Auf den Spuren des Marsupilami - DVD

DVD Start: 08.03.2013
FSK: ab 6

Auf den Spuren des Marsupilami DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray zum Film

Inhalt

Der Fernsehreporter Dan Geraldo (Alain Chabat) reist nach Palumbien, um dort als Erster den Häuptling des gefährlichen Paya-Stammes zu interviewen. Doch stattdessen erwartet ihn eine ganz besondere Reise!
Mit dem einfallsreichen Reiseführer Pablito (Jamel Debbouze) an seiner Seite begibt er sich auf ein großes Abenteuer. Sie begegnen einem teuflischen Botaniker, hungrigen Piranhas, einem Diktator mit einem großen Geheimnis sowie den Hütern einer uralten Prophezeiung. Und dann gelingt Dan etwas noch nie zuvor Gesehenes vor seine Kamera zu bekommen: das legendäre Marsupilami, ein hochintelligentes Tier mit Superkräften...

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Senator Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Making Of, Deutscher Trailer

Video on demand - Auf den Spuren des Marsupilami

DVD und Blu-ray | Auf den Spuren des Marsupilami

DVD
Auf den Spuren des Marsupilami Auf den Spuren des Marsupilami
DVD Start:
08.03.2013
FSK: 6

zur DVD Kritik
Blu-ray
Auf den Spuren des Marsupilami Auf den Spuren des Marsupilami
Blu-ray Start:
08.03.2013
FSK: 6

DVD Kritik - Auf den Spuren des Marsupilami

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 9/10
Gesamt: | 10/10


Nationalheld - Es ist natürlich allgemein bekannt, das Frankreich ein Wappentier hat. Nämlich den gallischen Hahn. Weniger bekannt ist, zumindest außerhalb Frankreichs Grenzen, das noch ein zweites Wappentier existiert. Nämlich das Marsupilami. Dieses ist ein gelb-schwarz geflecktes Tier mit einem langen, sehr variabel einsetzbaren, Schwanz, welches über ganz erstaunliche Eigenschaften verfügt. Aber bislang gab es dieses nur in zeichnerischer Form. Der geniale Comiczeichner und Autor Andre Franquin übernahm Ende der 1940er Jahre die Comicserie „Spirou und Fantasio“ und entwickelte diese Stories weiter und erweiterte das comicinterne Universum um einige unvergessliche Figuren. Dazu gehört eben das Marsupilami, welches zu einem großen Star wurde. Nachdem Franquin die Serie verließ und sich lieber seinem anderen Helden „Gaston“ widmete und den „Schwarzen Gedanken“, behielt er allerdings die Rechte an dem Tier und so mussten die Leser ihren Liebling einige Zeit missen. Aber Franquin entwickelte eine neue Serie, die er später an andere Zeichner und Autoren abgab, welche das Marsupilami und seine Familie als Hauptpersonen hatte. Und schlicht „Marsupilami“ heißt. Angesichts einer so hoch verehrten Kultfigur konnte man angesichts einer Verfilmung schon etwas skeptisch sein, da gerade in den letzten Jahren der filmische Umgang mit französischen Comichelden nicht sonderlich gelang. Die Comicreihe „Adele“ von Jaques Tardi verweigert sich dramaturgischen Regeln und gewinnt dadurch an Reiz. Die dazugehörige Verfilmung ist sehr gelungen, ist aber weitaus konventioneller ausgefallen, weswegen Fans etwas enttäuscht waren. Und die verschiedenen „Lucky Luke“-Verfilmungen sind vollkommen indiskutabel. Nun also das „Marsupilami“. Wobei sich die Verfilmung „Auf den Spuren des Marsupilami“ eher an den späteren Bänden orientiert und zentrale Aspekte des Abenteuers „Ein Nest im Urwald“ übernimmt. Spirou und Fantasio kommen hier also nicht vor. Und es ist doch ein bisschen erstaunlich, dass das Marsupilami gar nicht die eigentliche Hauptrolle innehat. Gleichzeitig ist das aber sehr geschickt, da ansonsten eine Geschichte wohl kaum funktioniert hätte. Obwohl das Tier nicht die eigentliche Hauptfigur ist, steht es doch im Zentrum und es dreht sich alles um es herum. Aber Fans können unbesorgt sein: alle Eigenschaften für die man das Tier so liebt, kommen hier vor. Es werden viele Handlungsstränge gewoben, welche unterschiedliche Aspekte innehaben und der Verknüpfungspunkt ist der Titelheld. Da geht es um einen verschuldeten Ganoven mit großer Familie, der als Tierarzt arbeitet, einen Botaniker, der das Geheimnis der ewigen Jugend entdeckt, einen Journalisten, der seine Karriere retten muss und einen Diktator, der sehnlichst Celine Dion treffen will. Aber zum Glück verweigert sich der Film gängigen Klischees und ignoriert den Aspekt, dass alle Menschen nur besser und solidarischer werden müssen, um zu ihrem Glück zu finden. Stattdessen geht es mehr um Selbstachtung. Vor allem ist der Film herrlich politisch unkorrekt. Da gibt es einen Folterknecht, der Plüschtiere besonders und Tiere allgemein hasst, einen sprechenden Papagei, ein stures Lama, einen gigantischen indianischen Krieger, eine alte Prophezeiung, und, und. Von dem Chihuahua mal ganz zu schweigen. Jedenfalls ist der Film randvoll mit Ideen und lässt den Zuschauer brüllen. Und zwar vor Lachen. Allein die Travestienummer ist herrlich und dürfte Fans von Celine Dion aus dem Zimmer treiben. Und die kleinen Chihuahuas sieht man wohl fortan mit anderen Augen. Angesichts der hohen Qualität des Filmes, der Dichte, des Tempos und des enormen Witzes ist es erstaunlich, dass er nicht in die deutschen Kinos kam. Vielleicht sah man in dem tierischen Held keine große Zugkraft und ignorierte den Erfolg des Comics auch in Deutschland. Aber diese dicht gepackte Satire, die immer leicht und angenehm unhysterisch daherkommt, ist jetzt schon eine der besten Komödien des Jahres. Huba!!

Der Ton und das Bild sind sehr gut und auch die Extras können sich sehen lassen. Da gibt es ein informatives Extra über die Tricks, welches ganz ohne Erklärungen auskommt und nur die Vorher-Nachher-Bilder sprechen lässt und anhand Filmschnipsel und Zeichnungen die Gestaltung und Evolution der Effekte verdeutlicht. Dann gibt es Interviews mit den Darstellern welche informativ und amüsant sind. Abgerundet wird das mit Featurettes über die Drehorte und die Tiere und der Huba-Tanz wird ausführlich gezeigt. Trailer gibt es natürlich auch noch. Kurzum: die Extras sind ebenso vergnüglich wie der ganze Film.

Eine gelungene Comicverfilmung. Angenehm unhysterisch, satirisch, politisch inkorrekt, spannend, witzig und voller verschiedener Themen ist dieser Film eine der besten Komödien des Jahres. Mehr.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Universum Film / Senator Home Entertainment