Blackthorn - DVD

DVD Start: 08.05.2012
FSK: ab 12 - Laufzeit: 86 min

Blackthorn DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Die Legende lebt, und will nach Hause! Nach 20 Jahren im bolivianischen Exil zieht es Butch Cassidy alias James Blackthorn zurück in die USA. Doch ein Schuss holt ihn vom Pferd, das mitsamt seinen ganzen Ersparnissen davon galoppiert. Blackthorn ist nichts passiert, aber jetzt ist er pleite und würde den Schützen am liebsten ins Nirvana schicken. Der junge Ingenieur Eduardo Apodaca hat einen Vorschlag: Wenn Blackthorn ihm hilft, die 50.000 Dollar, die er gestohlen hat, aus ihrem Versteck zu holen, gehört die Hälfte ihm.

Das ruhig gewordene Leben des Butch Cassidy nimmt plötzlich eine drastische Wendung, die die alten Zeiten wieder auferstehen lässt, denn kein Minenbesitzer lässt sich beklauen ohne den Täter zu jagen. Gemeinsam reiten die beiden in Butch Cassidys vielleicht letztes Abenteuer.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (DTS 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Deleted Scenes
- Making of
- Kurzfilme von Regisseur Mateo Gil
- HDNet: Ein Blick auf Blackthorn
- Originaltrailer
- Trailershow

DVD und Blu-ray | Blackthorn

DVD
Blackthorn Blackthorn
DVD Start:
08.05.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 86 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Blackthorn Blackthorn
Blu-ray Start:
08.05.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 89 min.

DVD Kritik - Blackthorn

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 8/10


Abgesang von Legenden
„Blackthorn“ ist ein Western. Aber ein ungewöhnlicher. Das liegt zum einen daran, dass er im 20. Jahrhundert spielt und zum anderen daran, das er nicht im Wilden Westen positioniert ist. Der Film spielt mit der Idee, dass die beiden legendären Banditen Butch Cassidy und Sundance Kid damals nicht von der bolivianischen Armee getötet worden waren. Butch Cassidy hat überlebt und sich ein neues Leben aufgebaut. Nun, wo er nach über zwanzig Jahren zurück in die USA reisen möchte, wird er wieder in eine Spirale der Gewalt und des Verrats gezogen. Die eigentliche Story ist nicht neu: ein alter bzw. alternder Revolverheld, der wieder reiten und schießen muss, ein Gangster der von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Cassidy muss wie viele andere seiner Genrekollegen feststellen, dass die neue Welt nicht mehr die seinige ist. Die Ideale sind dahin und von neuen, nicht unbedingt positiven, abgelöst worden. Cassidy etwa lässt sich täuschen, da er durch seine Erfahrungen mit Sundance Kid einem starken Freundschaftsideal anhängt. Darin liegt zwar seine Stärke aber auch seine Schwäche. Im gewissen Sinne will er getäuscht werden. Der Robin Hood Charakter der realen Figur kommt in dem Film leider nicht immer zur Geltung und so verliert das gelungene Ende doch einiges von seinen Facetten. Es wird zwar der neuerwachte Kapitalismus mit einem gewissen Sozialismus kontrastiert, aber richtig ausgespielt wird das nicht. Aber es ist immerhin für einen Western sehr neu und ungewöhnlich, da für viele Amerikaner das Wort „Sozialismus“ eine Wirkung hat wie das Weihwasser für den Teufel (abgesehen davon, dass viele Amerikaner überhaupt nicht wissen, was mit dem Begriff gemeint ist). Bildsprachlich ist der Film ein typischer Western und Regisseur Gil Mateo macht sich gar nicht erst die Mühe, neue Aspekte zu finden, sondern setzt gewissermaßen auf einen Selbstläufer. Wenn man mal von einigen Zitaten gerade aus Filmen von John Ford und Clint Eastwood mal absieht. Der Aspekt der alternden Legende, die sich nicht mehr in einer gewandelten Welt zurechtfindet, könnte so auch dem Fundus eines Sam Peckinpah entstammen (der mit seinem Film „The Wild Bunch“ den Namen der Bande von Butch Cassidy und Sundance Kid benutzte). Was dem ganzen einen neuen Reiz verleiht, ist die Landschaft Boliviens, welche nicht nur extrem eindrucksvoll ist, sondern auch in Form eines selbstständigen Charakters die Handlung mitträgt. Sam Shepard in der Hauptrolle ist sehr beeindruckend, aber auch Stephen Rea und Eduardo Noriega überzeugen auf der ganzen Linie. Manchmal entsteht im Film ein gewisser Leerlauf für Actionfreunde, aber die Schießereien lohnen sich allemal.

Der Ton und das Bild sind gut. Neben einigen entfernten Szenen gibt es ein recht gutes Making Of mit Hintergründen zu der Idee und zu den Produktionsbedingungen. Als besonderes Extra zählen die zwei Kurzfilme des Regisseurs Mateo Gil. Das Special „HDNet: Ein Blick auf Blackthorn“ ist allerdings insofern misslungen, da es im Grunde ein überlanger Trailer ist mit ein paar Interviewsequenzen. Hier ist der Werbecharakter eindeutig in der Überzahl. Dann gibt es natürlich noch den Trailer und eine Trailershow.

Ein ungewöhnlicher Western, der dem Genre durchaus in Einzelheiten neue Aspekte abgewinnen kann. Beeindruckende Landschaftsaufnahmen, gelungene Schießereien, gute Darsteller und ein politischer Unterton machen den preisgekrönten Film (immerhin 4 Goyas) zu einem Muss für Genrefreunde.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment