Blue Ruin - DVD

DVD Start: 14.04.2015
FSK: ab 16 - Laufzeit: 88 min

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Inhalt

Dwight ist ein Rumtreiber. Nachts bricht er in Häuser ein, deren Besitzer sich im Urlaub befinden, schläft öfter dort und benutzt die Bäder. Die meiste Zeit verbringt er jedoch in einem kaputten, rostigen Autowrack am Strand. Auch wenn es das Leben nicht ganz so gut mit dem Landstreicher meint, hat sich Dwight mit seiner Situation arrangiert – bis eines Tages die Polizistin Eddy bei ihm vorbei schaut. Die ist nicht etwa wegen der kleinkriminellen Vergehen Dwights gekommen, sondern will ihn beim Erhalt einer Nachricht begleiten: Der Mörder seiner Eltern, Wade Clelands, wird nach 20 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. Dwight packt der unwiderstehliche Drang, erduldetes Unrecht auszugleichen. Er macht sein Auto wieder fit und entfesselt eine Welle der Gewalt, die er bald nicht mehr unter Kontrolle hat...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment / Falcom Media
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (DTS)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailershow

Video on demand - Blue Ruin

DVD und Blu-ray | Blue Ruin

DVD
Blue Ruin Blue Ruin
DVD Start:
14.04.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 88 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Blue Ruin Blue Ruin
Blu-ray Start:
14.04.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 91 min.

DVD Kritik - Blue Ruin

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 5/10
Ton: | 5/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 7/10


Spirale der Gewalt - Gegenüber Independentproduktionen kann man insbesondere skeptisch sein, wenn sie ein Genrefilm sind. Dramas und psychologische Studien sind in dem Bereich das Kernstück und funktionieren auch ohne großes Budget. Aber bezüglich Genrefilme wie Horror, Science-Fiction und Thrillern ist man da aufgrund der Erfahrungen etwas geschädigt. Sicher, manche All-Time-Classics der jeweiligen Genres stammen aus dem Indie-Bereich, da man die mangelnden finanziellen Mittel durch Kreativität ausglich und sich mehr Innovationen zutraute als die etablierten Studios. Man muss sich durch eine Menge Schrott wühlen um die Perlen zu entdecken. Im Thriller-Bereich ist das sogar noch schwieriger, denn was kann schon ein Thriller haben, was nicht auch in einer großen Hollywoodproduktion enthalten ist? So kann man an den Film „Blue Ruin“ herangehen, der von zwei filmverrückten Freunden realisiert worden ist. Jeremy Saulnier begann als SFX Maskenbildner für Splatter Filme, wurde als Kameramann bekannt und realisierte hier seinen Film. Das ist alles sehr vielversprechend. Schließlich hat der Mann Erfahrung, weiß wie man mit den filmischen Mitteln umgeht und sein Hintergrund sorgt auch für einige ziemlich blutige Effekte die niemals billig wirken. Sein Schulfreund Macon Blair spielt die männliche Hauptrolle und das Minibudget wurde über Crowdfunding zusammengetragen. Wobei man die limitierten finanziellen Mittel zu keinem Zeitpunkt den Film anmerkt. Und das Ergebnis ist so beachtlich, das der Film sogar auf dem Festival von Cannes 2013 den FIPRESCI-Preis gewann und auch auf den anderen Filmfestivals sehr erfolgreich lief. Dabei ist die Story nicht gerade innovativ. Schließlich geht es um das altbekannte Motiv der Rache. Aber was den Film zu etwas besonderem macht ist die Herangehensweise daran. Der Held Dwight ist nach dem Mord an seinen Eltern komplett aus der Spur geraten und lebt als Obdachloser in einem alten Auto am Strand. Die Gewalttat hat nicht nur seine Erzeuger aus der Welt gerissen, sondern in der Auflösung der bisherigen Ordnung auch sein Leben zerstört. Eines Tages erfährt er, dass der Mörder freigelassen wird und Dwight macht sich auf den Weg, seine Eltern zu rächen. Und begeht einen großen Fehler. Es wird eine Spirale der Gewalt entfesselt und alle Handlungen dienen nur noch dazu, den Kreislauf zu zerbrechen und noch mehr Leid zu vermeiden. Aber jede Tat der Rache führt zu einem erneuten Racheempfinden und die Charaktere in dem Film zehren sich psychisch und physisch auf und sind alle komplett verloren. Da ist es tragisch und zynisch das der ursprüngliche, lang zurückliegende, Konflikt aus Liebe erwachsen ist. Dwight erkennt die Spirale und gibt jedem die Chance da raus zu kommen und er will nur noch Schadensbegrenzung betreiben. Er wird immer verzweifelter und seine Müdigkeit, die in fast jedem Bild zu spüren ist, spiegelt die tiefe psychische Ermattung wieder. Der einzige Moment in dem er wirklich zu leben scheint ist bei dem Mord an dem Mann, der gerade aus dem Gefängnis entlassen worden ist. Macon Blair spielt den Helden sehr distanziert, was zu der Rolle sehr gut passt und eine hypnotische Wirkung erzielt, aber keine sonderliche Identifizierung ermöglicht, der auch die Einführung als Obdachloser entgegensteht. Vielmehr empfindet man Mitleid und kann so den Rachegedanken nachvollziehen. Dwight ist von vornherein verloren und nur die Gewalttat weckt ihn auf. Aber auf der psychologischen Ebene gelangt der Film leider nicht zu einer solchen Tiefe wie etwa „Die Fremde in mir“ mit Jodie Foster. Aber dennoch ist das Resultat sehr spannend, blutig und faszinierend und kann mit seiner Bildsprache überzeugen ohne das diese besonders auffällig sein will, sich also aller Spielereien und Manierismen enthält. Toll.

Da hier eine Pressekopie vorlag kann über die technische Ausstattung kein letztendliches Urteil gegeben werden, da erfahrungsgemäß die Bild- und die Tonqualität etwas geringer ist als bei der Kaufversion. Trotzdem kann sich beides sehen lassen. Allerdings waren hier keine Extras enthalten, weswegen somit die Wertung für diesen Bereich entfällt.


Fazit:
Ein gelungener Rachethriller aus dem Indiebereich, dessen Story zwar nicht gerade innovativ ist, dessen sezierender Blick aber den Kreislauf der Gewalt schonungslos aufdeckt.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment / Falcom Media