Besessen - Das Loch in der Wand - DVD

DVD Start: 26.05.2016
FSK: ab 18 - Laufzeit: 87 min

Besessen - Das Loch in der Wand DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Medizinstudent Nils genießt den Blick auf das frivol-unheimliche Treiben in der Nachbarwohnung … bis Dinge geschehen, die Nils zwingen: weiter zuschauen oder handeln?

Angelehnt an Meisterwerke wie PEEPING TOM oder Hitchcocks DAS FENSTER ZUM HOF schuf der holländische Regisseur Pim de la Parra mit BESESSEN – DAS LOCH IN DER WAND 1969 einen Suspense-Thriller, der aufgrund seiner Indizierung lange Zeit nur Genrekennern ein Begriff war. Zu Unrecht, wie schon ein Blick auf die Beteiligten zeigt: Oscar®-Preisträger Martin Scorsese (CASINO, THE WOLF OF WALL STREET) durfte sich hier bereits in jungen Jahren als Drehbuchautor beweisen, der legendäre Bernard Herrmann (PSYCHO) steuerte den atmosphärischen Title-Score bei. Das Ergebnis ist ein grandioses Stück Thriller-Geschichte, das bei Koch Media seine überfällige Wiederauferstehung feiern darf.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 1,37:1 (4:3 Vollbild)
Bonusmaterial:
Exklusives Interview mit Darsteller und Produzent Dieter Geissler, Trailer, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial

Video on demand - Besessen - Das Loch in der Wand

DVD und Blu-ray | Besessen - Das Loch in der Wand

DVD
Besessen - Das Loch in der Wand Besessen - Das Loch in der Wand
DVD Start:
26.05.2016
FSK: 18 - Laufzeit: 87 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Besessen - Das Loch in der Wand Besessen - Das Loch in der Wand
Blu-ray Start:
26.05.2016
FSK: 18 - Laufzeit: 90 min.

DVD Kritik - Besessen - Das Loch in der Wand

Auge riskieren
Das Thema des Filmes „Besessen – Das Loch in der Wand“ ist heutzutage natürlich nicht mehr neu. Es geht um einen jungen Mann der zufälligerweise in der Wand seines Apartments ein Loch entdeckt durch das er in die Nachbarwohnung sehen kann. Dieser Blick in das andere Leben wird immer mehr zur Obsession und langsam keimt bei dem Helden der Verdacht auf, dass der Nachbar ein Verbrecher ist. Besessen - Das Loch in der Wand SzenenbildVoyeure werden im Englischen „Peeping Tom“ genannt. Es gibt übrigens auch einen Film des Namens. Aber der berühmteste Film, und immer noch der beste, der den Voyeurismus zum Thema macht, welcher den Protagonisten in Gefahr bringt, ist Alfred Hitchcocks „Das Fenster zum Hof“. Schon damals als „Besessen – Das Loch in der Wand“ gedreht worden war, gab es also schon berühmte Vorläufer. Aber seitdem wurde das Thema immer wieder aufgegriffen und beschränkt sich nicht mehr auf den reinen Blick, sondern auch auf moderne Überwachungstechniken. „Besessen“ wurde aber schon 1969 gedreht und zählt somit zu den frühen Beispielen dieses Subgenres von Thrillern. Allerdings hätte man bei einem Film des Entstehungsjahres 1969 etwas mehr optische Experimente erwartet. Schließlich waren die kulturellen und gesellschaftlichen Umwälzungen durch die Studentenbewegung im vollen Gange. Merkwürdigerweise spielt das hier keine Rolle. Es gibt zwar etwas nackte Haut zu sehen und einen exzessiven Drogenkonsum. Aber das bildet weniger ein vermeintliches Sittenbild ab, sondern ist streng mit dem Kriminalfall verknüpft. Es gibt keine Sozialstudie in dem Sinne, dass die Neigung zum Beobachten etwa durch eine Überforderung und Verunsicherung anhand des gesellschaftlichen Wandels entstanden sein könnte. Auch gibt es keine stilistischen Spielereien etwa in der Verwendung von Popartelementen oder Ansätze einer Psychedelik was sich sogar angesichts des Themas angeboten hätte und die psychische Verfassung symbolisch hätte greifbar werden lassen. Aber es gibt keinen Surrealismus, sondern der Film ist sehr geradlinig, ja geradezu bieder, erzählt. Hinter den Kulissen waren namhafte Akteure aktiv. So wurde die Filmmusik von Bernard Herrmann komponiert, welcher der Stammkomponist von Hitchcock war und dessen Score für „Psycho“ unvergesslich ist. Zudem ist filmhistorisch interessant, das ein gewisser Filmstudent an dem Drehbuch mithalf, der später zu einem der besten Regisseure des amerikanischen Kinos werden sollte: Martin Scorsese. Besessen - Das Loch in der Wand SzenenbildAllerdings macht das noch keinen guten Film aus. Die überkonstruierte Handlung und die unklare Motivation des Helden sind die größten Schwachpunkte. Zwei Kriminalfälle verzahnen sich ineinander, wobei dieser Zusammenhang leider nur durch den Zufall erklärt wird. Und was den Helden nun so an der Beobachtung des fremden Lebens reizt und was erst einen Verdacht bei ihm aufkommen lässt, bleibt weitgehend unklar. Es gibt einige gelungene Aufnahmen und vor allem eine durchaus spannende Szene, die von Hitchcock geklaut sein könnte, und ein sehr überraschendes Ende, aber so ganz kann sich der Film gegen berühmte Vorbilder und Nachahmer nicht behaupten. Übrigens war diese Deutsch-niederländische Koproduktion, der Film wurde in Amsterdam gedreht, lange zu Unrecht indiziert, was auf einer tragischen Verwechslung beruhte, wie man in dem Extra erfährt.

Das Bild und auch der Ton sind auf dem Screener gut. Das Interview in den Extras ist sehr interessant und bietet auch einige ehrliche Einblicke, wenngleich sich der Produzent und Hauptdarsteller in seiner Bedeutung teilweise etwas überschätzt.


Fazit:
Trotz einiger starker Aufnahmen und gelungener Szenen, kann der Film letztendlich nicht komplett überzeugen, da sowohl psychologische als auch gesellschaftliche Aspekte vollständig untergehen. Motive bleiben unklar, manches beruht einzig auf Zufall und die Spannung hält sich leider auch in Grenzen. Eher was für Nostalgiker.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Koch Media




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