale, weicher Kern, Armeedeserteur und eigentlich kein Typ für diesen Job, gespielt von Ray Milland – ihn kennen die meisten heute aus Hitchcocks Bei Anruf Mord. Kalifornien ist nicht bloß ein Stück Prärie somewhere in America, sondern der Westen schlechthin, der ultimative Schauplatz einer nationalmythologischen Abhandlung, zumal es zu der erzählten Zeit noch nicht als Bundesstaat in die Union (so hießen sie Staaten damals) eingegliedert ist. Kalifornien oder Nichts!

Man ist also auf dem Weg dahin, von der Sonne gegrillte Gesichter. Doch die Reise läuft nicht wie geplant, Gold wird entdeckt – come get it! Die Nachricht verbreitet sich mit der Geschwindigkeit einer Montagesequenz. Ein Barbier lässt den eingeseiften Kunden sitzen, ein Bauer lässt den Pflug in der Furche liegen, alles läuft mit unheilvoll glänzenden Augen in eine Richtung. Es müsste eine schlimme Zeit gewesen sein, geprägt von dem sozial-darwinistischen Überlebenskampf, der hier wie sonst genretypisch in arg simplen Aufstellungen inszeniert wird. Die Pflichtschlägerei im Saloon als der Wilde Westen im Kondenszustand.

Barbary Stanwyck – sie ist damals eine der zentralen Charakterdarstellerinnen Hollywoods – spielt Lily Bishop, die natürlich auch nach Kalifornien will. Eine Kartenspielerin, stolze Frau, die mit Engelsstimme über Liebe singt, zahm in ihrem Inneren. Lily feuert Trumbo an, aber nur als Täuschungsmanöver, weist ihn dann vergnüglich ab, streut ihm Salz auf alte Wunden, kriegt eine Ohrfeige und streichelt sich verträumt über die Wange. California (Edition Western-Legenden #41) SzenenbildWie die beiden hier in ihr eigenes Unausweichliches hineingleiten. Lily gehört nicht zu der Welt der puritanischen Frauen, die speckige Haare unter den Hauben an ihren Köpfen kleben haben. Auf der absorbierenden Oberfläche Stanwycks knallroter Lippen wird der Hochglanz amerikanischer Traumfabrik auch schon vorweggenommen, die hier, in Kalifornien, später Sehnsüchte auf Zelluloid bannen wird. Lily/Stanwyck wird also in kurzer Zeit von einer Zurückgestoßenen zur Saloonbesitzerin – „Frontiererlebnis“ allein dank eigener Fähigkeiten.

Wohlgemerkt hat es die schöne Frau inzwischen auf die Seite des Bösen in Person von Captain Coffin verschlagen. Die Totenkiste. Mörder und Ausbeuter mit Alleinherrscher-Anspruch spielt die ihm in der Kindheit erteilte Prügel in dem goldfiebernden Kalifornien im Großen nach. In Western haben nun wirklich alle Figuren irgendetwas am Stecken – ein Teufelskreis aus Befreiung und Zwangswiederholung. Coffins Latino-Äußeres wird als Ergänzung mit ein wenig diabolisch-blasphemischen Zügen gepfeffert – er lagert die Waffen nämlich in der eigenen Hauskapelle. Immer wieder interessant, wie sich das Hollywood-Amerika im realpolitischen Zeitverlauf ihre Schurken fantasiert. Passend dazu und nicht unwitzig verzichtet California auf staubige Landschaftspanoramen zugunsten Hacienda-Innenaufnahmen mit Zorro-Touch. Die Ureinwohner sieht man übrigens nur kurz am Anfang und da bloß als Element der restlichen Sperrholzkulisse. Kleine Jungs, die mit echten Flinten imaginierte Indianer bekämpfen wollen, üben für den Krieg, der bereits vollzogen ist. Der eigentliche Konflikt ist nach innen gerückt – wird Kalifornien zum Teil eines jungen Staates oder bleibt es weiterhin unabhängiges Outlaw-Gebiet. Rückblickend gewinnt der filmische Wahlkampf zwischen dem absolut Bösen und dem realpolitisch Schwachen eine weitere Dimension. Das letzte gewinnt, auch wenn die Debatte im Versammlungssaal mit Nackenschlägen und Pistolenschüssen endet. California (Edition Western-Legenden #41) SzenenbildWestern als Genre der amerikanischen Gründungserzählung bewegte sich immer auf der Zwischenspur mit politischer Legalität zu seiner Rechten und der zu erhaltenden anarchischen Freiheit zu seiner Linken, während Helden und Schurken nach- und aneinander Selbstjustiz vollstreckten mit der immer selben Unterarm-Pendelbewegung. Auf dem romantischen Erzählstrang herrscht in gleicher Weise das Reiz-Reaktion-Schema: Stanwyck und Milland lassen sich voneinander und den anderen auspeitschen, um sich im nächsten Zug zu rächen oder sich gegenseitig und abwechselnd Sorgen zu machen. Zwei Retro-Kurzschluss-Küsse als Belohnung. Erst die Pflicht, dann die Paarbildung.

Bild und Ton
Die digitally remastered DVD-Edition zeigt bei schnellen Bewegungen (Pferderennen etwa) ein sichtbares Ruckeln, welches wiederum beinahe wie eine Ästhetik für sich angesehen werden kann. Die herrlich satte Farbfotografie gleicht es jedenfalls aus. In der deutschen Synchronfassung wird zwar Deutsch gesprochen, aber Englisch gesungen. Im Ganzen aber selbst auf dem Laptop abgespielt ein großes Kino.

Extras
Wie man es von der Kochmedia Western-DVD-Reihe kennt: ein Essay im kleinen Begleitheft, Bildergalerie mit originalem Werbematerial ansehbar samt dem obligatorischen Trailer. Bescheiden, aber immerhin etwas.


Fazit:
Jeder, der mit Krawallfilmen der letzten Jahrzehnte aufgewachsen ist, wird an California vieles zu schätzen wissen: schrottige Dialoge, das gedämpft klingende Aufs-Maul-Hauen und die Kinoleichen, die in der Westernhitze von den Pferden wie reifes Obst fallen. All das steckt von heute aus gesehen voller Komik. Ernsthaft ans Herz zu legen.

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by Olga Baruk
Bilder © Koch Media