Another Me - Mein Zweites Ich - DVD

DVD Start: 22.01.2015
FSK: ab 12 - Laufzeit: 82 min

Another Me - Mein Zweites Ich DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Fay (Sophie Turner) fürchtet den Verstand zu verlieren, denn immer mehr Leute behaupten, sie irgendwo gesehen zu haben, wenn sie genau weiß, dass sie zu diesem Zeitpunkt ganz woanders war, oder mit ihr geredet zu haben, wenn sie daran keine Erinnerung hat. Wird sie verrückt oder hat sie eine Doppelgängerin?

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: 20th Century Fox
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Original Kinotrailer

DVD und Blu-ray | Another Me - Mein Zweites Ich

DVD
Another Me - Mein Zweites Ich Another Me - Mein Zweites Ich
DVD Start:
22.01.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 82 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Another Me - Mein Zweites Ich

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 8/10


Horror des Erwachsenwerdens - Der Film „Another Me“ löst bei dem Zuschauer ähnliches aus, wie bei der Heldin Fay. Er ist schwer zu greifen. Der Film ist sowohl ein Horrorfilm, und damit dem Subgenre des Geisterfilms zugehörig, als auch ein Drama, welches intelligente Subtexte mit einbauen kann ohne dass es angestrengt wirkt. Natürlich geht es um einen Geist, der sich in das Leben der jungen Frau drängt und immer wieder kommen verstörende Ereignisse vor. Aber es ist auch ein Coming of Age Drama einer Teenagerin von 16 Jahren, deren Welt aus den Figuren gerät. Ihre Mutter hat eine Affäre, ihr Vater liegt im Sterben und ihre bisherige Identität löst sich damit auf. Eine erste Liebe tritt auf den Plan, die Hormone spielen verrückt und in der Schule wird sie zunehmend unsicher. Das könnte so gut wie auf alle Teenager zutreffen, wenn man mal von den schwierigen Familienverhältnissen absieht. Unsicherheit durch die Auflösung des Bekannten, eine wachsende Bedeutung von Freunden und die Veränderung des Körpers, rufen hier erst recht Entsetzen hervor, wenn sich der Geist schleichend stärker bemerkbar macht, da sich die Hauptfigur emotional eh in einem Ausnahmezustand befindet. Man kann von Glück reden, das bei diesen Aspekten der Film hervorragend besetzt ist. Sophie Hunter als Heldin kann trotz ihrer jungen Jahre, sie ist ebenso wie ihr Charakter 16 Jahre alt, locker den Film tragen und als ihre Eltern trumpfen Rhys Ifans und Claire Forlani auf. Gerade letztere hat man in letzter Zeit viel zu selten gesehen. Ohne jedes Overacting können sie die gemischten Gefühle rüberbringen und immer wieder durch kleine Gesten die Verletzlichkeit hinter der vorgeschobenen Stärke deutlich machen. Diese Unaufdringlichkeit der Darstellung bemerkt man auch in der Inszenierung. Da gibt es keine großen Computertricks, keinen blutigen Showdown, sondern immer nur Momente wo man sich als Zuschauer selber unsicher ist ob man das gerade richtig gesehen hat. Da gibt es ein Nachbild im Spiegel, einen doppelten Schatten und Reflektionen im Glas wollen nicht zur Körperhaltung der eigentlichen Person passen. Das ist sehr geschickt und löst wie bei der Hauptfigur ein permanentes und sich steigerndes Unbehagen aus. Vor allem ist hier kein reiner Geist, ein Dämon oder ein Monster das Thema, sondern das klassische Motiv des Doppelgängers. Beängstigend an einem solchen ist vor allem die Tatsache, dass man nicht mehr einzigartig ist. Gerade in den Zeiten der Aufklärung und der Romantik mit der Hohepreisung der Individualität war das ein beliebtes Motiv der Schauerliteratur, wenngleich auch die Folklore schon den Doppelgänger kannte, ihn aber eher als den Boten des baldigen Todes ansah. Hier nun aber trifft es einen Teenager, der sich eh seiner Identität vergewissern muss und diese noch auszubilden hat. So entsteht hier große Angst gegenüber dem Mangel an Einzigartigkeit und zusätzlich die Sehnsucht nach einer engen Vertrautheit und Nähe, die sogar zu einer Seelenverwandtschaft führen soll. Teenager lösen sich von ihrer Familie und suchen diese Eigenschaften in ihrem Freundeskreis und der Clique. Diese Nähe wird hier aber zu etwas bedrohlichem, was die ganze Essenz der Persönlichkeit auszulöschen droht. Was auf einer anderen Ebene auch die Eltern der Heldin betrifft. So schafft es der Film nie überfrachtet zu wirken, aber auf spannende Art und Weise alle Subthemen intelligent und stringent in die Handlung miteinzubauen. Moderner Gothic Horror sozusagen.

Sowohl der Ton als auch das Bild sind gut. Als Extras gibt es mehrere entfernte Szenen, die sich teilweise nahtlos in das eigentliche Geschehen eingliedern. So endet eine Sequenz damit, dass die Heldin sich bei der Direktorin melden soll, aber das Gespräch ist im eigentlichen Film nicht enthalten, sondern erst in diesen Extras. Dann gibt es noch mehrere Making Ofs die ihren Namen wirklich verdienen. Sie beziehen sich auf Teilaspekte, verzichten aber auf die übliche Werbung, sondern thematisieren wirklich den Schöpfungsprozess.

Ein gelungener Mix aus Horror und Drama, der es zudem schafft intelligente Subthemen einzubauen ohne dass es überfrachtet wirkt. Die hervorragende Besetzung und die zurückhaltende Inszenierung sind dabei ein Glücksfall.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © 20th Century Fox