Boiling Point (OmU) (Edition Asien) - DVD

DVD Start: 20.05.2011
FSK: ab 18 - Laufzeit: 99 min

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Inhalt

Masaki fristet ein träges Dasein zwischen seinem Job auf der Tankstelle und seiner immer verlierenden Baseballmannschaft. Als er und sein Trainer von der örtlichen Yakuza bedroht und verprügelt werden, reist er nach Okinawa, um dort Waffen zu kaufen und sich damit an den Yakuzas zu rächen. Auf dem Weg dorthin lernt er Uehara kennen, einen gewaltätigen und psychotischen Yakuza, der sich auf seinem ganz eigenen Weg der Rache befindet.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive AG
Tonformate:
Japanisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen

DVD und Blu-ray | Boiling Point (OmU) (Edition Asien)

DVD
Boiling Point (OmU) (Edition Asien) Boiling Point (OmU) (Edition Asien)
DVD Start:
20.05.2011
FSK: 18 - Laufzeit: 99 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Boiling Point (OmU) (Edition Asien)

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 5/10


Es brodelt
Der Filmtitel „Boiling Point“ trifft es wirklich gut. In jedem Charakter brodelt es und permanent droht ein Ausbruch, der fast schon zwangsläufig zur Gewalt führt. Ein zentrales Thema des Filmes sind Demütigungen. Wie lange nehmen die Charaktere diese hin, bevor sie sich wehren? Gerade aus diesen unmittelbar ausbrechenden Gewaltakten und der daraus resultierenden Unberechenbarkeit erwächst die Spannung des Filmes. So lächelt etwa ein Kneipenbesitzer immer verkrampfter während ein Gast seinen Laden schlecht macht. Als er auf Wunsch einen Aschenbecher holt, stellt er ihm den Gast aber nicht hin, sondern schlägt ihm unvermittelt damit in das Gesicht. Stellenweise gehen manche Szenen hart an die Grenze des Erträglichen, da sie teilweise recht alltagsnah sind. Wie etwa die Szene im Restaurant. Auch schon der Anfang beinhaltet eine pure Demütigung. Es ist erst sehr befremdlich oder merkwürdig, dass ausgerechnet Baseball gespielt wird. Andererseits erinnert diese Sportart schon an eine Demütigung, da sie nach dem Krieg von der Besatzungsmacht USA in Japan eingeführt worden ist. Für nationalistisch orientierte Personen eine Demütigung. Die individuelle Schmach der Hauptfigur eskaliert kurze Zeit später in Konflikt mit einem Yakuza, einem japanischen Gangster. Die Gangsterbanden der Yakuzas, oder noch besser: die Syndikate, haben sich auch erst 1945 gebildet, als nach dem verlorenen Krieg sich Handwerker und andere zu Gruppen zusammenschlossen, um sich Schutz zu geben und den Schwarzmarkt zu bilden. Auch diese so auf Ehre bedachten Gangster entstammen also aus einer, aus japanischer Sicht, Demütigung. Dabei geht es dem Meisterregisseur Takeshi Kitano gar nicht um Patriotismus, sondern vielmehr um die unterschiedlichsten Demütigungen und die daraus resultierenden Gewaltausbrüche. Das inszeniert er mit seinem schon fast typischen Stil. Mit langen Einstellungen, häufig in einer Totalen, sehr ruhig und bedächtig, zieht er manche Szene in die Länge und lässt den Zuschauer in die psychologische Spannung eintreten. Der permanent brodelnde Zorn schafft eine permanent bedrohliche Szenerie, die auch harmonische Orte schnell und unvermittelt einholen kann. Dabei haben manche Szenen durchaus einen sehr grimmigen Witz. Etwa wenn ein Yakuza seinen Finger abschneiden muss und er es nicht hinbekommt. Man hilft ihm, indem ein Holzblock auf das Messer geschlagen wird. Während der Gangster vor Schmerzen schreit, sieht man, dass auf dem Holzblock „Stoizismus“ steht. An manchen Stellen braucht der Zuschauer etwas Geduld. Denn leider ist der Film nicht sonderlich stringent erzählt und verliert manche Charaktere aus den Augen. Er ergibt kein ganz harmonisches Ganzes, so dass er sehr wie eine Fingerübung zu den Meisterwerken von Kitano wie „Hana Bi“, „Sonatine“, „Violent Cop“ und „Brother“ wirkt. An die kommt er aber leider nicht heran.

Der Ton und das Bild sind gut, aber nicht berauschend. Der Hinweis sei hier gegeben, dass der Film im Originalton veröffentlicht wird und nur deutsche Untertitel hat. Als Extras gibt es leider nur den Kinotrailer und eine Trailershow.

Obwohl „Boiling Point“ nicht an die Meisterwerke von Kitano heranreicht, hat er große Stärken und eine permanente Spannung aufgrund der plötzlich auftretenden Gewaltausbrüche. Aber für ein Meisterwerk ist der Film nicht geschlossen genug erzählt und verliert auch manche Charaktere aus den Augen.

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by Jons Marek Schiemann
Bilder © Alive AG