Borgman - DVD

DVD Start: 17.02.2015
FSK: ab 16 - Laufzeit: 109 min

Borgman DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Auf der Flucht vor einer Gruppe brutaler Männer sucht der geheimnisvolle Landstreicher Borgman Unterschlupf bei der wohlhabenden Familie van Schendel. Vom Familienvater Richard zunächst verjagt, kehrt Borgman zurück und verzieht sich heimlich ins Gartenhaus des Anwesens. Richards Ehefrau Marina bietet dem Fremden unkompliziert Hilfe an und ein warmes Bad. Marina fühlt sich zunehmend von ihm angezogen und will nicht zulassen, dass er die Familie wieder verlässt. Kurz darauf verschwindet der Gärtner auf mysteriöse Weise, Borgman schleicht sich mit neuer Identität in die Mitte der Familie und nistet sich ein. Nun geraten auch die Kinder in seinen perfiden Bann, eine kaltblütige Manipulation beginnt. BORGMAN ist ein dunkler Thriller über die schlichtweg unheimliche Verführung durch das unscheinbare Böse.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 7.1 Master Audio (Deutsch)
Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Niederländisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Originaltrailer, Deleted Scenes, Trailershow

DVD und Blu-ray | Borgman

DVD
Borgman Borgman
DVD Start:
17.02.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 109 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Borgman Borgman
Blu-ray Start:
17.02.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 113 min.

DVD Kritik - Borgman

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 8/10


Mittelschicht am Abgrund - Nach Jahren der mehr oder weniger internationalen Abstinenz des holländischen Kinos auf dem weltweiten Markt, hat sich unser Nachbar letztes Jahr fulminant mit „Borgman“ zurückgemeldet. Nach vierzig Jahren nahm ein niederländischer Film an den Festspielen in Cannes teil und war sogar für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert. Dabei ist dieser Thriller recht schwer zu greifen. Manche mögen jetzt schon verwundert aufschreien und sich fragen „Ein Thriller? So ein Film hatte doch selten eine Chance bei den Oscars und auf Festivals.“ Richtig. Genrefilme, abgesehen von Dramen, haben es meist schwer, da sie zu oft in Klischees waten, um wirklich preisverdächtig sein zu können. Jedenfalls wenn man die Maßstäbe des anspruchsvollen Kinos anlegt. Doch „Borgman“ erfüllt diese Kriterien. Ja, er ist ein Thriller in der sich ein Mann und seine Freunde zusehends in das Leben einer Familie einnisten und auch vor Mord nicht zurückschrecken. Doch ist nicht nur die Erzählweise anders. Schon von den ersten Einstellungen an ist man gepackt und man fragt sich, was hinter dem Gezeigten stecken möge. Spätestens wenn ein katholischer Priester nach dem Abendmahl ein Gewehr zur Hand nimmt und auf Menschenjagd geht, ist man gebannt und in den Sog der Erzählung geraten. Was das alles sollte, wird nicht erklärt, wie alles andere hier auch nicht, aber man weiß von vornherein, das der Obdachlose Borgman wohl nicht so harmlos ist, wie er manchmal scheinen mag. Es geht zunächst konventionell weiter und man meint zu ahnen, was kommt. Dann kommt eine recht heftige Szene, die einen in diesem Stadium überrascht, die sich aber als Traum entpuppt. Da kommt auch der erste Hinweis, dass die Schurken des Films mehr als Menschen sein könnten. Denn Borgman hockt über der Schlafenden wie der Dämon in Füsslis berühmten Bild „Der Nachtmahr“ von 1790. Später kommen zwei Hunde vor, die von Borgman direkt angesprochen werden und somit werden auch Assoziationen an Zerberus, den Höllenhund geweckt. Diese schon fast surrealen Momente vermögen den Zuschauer immer tiefer und tiefer in den psychischen Abgrund zu ziehen. Nach und nach ergeben sich neue Twists und die Hüllen der Gesellschaft werden abgestreift und es kommen die Obsessionen und die Grausamkeiten hinter der bürgerlichen Fassade zum Vorschein. Das erinnert manchmal an die Zeit des französischen Kinos als etwa Luis Bunuel die Oberschicht Frankreichs gnadenlos sezierte. Man ist versucht, die Landstreicher als Verkörperung der Angst des Mittelstands zu sehen, selber so weit abzurutschen, was meist das Motiv in deren Ablehnung ist, aber hier geht es offensichtlich um mehr. Worum wird nicht ganz klar. Die Kinder der Familie geraten in einen unheilvollen Einfluss und müssen auch kleinere operative Eingriffe über sich ergehen lassen, was einen sehr unbehaglich stimmt. „Borgman“ ist ein sehr spannender Film, eigenwillig und voller Andeutungen, der einen schnell in seinen Bann zieht, der aber stellenweise im naturalistisch gehaltenen Stil sehr surreal und damit wenig greifbar ist. Und umso faszinierender.

Sowohl der Ton als auch das Bild können überzeugen, wenngleich die Farben nicht sonderlich ausgeprägt sind, aber das ist wohl gewollt. Als Extras gibt es leider nur entfernte Szenen, die nicht einzeln anwählbar sind, den Trailer und eine Trailershow. Da hätte man sich doch noch mindestens ein Interview gewünscht, allein um einige Hinweise zu bekommen, das man mit einigen seiner Theorien über den Film nicht allzu falsch liegt.

Faszinierend und verstörend. Dieser Thriller lebt von vielen Andeutungen und Assoziationen, welche ihn auf eine geradezu mythische Ebene heben. Dabei ist er schwer greifbar, was das Unbehagen des Zuschauers noch erhöht.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment