Ben Hur - DVD

DVD Start: 12.01.2017
FSK: ab 12 - Laufzeit: 118 min

Ben Hur DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

9,99 € jetzt kaufen
7,99 € jetzt kaufen
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD und Blu-ray zum Film

Inhalt

Durch eine Intrige seines Adoptivbruders Messala (Toby Kebbell) wird der angesehene und wohlhabende Judah Ben Hur (Jack Huston) von seiner Familie und seiner großen Liebe Esther (Nazanin Boniadi) getrennt und als Sklave auf eine römische Galeere gezwungen. Immer wieder mit dem Tod konfrontiert, reift in ihm ein alles bestimmender Gedanke: Rache zu nehmen an dem ehemals geliebten Bruder. Nach Jahren der Qual und Verzweiflung kehrt Ben Hur nach Jerusalem zurück und stellt sich in einem epochalen Wettkampf gegen den Verräter Messala und das gesamte römische Imperium.

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures / Paramount Home Entertainment
Tonformate:
Dolby Digital 5.1 (D, GB, I, TR)
Untertitel:
D, GB, I, TR
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Die epische Besetzung
Das Wagenrennen

DVD und Blu-ray | Ben Hur

DVD
Ben Hur Ben Hur
DVD Start:
12.01.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 118 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Ben Hur Ben Hur
Blu-ray Start:
12.01.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 123 min.

DVD Kritik - Ben Hur

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 10/10
Ton: | 10/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 7/10


Rache und Vergebung
Auf Hollywood kann man manchmal richtig wütend werden. Denn in der Filmhistorie gibt es so viele Filmklassiker, die immer noch nichts von ihrer Kraft verloren haben und für sich stehen. Wenn dann Remakes von denen angekündigt werden, so kann man nahezu von dem Glauben abfallen, dass Kunst über Kommerz geht (was leider seit jeher ein Irrtum ist). Das führte zu einem der überflüssigsten Filme der Geschichte, dem Remake von „Psycho“, aber auch zu positiven Überraschungen. Letztere betreffen hauptsächlich Streifen, welche die moderne Tricktechnik nutzen, um einen Stoff adäquat umzusetzen. So etwa bei „King Kong“. Ben Hur Szenenbild

Als ein Remake von „Ben-Hur“ angekündigt worden war, war der Aufschrei groß und die Zweifel laut. Umso durchwachsen waren denn auch die Kritiken als der Film in die Kinos kam. Auf DVD und BD kann man sich jetzt auch ein Bild von dem Film machen. Und es muss zugegeben werden: der Film ist in seinem Remake recht modern geworden. Das betrifft nicht nur die Tricktechnik, welche das Setting mittels CGI zum Leben erweckt, sondern das Thema an sich. Schließlich geht es hier um Rache und Vergebung. In unserer aktuellen Weltlage ein Thema welches, leider, immer noch äußerst aktuell ist. Und so ist der Film eine mehr als deutliche Parabel auf die aktuelle historische Situation. Kann man seine Rache hintanstellen und seinen Feinden vergeben? Dass der Film zu Zeiten von Jesus spielt, schafft keine historische Distanz und ein ebensolches Setting, sondern ruft dem Zuschauer wieder die christlichen Werte in Erinnerung. Zu den Zeiten der Story herrschte Krieg und Palästina war durch die Römer besetzt. Die Zeloten, eine Gruppe jüdischer Widerstandskämpfer, leistet bewaffneten Widerstand. Juda Ben-Hur ist ein privilegierter Jude, reich und adlig, der in die Wirren gerät und schließlich von seinem Adoptivbruder, einem Römer, auf die Galeeren geschickt wird. Als er dort entkommen kann, schwört er Rache, welche er letztlich in einem Wagenrennen bekommt. Die Story wurde nicht groß verändert und folgt weiterhin dem Verlauf, welcher auch schon in dem Roman von Lews Wallace vorgegeben worden war. Daran hält sich auch die mittlerweile dritte Verfilmung. Nur wurde, auch im Vergleich zu den Vorgängerfilmen, die Handlung sehr gestrafft, was sowohl von Vorteil auch von Nachteil ist. So läuft alles auf das Wagenrennen hinaus.

Im Vorgänger war es eine berühmte und wichtige Szene, aber nicht zentral, wobei sie hier als Fluchtpunkt genommen wird. Schon die erste Szene des Filmes zeigt den Beginn des Rennens, dann folgt über eine Stunde lang eine Rückblende die zeigt wie es zu dem Wettstreit kam. Alles was da erzählt wird, ist also dramaturgisch gesehen nur ein Prolog zu dem eigentlichen Ereignis, was dazu verleiten kann, den Film auf das Rennen zu reduzieren. Das ist sehr ungeschickt gemacht, da so das Drama etwas vernachlässigt wird und den Zuschauer unruhig macht, da er endlich das Rennen sehen will. Dabei ist der dramatische Gehalt hoch und mitreißend. Allerdings sind manche Motive der Figuren nicht sonderlich glaubhaft. Doch eine Stärke liegt in der guten Besetzung. Charlton Heston mit seinem Steinbeißerkinn nahm man emotionale Konflikte nicht so ganz ab, auch wenn er ein guter Darsteller war, aber in der Besetzung einiger weniger ikonenhaften Schauspieler hat man einen guten Griff getan. Zudem sind die Frauenrollen recht stark und lenken in ihrer Art die Männer. Ben Hur SzenenbildNur das Ende ist etwas zu abrupt. Das Wagenrennen ist vorbei und während der Vorgänger sich noch viel Zeit für die folgenden Entwicklungen nahm, so geht es hier recht schnell vonstatten, weswegen die Entwicklungen nicht sonderlich glaubhaft sind. Zudem kommt hier einiges an Kitsch vor. Aber der Darsteller von Jesus Christus, Rodrigo Santoro, ist hervorragend und kann Stärke und Güte gleichzeitig verkörpern. Regisseur Timur Bekmambetov zeigt wieder einmal wie bildgewaltig er sein kann, wobei seine Qualitäten einzig in der Seeschlacht und in dem Wagenrennen aufblitzen (wobei das Rennen der Second-Unit-Director gedreht hatte, eigentlich also ihm die Meriten gehören; wieder eine Parallele zu dem Original). Diese Szenen sind sehr beeindruckend und mitreißend, aber ansonsten merkt man die Moderne in dem Sinne, dass man keinen epischen Atem hat und so manches demnach zu oberflächlich bleibt. Der Film hat seine Stärken und er kommt durchaus zur rechten Zeit indem er weniger die Rache feiert, sondern die Vergebung, aber er wird doch immer Schatten der Vorgänger stehen. Man mag selber entscheiden, ob es den Film damit überflüssig macht.

Das Bild als auch der Ton sind exzellent und lassen keine Wünsche offen. Als Extra gibt es ein Special über die Besetzung, welches das übliche gegenseitige Lob darstellt. Interessanter ist da das Making Of des Wagenrennens welches sehr detailliert ausfällt und wirklich interessant ist.


Fazit:
Der Film hat einige sehr starke und beeindruckende Szenen, wird aber unnötigerweise auf das Wagenrennen reduziert, wobei gerade das Thema der Vergebung aktueller denn je ist.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Universal Pictures / Paramount Home Entertainment