Biikenbrennen - Der Fluch des Meeres - DVD

DVD Start: 11.05.2012
FSK: ab 12 - Laufzeit: 92 min

Biikenbrennen - Der Fluch des Meeres DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD zum Film

Inhalt

Marc Fölster zieht mit seiner asthmakranken Tochter Johanna an die Nordsee. In der ersten Nacht taucht ein seltsamer Besucher auf: Der alte Hansen erzählt den neuen Bewohnern vom Biikenbrennen, einem uralten Brauch, der auf Fölsters Grund abgehalten wird. Durch das Biikenbrennen werde Wavlew, ein Pirat aus dem 16. Jahrhundert, der Kinder geraubt habe, von der Küste fern gehalten. Fölster erlaubt das Feuer auf seinem Grund nicht, und am nächsten Tag ist Johanna verschwunden.

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Rough Trade Distribution GmbH
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Bildformat: 1,66:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Audiokommentar mit Regisseur Sebastian Niemann und Produzent Christian Becker, Skizzengalerie, Entstehung der Visual Effects

DVD und Blu-ray | Biikenbrennen - Der Fluch des Meeres

DVD
Biikenbrennen - Der Fluch des Meeres Biikenbrennen - Der Fluch des Meeres
DVD Start:
11.05.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 92 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Biikenbrennen - Der Fluch des Meeres

DVD Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 6/10


TV-Mystery
„Biikenbrennen – Der Fluch des Meeres“ ist kein neuer Film, sondern erscheint jetzt erst als Kauf-DVD und möchte wohl noch schnell sein Stück Kuchen vom Mysterythriller abgreifen, bevor das Genre nichts mehr hergibt. Der Film wurde bereits Ende der Neunziger, hier wird noch mit DM bezahlt, für den Sender Pro Sieben produziert und kann einen Produzenten und Regisseur aufweisen, die damals noch am Anfang ihrer jeweiligen Karriere standen, aber schon einiges vorweisen konnten. Der Regisseur Sebastian Niemanndrehte zuvor nur einen Kurzfilm und einen Genrevertreter mit „Geisterstunde-Fahrstuhl ins Jenseits“. Später war er als Regisseur von „Das Jesus-Video“ tätig und inszenierte Bully Herbig in „Hui-Buh“. Der Produzent Christian Becker legte vorher einen kleinen Meilenstein mit „Bang Boom Bang“ hin und entwickelte sich zu einem erfolgreichen Produzenten mit „Wickie“, „Der WiXXer“, „Die Welle“ und „Was nicht passt, wird passend gemacht“. Somit liegt hier ein Frühwerk der beiden Schöpfer vor und der Film ist vom Ansatz her auch sehr viel versprechend. Dabei wurde er deutlich von einem berühmten Genrevertreter beeinflusst (was im Audiokommentar auch offen zugegeben wird) und so bekommt der Zuschauer eine Art deutsches „The Fog“ an der Nordseeküste. Besonders den meeresaffinen Zuschauern wird ein sehr stimmungsvoller Mysterythriller geboten, der sehr stark von seiner Atmosphäre lebt. Alle Elemente für einen klassischen Gruselfilm sind gegeben: wabernder Nebel, mürrische Dorfbewohner, ein alter Fluch, die Bedrohung der Familie, Geister, merkwürdige Geschehnisse, ein Schatz usw. Vom Ansatz her also ein großer Versprecher (auch wenn man sich unwillkürlich an die Edgar-Wallace-Verfilmungen der 60er erinnert fühlt). Leider sind die Charaktere nur sehr grob gestrickt und so sind auch deren Wandlungen nicht allzu glaubwürdig, da sie meistens nur anhand einer einzigen Schlüsselszene behauptet werden. Gerade der arrogante und skeptische Held des Filmes rutscht zwar immer wieder in seine alten Gewohnheiten ab, aber nur eine einzige Szene macht den Wandel dann aus. Der größte Schwachpunkt des Filmes ist aber die inflationär genutzte und gnadenlos übertreibende Musik, welche mit dem Holzhammer deutlich machen will, was der Zuschauer gerade zu empfinden hat. Da wird so gut wie jede Szene zugekleistert und demnach so penetrant, dass man als aufmerksamer Betrachter eher genervt wird. Und ausgerechnet der Schluss ist dann völlig missraten und zeugt von einer großen Mutlosigkeit, indem alles nivelliert wird, was vorher gezeigt worden war. Da wurde mal endlich im deutschen Fernsehen ein Genreversuch gewagt, der durchaus zum einem großen Teil funktioniert, und dann wird gekniffen. Was schade ist. Dennoch ist der Film recht ansehnlich, obwohl stark überzeichnet. Gerade der Hauptcharakter ist alles andere als ein Sympathieträger, gespielt Christoph M. Ohrt. Anja Kling ist dann als Sympathieträger dringend notwendig.

Der Ton und das Bild sind gut. Bei den Extras kann der interessante Audiokommentar des Produzenten und des Regisseurs überzeugen. Die Skizzengalerie ist okay. Die „Entstehung der Visual Effects“ erläutert nichts, sondern erklärt die endgültige Bildzusammensetzung insofern, da es vorher zergliedert wird und die einzelnen Bestandteile der Aufnahme aufgelöst werden.

Ein Genrevertreter des deutschen Fernsehens, bei dem Ende der Neunziger ein klassischer Geisterfilm im Sinne von „The Fog“ geboten wurde. Leider ist die Musik so überladen, die Charaktere so eindimensional und das Ende so misslungen, dass alle sehenswerten Aspekte und die gelungene Atmosphäre nur zum Mittelmaß reichen.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Rough Trade Distribution GmbH