Black Gold - DVD

DVD Start: 14.06.2012
FSK: ab 12 - Laufzeit: 129 min

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Inhalt

„Black Gold” entführt auf eine abenteuerliche Reise nach Arabien in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. In der Tradition von David Leans Klassiker „Lawrence von Arabien” erweckt Regiestar Jean-Jacques Annaud („Der Name der Rose”, „Sieben Jahre in Tibet”) den Nahen Osten zu bildgewaltigem Leben in einer Zeit, in der der Machtkampf um das schwarze Gold begann.
Im Streit um die neu entdeckten Ölvorkommen unter dem Wüstensand geraten zwei der größten Königreiche aneinander und ein junger Prinz muss aus seiner Bücherwelt auftauchen und zum Krieger und Anführer werden, um sein Volk zu vereinen und zu beschützen.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Spanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen

DVD und Blu-ray | Black Gold

DVD
Black Gold Black Gold
DVD Start:
14.06.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 129 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Black Gold Black Gold
Blu-ray Start:
14.06.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 129 min.

DVD Kritik - Black Gold

DVD Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 6/10


Emir Nesib („Zorro“ im Autopilot-Modus: Antonio Banderas) sieht schwarz. Der Herrscher der Wüstenstadt Hobeika glaubt, der Fortschritt mache im frühen 20. Jahrhundert einen großen Bogen um die arabische Halbinsel. „Wir sind nichts als Kellner am Bankett der Welt“ prophezeit er seinen Gefolgsleuten und sieht das rückständige Land im Konzert der Weltmächte verstummen. Bis sich eines Tages die Chance zur materiellen Aufholjagd bietet. Eine texanische Firma macht nämlich ein großes Ölvorkommen aus, das Macht und Reichtum verspricht – und Ärger. Denn das schwarze Gold liegt ausgerechnet im Gelben Gürtel, in jener neutralen Zone, die einst von Nesib und seinem Erzfeind Amar (Mark Strong), streng orthodoxer Sultan von Salmaah, nach einer kriegerischen Auseinandersetzung eingerichtet wurde und auf die keiner der beiden Anführer ein Anrecht hat. Es droht ein neuer innerarabischer Konflikt, in dem Amars leiblichem und Nesibs Adoptivsohn Auda (Frankreichs Shootingstar Tahar Rahim) eher unfreiwillig die Hauptrolle als Vermittler und Wegbereiter zufällt.

Mit „Black Gold“ wagen Regisseur Jean-Jacques Annaud („Der Name der Rose“) und Produzent Tarak Ben Ammar („Hannibal Rising“) einen mutigen Schritt zurück. Denn in Zeiten bombastischer CGI-Materialschlachten a la „Transformers“, aufgepimpter Comic-Verfilmungen wie „The Avengers“ und allgemein immer ausgefeilterer 3D-Blockbuster huldigen die beiden älteren Herren den Monumental-Epen des klassischen Hollywood-Kinos. Zwar sind die Schuhe eines „Lawrence von Arabien“ erwartungsgemäß einige Nummer zu groß, eine Bruchlandung legt „Black Gold“ aber auch nicht hin. Aus der Zeit gefallen kommt die nostalgische Abenteuer-Mär um Gier, Liebe und Verrat dennoch daher.

Dank der Wüste als leinwandfüllendem Panorama ist die Roman-Adaption von „The Great Thirst“ des Schweizers Hans Ruesch in erster Linie ein optischer Leckerbissen. Kamel-Trecks, Sklaven-Exodus, Beduinenlager, Panzerwagen, die in Dünen versinken, Luftangriffe: In den Totalen entfaltet „Black Gold“ ein exotisches Flair, das auf der heimischen Mattscheibe zwar ein wenig verloren geht, den Zuschauer aber unmittelbar in eine orientalische 1001-Nacht-Welt katapultiert, kongenial gefilmt an Schauplätzen in Tunesien und im Emirat Katar.

Abstriche gibt es für Annauds Wüstentrip in anderen Bereichen. Zum einen legt der Franzose, der mit seinen jüngsten Werken „Zwei Brüder“ (2004) und besonders „Seine Majestät, das Schwein“ (2007) wenig reüssierte, vor allem in der ersten Hälfte ein recht schleppendes Erzähl-Tempo vor, so dass man trotz aller Schauwerte zeitweise einzudösen droht. Die Verhandlungen zwischen Nesib und Amar, die Diskussionen um Tradition versus Moderne, die Kontroversen zwischen ultrakonservativen Koran-Exegeten und fortschrittshörigen Möchtegern-Kapitalisten: Sie alle arbeiten sich brav am zentralen Konflikt des Films ab – die Konfrontation des Öls und seiner Folgen mit einer islamischen Weltordnung voll streng tradierter Werte und Vorgaben –, sind zuweilen aber auch ermüdend. Richtig in Fahrt kommt das Zwei-Stunden-Werk ohnehin nie, nur fällt das im weiteren Verlauf, wenn die desert-action dominiert, nicht mehr so quälend auf. Zudem ist Audas Helden-Genese von der verhuschten Leseratte zum mutigen, Völker verbindenden Anführer etwas stereotyp und gewollt geraten.

Zum anderen gibt es – aus westlicher Sicht – einige unfreiwillig komische oder unverständliche Riten, die zwar Brauchtum-Authentizität suggerieren, die Figuren und ihr Handeln aber zugleich entfremden. So ist es zum Beispiel schwer nachvollziehbar, dass zu Beginn des Films Amar seine zwei Söhne einfach so seinem Widersacher Nesib überlässt. Oder das ganze Verhüllungs-Brimborium, wenn sich Nesibs Tochter Leyla (nicht viel mehr als schön: „Slumdog Millionär“-Beauty Freida Pinto) und ihr Verlobter Auda in der Öffentlichkeit begegnen.

An Bild und Ton der DVD gibt es wenig auszusetzen. Der gefällige Score webt den passenden epochalen Klangteppich, während die Wüsten-Bilder und exotischen Kulissen vor sonnendurchfluteter Farbpracht strotzen. Auch wenn der Film daher eigentlich auf die große Kinoleinwand gehört.

„Black Gold“ eifert großen Hollywood-Vorbildern nach. Regisseur Jean-Jacques Annaud empfiehlt sich als Macher opulenter Kinogemälde, weiß als Geschichtenerzähler aber einmal mehr nur bedingt zu überzeugen. Es ist eben nicht immer ein Umberto Eco zur Stelle.

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by Florian Ferber
Bilder © Universal Pictures