American Hustle - DVD

DVD Start: 17.07.2014
FSK: ab 6 - Laufzeit: 132 min

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Inhalt

Ende der 70er im schillernden New York: Irving Rosenfeld (Christian Bale) besitzt mehrere Waschsalons, aber sein Geld verdient er mit dubiosen Geldgeschäften und Kunstfälschungen. Mit Hilfe seiner Geschäftspartnerin und verführerischen Geliebten Sydney Prosser (Amy Adams) hat er es zu einem kleinen Vermögen gebracht. Als der überambitionierte FBI-Agent Richie DiMaso(Bradley Cooper) den beiden brillanten Trickbetrügern auf die Schliche kommt, lässt sich das Gaunerpaar auf einen ungewöhnlichen Deal ein: DiMaso setzt die beiden als Lockvögel auf die Politikprominenz New Jerseys an. Vor allem auf den Bürgermeister von Camden, Carmine Polito (Jeremy Renner), hat er es abgesehen. Hinter dessen Saubermann-Image vermutet er Korruption und Mafiaverbindungen. Am Ende könnte es allerdings Irvings unberechenbare und eifersüchtige Ehefrau Rosalyn (Jennifer Lawrence) sein, die die gesamte Operation zum Platzen bringt ...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures / Tobis
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Deutsches Making Of
- Trailer
- Deleted & Extended Scenes
- 6 Featurettes (deutsch)

Video on demand - American Hustle

DVD und Blu-ray | American Hustle

DVD
American Hustle American Hustle
DVD Start:
17.07.2014
FSK: 6 - Laufzeit: 132 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
American Hustle American Hustle
Blu-ray Start:
17.07.2014
FSK: 6 - Laufzeit: 138 min.

DVD Kritik - American Hustle

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 7/10


Betrug und Darstellung - „American Hustle“ versteht sich als Satire, welche den realen Abscam-Politskandal zum Thema hat. Merkwürdigerweise haben sich während der Kinolaufzeit des Filmes mehr Rezensenten mit der Optik aufgehalten und darüber geschwärmt wie das Flair der 1970 er eingefangen worden ist. In der Tat sind die Ausstattung und die Kostüme eindrucksvoll und können einen wahrlich in eine Zeitreise versetzen. Aber das ist beileibe nicht alles. Die meisten haben sich, wenn es denn hoch kam, noch über die exzellenten Darsteller ausgelassen, die wirklich in jeder Hinsicht überzeugen können. Christian Bale, Amy Adams und vor allem Jennifer Lawrence, und in einem Gastauftritt Robert de Niro, zeigen wieder einmal wie gut sie sind. Bradley Cooper kann nur ansatzweise überzeugen. Er scheint in letzter Zeit eher auf einen Typus abonniert zu sein, den er zwar gut darstellt wie in „Hangover“ und „Silver Linings“, aber da er immer am Rande einer Hysterie ist und dann zum overacting neigt, ist er der stellenweise nervende Faktor in diesem Film. Aber gerade Lawrence und De Niro können in ihren wenigen Szenen wieder einmal ihr ganzes Können zeigen. Der bereits dreifach Oscar-nominierte Regisseur David O. Russell (der bereits mit all seinen Darstellern schon einmal drehte, so mit Bale in „The Fighter“ und Lawrence und Cooper in „Silver Linings“) kann aber ein schönes Verwirrspiel aufbereiten, wobei aber der satirische Anteil manchmal etwas unterzugehen droht. Vielleicht hatten sich deswegen die meisten Rezensenten auf die Optik eingeschossen, da die Handlung nicht immer weiß, was sie will. Satire, Krimi, Liebesgeschichte, Politdrama und Heistjob. Da fehlt manchmal etwas die klare Linie. Für eine Satire etwa fehlen die Lacher. Einzig Jennifer Lawrence kann in einigen Wortspitzen und Szenen so brillieren, dass man lauthals lacht. Das ist aber für einen Film der sich als Komödie und Satire sieht, etwas zu wenig. Dennoch funktioniert der Film und hat zu Recht 10 Oscar-Nominierungen und 3 Golden Globes gewonnen. Das mag jetzt widersprüchlich klingen, aber das Hauptthema besteht in dem Spielen einer Rolle. Betrüger müssen eine Rolle spielen, um ihre Opfer einzulullen. Mafiosi müssen ihre Rolle spielen und Politiker erst recht, damit sie Stimmen bekommen. Aber dieses Rollenspiel besteht schon im privaten Bereich, wenn man sich etwa innerhalb der Familie anders verhält als im Beruf und sich, um eine Frau oder einen Mann zu gewinnen, anders gibt als man ist. Die erste Szene ist da bezeichnend und bestechend und kann in ihrer genialen Schlichtheit das ganze Thema des Filmes zusammenfassen. Man sieht Christian Bale einfach nur zu, wie er ein Toupet befestigt und man fragt sich zunächst warum eine so lange Szene dieses thematisiert. Sicher, es geht um die Eitelkeit der Figur und gerade indem dieses gespielt wird, wird schön gezeigt wie uneitel Christian Bale ist, da er sich hier lächerlich macht. Aber es wird auch eine Rolle eingenommen. Der Charakter erfindet sich quasi optisch neu, um eine Rolle zu spielen. Gleichzeitig wird aber eine Meta-Ebene geschaffen, indem Bale sich als Darsteller seine Maske gibt und so für den Zuschauer sichtbar in seine Rolle schlüpft. So ist ein direkte Verknüpfung hergestellt zwischen den Berufen des Betrügers und des Schauspielers. Beide geben vor jemand zu sein, der sie nicht sind. Und das zieht sich durch den ganzen Film und der ehrlichste von allen, ausgerechnet das Ziel der ganzen Operation, ist dann im eigentlichen Sinne das einzige Opfer.

Der Ton und das Bild sind gut. Die Extras enttäuschen leider. Das deutsche Making Of ist nichts anderes als ein langer Trailer mit Filmausschnitten und Interviewschnipseln. Hinter den sechs Featurettes verbergen sich die Charakterisierungen der Filmfiguren und somit werden wieder viele Ausschnitte mit einigen Interviewpassagen der jeweiligen Darsteller kombiniert. Einzig das über die Kostüme scheint da vielversprechender zu sein, enttäuscht aber durchaus, da nur berichtet wird, wie toll die waren und wie sehr es den Costume Designer gefreut hat diese zu entwerfen. Gähn. Dann gibt es noch viele verschiedene Trailer da man ja noch nicht genug davon hatte (eine Trailershow gibt es natürlich auch noch) und so sind die einzig lohnenswerten Extras die entfernten und erweiterten Szenen.

Für eine Satire ist der Film zwar etwas zu zahm ausgefallen, aber ansonsten überzeugt er auf ganzer Linie. Die hervorragenden Darsteller haben sichtlich Freude daran eine Meta-Ebene über Schein und Sein aufzubauen.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Universal Pictures / Tobis




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