Born to be Blue - DVD

DVD Start: 20.10.2017
FSK: ab 12 - Laufzeit: 93 min

Born to be Blue DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

BORN TO BE BLUE erzählt von einem Wendepunkt im Leben des legendären Jazz-Trompeters Chet Baker (Ethan Hawke). Nach einem kometenhaften Aufstieg in den 1950er Jahren, gefeiert als der „James Dean of Jazz“ und „King of Cool“, war Baker schon zehn Jahre später am Ende. Zerrissen von seinen inneren Dämonen und den Exzessen des Musikerlebens, begegnet er einer Frau (Carmen Ejogo), mit der wieder alles möglich scheint. Angefeuert von seiner neuen Leidenschaft und ihrem bedingungslosen Glauben an ihn, kämpft sich Baker wieder zurück und erschafft so einige der unvergesslichsten Musikaufnahmen seiner Karriere.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 1
Vertrieb: Alive / Alamode
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Interviews
- Trailer
- Wendecover

DVD und Blu-ray | Born to be Blue

DVD
Born to be Blue Born to be Blue
DVD Start:
20.10.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 93 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Born to be Blue Born to be Blue
Blu-ray Start:
20.10.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 97 min.

DVD Kritik - Born to be Blue

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 7/10
Ton: | 9/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 7/10


Viele Musiker-Biopics erzählen den rasanten Aufstieg eines Stars und meistens in der 2. Hälfte den Absturz, der oft vom exzessiven Drogenkonsum begleitet ist. Born to be blue hingegen fokussiert sich auf das Comeback des am Boden liegenden Jazz-Trompeters Chet Baker. Herausgekommen ist ein atmosphärisches Werk, das für dessen Genre mit gut 1,5 Stunden eine recht geringe Lauflänge besitzt und mit großartigen Darstellern auftrumpfen kann.

Ethan Hawke ist Chet Baker
Ethan Hawke ist Chet Baker © Alamode Film
Während Chet Baker (Ethan Hawke) in den 50er Jahren zum „King of Cool“ avancierte, war Baker bereits in den 60er am Ende. Zudem verlor er nach einem gewalttätigen Angriff fast sämtliche Vorderzähne, die für einen Trompeter so wichtig sind wie die Hände für einen Pianisten. Doch mit Hilfe seiner neuen Freundin Jane möchte er es schaffen clean zu bleiben und ein Comeback auf die große Bühne zu wagen. Zunächst einmal sei gesagt, dass hier die DVD und nicht die Blu-ray als Rezensionsexemplar vorlag. Die Bildqualität ist dementsprechend, was Sättigung und Schärfe angeht, etwas schwächer, jedoch mehr als akzeptabel. Der Ton ist hervorragend und die Jazz-Töne entfalten ihren Klang auf einer äußerst angenehmen Art und Weise. Bei den Extras gibt es lediglich den Trailer sowie einen 7-minütigen Zusammenschnitt von Interviews mit den Darstellern und dem Regisseur.

Jane (Carmen Ejogo)
Jane (Carmen Ejogo) © Alamode Film
Born to be blue ist kein Meisterwerk unter den Biopics und hält mit Filmen wie Ray oder La vie en rose nicht mit. Dafür bietet er handlungstechnisch zu wenig und geht selten in die Tiefe. Dennoch ist der Film mehr als sehenswert. Zu aller erst muss man die Darstellerleistungen loben, allen voran, die von Ethan Hawke und Carmen Ejogo. Chet Baker wird hier überragend von Hawke verkörpert. Dass der 4-fach Oscarnominierte Schauspieler und Drehbuchautor hier nicht selber Trompete spielt, merkt man zu keinem einzigen Moment. Ethan Hawke schafft es, dass man als Zuschauer Empathie für seine Figur empfindet. Man beginnt nachzuvollziehen, weswegen ihm Musik so wichtig ist. Mit einer Leichtigkeit spielt er hier ganz groß auf und zeigt seine vermutlich beste Performance in diesem Jahrzehnt abgesehen von seiner unglaublichen Leistung in Boyhood. Auch das Zusammenspiel mit Carmen Ejogo ist inspirierend und herzerwärmend. Ethan Hawke versteht es wie kein anderer mit weiblichen Darstellern gut zu harmonieren, bestes Beispiel hierfür ist die „Before“-Trilogie von Richard Linklater. Die Chemie zwischen den beiden Darstellern ist magisch und nüchtern realistisch zugleich. Realistisch ist auch der Look des Films.

Jazz-Trompeter Chet Baker
Jazz-Trompeter Chet Baker © Alamode Film
Optisch gibt es hier keine Experimente was das Szenenbild oder die Kamera- und Tonarbeit angeht. Der Streifen ist in dieser Hinsicht sehr klar und geradlinig, erschafft jedoch gerade wegen dem recht authentischen Look eine schöne Atmosphäre, die einen in die 60er Jahre versetzt, weswegen man sich hier nie langweilt. Es gibt viele Dialoge zwischen Jane und Chet, die nicht handlungsfördernd sind und allgemein passiert handlungstechnisch nicht übermäßig viel. Dennoch blickt man gebannt auf den Bildschirm und verfolgt die Comeback-Geschichte des Chet Bakers interessiert. Man muss kein großer Jazz-Fan sein, um sich diesen Film anzuschauen, da er auch wegen seiner Thematik Rückschläge zu verdauen und wieder aufzustehen für jedermann zugänglich und in seiner Erzählweise nicht sperrig ist. Positiv ist anzumerken, dass die Szenen in denen nur Trompete gespielt wird, die Handlung nicht aufhalten, sondern vielmehr fördern und stets als ein Schritt nach vorne zu interpretieren sind. Denn jedes schmerzfreie Blasen in das Instrument ist ein Erfolg für Chet Baker. Auch wenn es eine Comeback-Story ist, ist es kein wirklicher Feel-Good-Streifen, der einen persönlich evtl. motivieren könnte. Dafür ist er an vielen Stellen von der Stimmung her zu trist und geht an diversen Stellen an die Nieren.


Fazit:
Born to be blue ist kein Film, der einen emotional komplett umhaut und vom Hocker reißt. Dafür ist er dann an vielen Stellen zu ruhig und zurückhaltend und erzählt zu wenig. Nichtsdestotrotz bleibt das Drama mehr als sehenswert. Ethan Hawke, Carmen Ejogo und auch der restliche Cast überzeugen auf ganzer Linie. Insbesondere Hawke glänzt als Chet Baker. Regisseur Robert Budreau hat es geschafft einen kurzweiligen und atmosphärischen Streifen zu kreieren mit tollen Figuren und einer bodenständig erzählten Story. Unter dem Strich ist Born to be blue einfach ein guter Film.

by Morteza Wakilian
Bilder © Alive / Alamode