Black 47 - DVD

DVD Start: 14.12.2018
FSK: ab 16 - Laufzeit: 96 min

Black 47 DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

9,99 € jetzt kaufen
6,79 € jetzt kaufen
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray zum Film

Inhalt

Als Martin Feeney 1847 nach Hause kommt, ist von seiner irischen Heimat nichts mehr übrig. Jahrelang hat er für die Briten in Afghanistan gekämpft, jetzt sehen die Vertreter der Krone in seinem Land ungerührt zu, wie die Menschen verhungern. Die Kartoffelfäule zerstört ihre Lebensgrundlage. Wer seine Pacht nicht mehr zahlen kann, wird gnadenlos vertrieben, sein Haus unbewohnbar gemacht. Feeney hat nichts mehr, alle sind tot. Der Ex-Soldat packt sein Gewehr und beginnt, sich durch die britische Besatzungshierarchie zu metzeln. Es ist Zahltag …

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailer

DVD und Blu-ray | Black 47

DVD
Black 47 Black 47
DVD Start:
14.12.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 96 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Black 47 Black 47
Blu-ray Start:
14.12.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 100 min.

DVD Kritik - Black 47

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 7/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 7/10


Hungrig nach Revolte
Manch einer mag sich über den Titel des Rachethrillers „Black 47“ wundern. Doch das ist schnell erklärt. Zum einen spielt der Film im Jahre 1847 und das Schwarz im Titel bezieht sich auf die Kartoffelfäule. Im Jahre 1845 wurden kurz vor der Ernte die Kartoffeln schwarz und verfaulten innerhalb kürzester Zeit in der Erde. Die gesamte Ernte wurde von der Kartoffelfäule vernichtet. Das betraf vor allem die arme irische Landbevölkerung äußerst hart da die Knollen oft deren einziges Lebensmittel und Broterwerb darstellten. Es brach eine Hungersnot aus und die zunehmende Verarmung führte zu Zwangsräumungen und der geschwächte körperliche Zustand machte die Bevölkerung anfällig für Krankheiten. Im Zuge der katastrophalen Ereignisse war die englische Regierung nicht in der Lage, und auch nicht willens, einzuschreiten. So wurde die irische Bevölkerung, welche unter der Fremdherrschaft der Briten standen, allein gelassen. Schätzungen zufolge starb damals ein Viertel der irischen Bevölkerung am Hunger und dessen Folgen. Während der großen Hungersnot in den Jahren von 1845 bis 1852 gab es die großen Auswanderungswellen von Iren nach Amerika was noch heute manche Traditionen und Namensreste in den USA erklärt.

Hugo Weaving and Freddie Fox in Black 47
Hugo Weaving and Freddie Fox in Black 47 © Ascot Elite Home Entertainment
Noch heute ist die Erinnerung an die schlimmste Katastrophe des Landes in Irland lebendig und eine fortwährende Schande für England. Der Regisseur Lance Daly siedelt seinen Film in den Beginn der Katastrophe an. Sein Held Martin Feeney hatte sich für die englische Armee gemeldet um der Armut in seiner irischen Heimat zu entkommen. Überdrüssig die Kriege eines fremden Herrn zu kämpfen, kehrt er als Deserteur 1847 in seine Heimat zurück um feststellen zu müssen, dass seine Angehörigen durch die Hungersnot und deren politischen Folgen gestorben sind. Voller Rachedurst macht er sich daran die Auslöser und die Nutznießer zu jagen und zu töten. Was wiederum einen in Ungnade gefallen britischen Inspektor auf den Plan ruft und einen arroganten englischen Offizier welche Feeney jagen. Das hat etwas von einem Western wenn der Outlaw und seine Häscher durch eine wilde Landschaft von karger Schönheit reiten, sich jagen und ihre Duelle ausfechten. Dabei sind die Sympathien der Filmemacher und damit auch des Publikums klar verteilt und auf Seiten des Rächers. Zwar besitzt der keine Skrupel, aber seine Odyssee durch das leidgeprüfte Land ist erschreckend und die Gefühlskälte der Briten ist nachgerade hassenswert. Wenn aus dem Leid und dem Sterben anderer noch finanzieller Gewinn gezogen wird und ein Zynismus und eine Arroganz das Handeln prägt, so wünscht man ihnen die Rache auf den Hals. Dabei wird hier nichts geschönt. Der Film ist blutig und sehr realistisch. Man kann davon ausgehen das einige Aspekte noch geschönt dargestellt werden, denn es ist erwiesen, dass es zeitweise auch zu Kannibalismus kam, yber das passt nicht zu der hier gezeigten Opferrolle.

James Frecheville in Black 47
James Frecheville in Black 47 © Ascot Elite Home Entertainment
Dennoch liegt hier ein packender und schmerzhafter Film vor der ein nationales Trauma in eine Story verpackt wobei das Thema und die Geschichte einander bedingen und so ein dramaturgisches Gleichgewicht erschaffen. Auch die letzte Einstellung ist symptomatisch für die Entwicklung des Landes. In einer überdeutlichen Symbolik steht einer der Charaktere am Scheideweg im wahrsten Sinne des Wortes und muss sich für einen der zwei Wege entscheiden: bleiben und kämpfen oder fortgehen und in Amerika sein Glück suchen. Ein Scheideweg an dem damals alle Iren standen. Das Rachedrama ist übrigens der erfolgreichste irische Film im eigenen Land geworden. Ein Zeichen dafür wie tief das Trauma noch sitzt.

James Frecheville in Black 47
James Frecheville in Black 47 © Ascot Elite Home Entertainment
Sowohl das Bild als auch der Ton sind gut und besitzen keinerlei Mängel. Leider gibt es als Extras nur den Originaltrailer und eine kleine Trailershow. Das ist besonders bei einem Film dessen Hintergründe historisch korrekt sind insbesondere bedauerlich, da sich hier ein Extra über die Geschichte nachgerade anbietet.


Fazit:
Ein beeindruckender und bedrückender Film dessen Hintergründe historisch wahr sind und dementsprechend noch tiefer erschüttern. Der spröde Realismus und die hervorragenden Darsteller machen das Erlebnis noch intensiver.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment