Blizzard of Souls - Zwischen den Fronten - DVD

DVD Start: 27.11.2020
FSK: ab 16 - Laufzeit: 104 min

Blizzard of Souls - Zwischen den Fronten DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Sommer 1915. Der Erste Weltkrieg erreicht Lettland, als das deutsche Heer in das russische Kaiserreich einmarschiert. Der 16-jährige Arturs Vanags schließt sich der kaiserlich russischen Armee an, nachdem er seine Mutter und sein Zuhause durch den Krieg verloren hat. Doch der Hoffnung auf Ruhm und dem Nervenkitzel des Trainings folgt bald die harte Realität des Schlachtfeldes: Klirrende Kälte, explodierende Granaten, der gewaltsame Tod von Kameraden und feindlichen Soldaten. Als der Krieg sich dem Ende zu nähern scheint, kommt es zur Revolution in den eigenen Reihen. Artus kämpft fortan in einem brutalen Bürgerkrieg, der den erhofften Frieden und die Befreiung seiner Heimat wieder in weite Ferne rückt.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Edel Germany / Pandastorm Pictures
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Lettisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Behind the Scenes
Deleted Scenes
Originaltrailer

Video on demand - Blizzard of Souls - Zwischen den Fronten

DVD und Blu-ray | Blizzard of Souls - Zwischen den Fronten

DVD
Blizzard of Souls - Zwischen den Fronten Blizzard of Souls - Zwischen den Fronten
DVD Start:
27.11.2020
FSK: 16 - Laufzeit: 104 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Blizzard of Souls - Zwischen den Fronten Blizzard of Souls - Zwischen den Fronten
Blu-ray Start:
27.11.2020
FSK: 16 - Laufzeit: 108 min.

DVD Kritik - Blizzard of Souls - Zwischen den Fronten

DVD Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 6/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 6/10


1914. Eine Jahreszahl die wohl jeder Mensch automatisch mit dem 1. Weltkrieg in Verbindung bringt. Einem grauenvollen, zerstörerischen Krieg, der Millionen von Menschen die Heimat und das Leben kostete. Durch Filme wie „1917“ (Sam Mendes) oder „War Horse“ (Steven Spielberg) wird versucht den Menschen der heutigen Gesellschaft diesen Krieg näher zu bringen und ein Bewusstsein für dessen Grausamkeit zu wecken. Dabei wird den Zuschauern hauptsächlich das Geschehen an der Westfront gezeigt. Eine ziemlich einseitige Sicht auf diesen furchtbaren Krieg, der sich -nicht zu vergessen- gleichermaßen im Osten Europas abspielte.

Ein Film der den 1. Weltkrieg aus der Lettischen und somit osteuropäischen Sicht behandelt, ist „Blizzard of Souls - Zwischen den Fronten“. Dieser Kriegsfilm des lettischen Regisseurs Dzintars Dreibergs basiert auf den Fronterfahrungen des lettischen Schriftstellers Aleksandrs Grins und hatte seine Premiere im November 2019. Aufgrund seines kommerziellen Erfolgs in Lettland und der positiven Kritiken wurde er als Lettlands Filmbeitrag für die Oscarverleihungen 2021 eingereicht. Mit einer angenehmen Laufzeit von ca. 104 Minuten und einer Altersfreigabe von 16 Jahren ist dieser Film -trotz seines grausamen und ernsten Themas- gut anzusehen.

Szene aus Blizzard of Souls
Szene aus Blizzard of Souls © Pandastorm Pictures
Der historisch basierende Film ist eine coming-of-age Geschichte des 16-jährigen Protagonisten Arturs Vanags (Otto Brantevics), welcher seine Mutter und sein Zuhause verliert und sich daraufhin im Sommer 1915 zusammen mit seinem Vater der kaiserlich russischen Armee anschließt. Durch die grandiose Kameraführung ist der Zuschauer immer dicht an Arturs Seite und folgt ihm so durch die verschiedensten Phasen seines jungen Lebens. Der Protagonist durchläuft nach der Aufnahme in die Armee ein Trainingsprogramm für Soldaten und wird nach kurzer Zeit mit seinen Kameraden in den Krieg gegen die deutschen Truppen geschickt. Auf den vorerst herrschenden Stolz und Nervenkitzel, den das Training bei Arturs ausgelöst hatte, folgt bald die harte Realität des Schlachtfeldes: Klirrende Kälte, explodierende Granaten, der gewaltsame Tod seiner Kameraden.

Die folgenden sehr guten und vor allem realistisch umgesetzten Kampfszenen der beiden befeindeten Truppen erlangen dadurch, dass der Dreh an Originalschauplätzen des Ersten Weltkriegs stattfand, eine enorme Authentizität, welche hauptsächlich bzw. leider erst im zweiten Teil des Films zum Vorschein kommt. Es werden traumatische Ausschnitte gezeigt, die mit passender Filmmusik unterlegt sind, so dass ein stimmiges Gesamtbild entsteht, ohne dass es übertrieben wirkt.

Szene aus Blizzard of Souls
Szene aus Blizzard of Souls © Pandastorm Pictures
Dem Zuschauer wird an Arturs Beispiel sehr gut deutlich gemacht, wie zu jener Zeit aus einem unschuldigen 16-jährigen Jungen ein starker, erwachsener Mann wurde. Allerdings beleuchtet der Film nicht nur Arturs Entwicklung, sondern gleichzeitig auch die Entstehung eines eigenen Staates und des nationale Bewusstseins der Letten, die sich durch die Unabhängigkeitsbewegung abzuspalten beginnen. Denn als sich der Krieg dem Ende zu nähern scheint, kommt es zur Revolution in den eigenen Reihen. Der Protagonist kämpft fortan in einem brutalen Bürgerkrieg, der den erhofften Frieden und die Befreiung seiner Heimat wieder in weite Ferne rückt.

Der gesamte Film zeigt keine besonders neuen/ungewöhnlichen technischen Umsetzungen wie beispielsweise der Kriegsfilm „1917“ allerdings ist er dennoch alles andere als gewöhnlich. Der Regisseur setzt seinen Fokus auf die historische Verarbeitung des Ersten Weltkriegs aus der lettischen Sicht und der Bildung eines eigenen Staates, welche mit Sicherheit den wenigsten Zuschauern in dieser Form bekannt ist. Außerdem überzeugt der Film auch in Details wie seiner authentischen Maske und (leider nur teilweise) mit den Setdesigns. Relativ schade ist es jedoch, dass die Kostüme etwas zu neu scheinen und somit in manchen Szenen fehl am Platz wirken. Noch dazu ist es bedauerlich, dass einige Szenen fehlen, die zwar in den „Extras“ gezeigt werden, jedoch aus dem Originalfilm herausgeschnitten wurden. Vermutlich wurden diese Szenen heraus genommen um die Laufzeit des Films zu kürzen, für die Logik des Films wäre es jedoch besser gewesen sie im Originalfilm zu behalten.

Szene aus Blizzard of Souls
Szene aus Blizzard of Souls © Pandastorm Pictures
Bild:
Das Bild der DVD ist vergleichsweise scharf und Details heben sich gut ab. Die Farben sind überwiegend kräftig und schön anzusehen.

Ton:
Die Mischung des Tons ist nicht ganz so überzeugend, was sich leider auch etwas negativ auf den gesamten Film ausübt, denn gerade bei einem solchen Kriegsfilm ist der Ton enorm wichtig. Das Sounddesign überzeugt hier leider nicht so sehr. Dafür stimmt die Filmmusik, was dem ganzen wieder etwas Auftrieb gibt.

Extras:
Die Extras beinhalten den Originaltrailer, verworfene Szenen und mehrere Behind the scenes. Es wird somit nur ein kleiner Einblick in den Filmdreh gewährt, was sehr schade ist! Schön wären noch ein paar Interviews mit den Darstellern und dem Regisseur etc.


Fazit:
„Blizzard of Souls -Zwischen den Fronten“ ist ein historisch informativer und interessanter Film über den Ersten Weltkrieg aus der Sicht Lettlands. Wer also auf gut gespielte Kampfszenen steht und schnelle Sprünge in der Zeitfolge mag, der sollte sich diesen Film unbedingt anschauen.


by Annika Ballweg
Bilder © Edel Germany / Pandastorm Pictures