Amelia - DVD

DVD Start: 22.10.2010
FSK: ab 0 - Laufzeit: 112 min

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Inhalt

Earharts fliegerische Triumphe und ihr kometenhafter Aufstieg zu Ruhm und Anerkennung in einer von Männern dominierten Welt werden immer wieder durch ihre stürmische Beziehung zu Putnam voran getrieben. Der gemeinsame Ehrgeiz, die gegenseitige Bewunderung und letztendlich ihre große Liebe zueinander kann nicht einmal durch ihre kurze, aber heftige Affäre mit Gene Vidal (Ewan McGregor) auseinanderbrechen.

Mit der Unterstützung von Putnam, den sie schließlich heiratet, stürmt Earhart von Rekord zu Rekord: sie ist u.a. die erste Pilotin, die den Atlantik im Alleinflug überquert. Als Vorbild und Idol junger Frauen wird sie verehrt und avanciert zu eine der bekanntesten Amerikanerinnen ihrer Zeit.

Noch heute ranken sich Spekulationen und Gerüchte über ihr Schicksal: Earhart und ihr Navigator Fred Noonan (Christopher Eccleston) verschwinden 1937 unter mysteriösen Umständen bei dem Versuch einer ersten Weltumrundung entlang des Äquators. Neben dem sehr wahrscheinlichen Absturz über dem Südpazifik (trotz unzähliger Expeditionen wurde das Flugzeugwrack ihrer Lookhead Electra bis heute nicht gefunden) kursieren Gerüchte, sie habe sich der Öffentlichkeit entziehen wollen und sich durch den fingierten Absturz auf eine einsame Insel zurückgezogen.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: 20th Century Fox
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- 10 Entfallene Szenen

Video on demand - Amelia

DVD und Blu-ray | Amelia

DVD
Amelia Amelia
DVD Start:
22.10.2010
FSK: 0 - Laufzeit: 112 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Amelia

DVD Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 8/10
Ton: | 6/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 5/10


Tieffliegendes Biopic
Hilary Swank war dieses Projekt nicht nur ihr Herzblut wert, sondern auch ihr Geld. Denn sie war als Koproduzentin tätig. Ob ihre verblüffende Ähnlichkeit mit der realen Amelia Earhart ein Grund war? Zugegebenermaßen ist das Leben von der Amelia Earhart einen Film wert. Nicht nur ist sie die weibliche Flugpionierin, die auch maßgeblich dazu beitrug, den zivilen Flugverkehr in den USA aufzubauen, sondern sie war auch geschickt im Vermarkten ihres Images und Erfolges, lebte Emanzipation vor, setzte sich gegen Frauenbilder zu Wehr und zeigte deutliches Selbstbewusstsein im Umgang mit Männern und technischen Aspekten. In den 1920er Jahren war das gesellschaftliche Frauenbild zwar lange nicht so konservativ wie vergleichsweise in den 1950er Jahren, aber dennoch benötigte es einen starken Charakter, um auf so vielen Gebieten ihre Frau zu stehen. Ideale Voraussetzungen also. Nur leider fällt der Film einem Paradox zum Opfer. Er konzentriert sich nicht auf eine Station oder einen Charakterzug. Das ist nicht unbedingt von Nachteil. Denn durch diese Fokussierung kann der Film schnell abrutschen. Selbst eine der besten Filmbiographien, „Walk the Line“, ist eher ein Drogendrama, denn eine Biographie über Johnny Cash. Also wiederum ein guter Ansatz alles in den Streifen stecken zu wollen. Dummerweise bleibt gerade dadurch alles sehr oberflächlich und die Stationen des Lebens werden abgehechelt und alles kommt zu kurz. Es gibt zwar schöne Luftaufnahmen und eine gute Besetzung (Hilary Swank, Richard Gere, Ewan McGregor, Christopher Eccleston) aber der Film kann weder die Figuren noch die Faszination für das Fliegen vermitteln. Hier hätte eine Reduzierung auf eine Station oder auf einen Charakterzug gut getan. Weniger wäre in diesem Fall einfach mehr gewesen. Im Bemühen alles zu zeigen, prallt der Film ironischerweise an der Oberfläche ab. Manche Szenen mit dramatischem Potential werden auch verschenkt, weil sie zu kurz gezeigt werden (zum Beispiel der Flug im Gewittersturm oder der nächtliche Rundflug mit der Präsidentengattin). Die lange zeitliche Konzentration auf die Weltumrundung von Amelia macht auch nur zu deutlich, dass etwas Außergewöhnliches, oder besser Unerwartetes, passieren wird. Die lange Erzählzeit macht zu früh die Bedeutung dieses Fluges klar. Dadurch geht die Spannung in den Wolken verloren. Und die Aspekte der Frauenbewegung und der Vermarktung (heutzutage auch Merchandising genannt) gehen so völlig im Dunst der Motoren unter.

Das Bild ist gut, der Ton ist etwas mau. Gerade in den Dialogen ist er einfach zu leise. Als Extras gibt es nur entfallene Szenen. Diese sind aber insofern interessant, da hier ein Charakter vorkommt, der in der fertigen Fassung komplett der Schere zum Opfer fiel. Das einer so bekannten Darstellerin wie Virginia Madsen zuzumuten ist schon stark. Und ihr Charakter ist von wesentlicher Bedeutung, schließlich spielt sie die Filmehefrau von Richard Gere. Damit bekommt die Beziehung zwischen Earhart und ihrem Verleger gleich eine ganz andere Bedeutung. Unverständlich, warum diese Szenen entfernt wurden. Ein dazugehöriger Kommentar, warum die Szenen entfernt wurden, fehlt.

Eine Filmbiographie, die alles vom Charakter zeigen will und damit paradoxerweise sehr oberflächlich bleibt. Eine längere Laufzeit hätte dem Film gut getan. Wer etwas über die Faszination am Fliegen sehen will, sollte lieber erneut „Aviator“ von Martin Scorsese sehen.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © 20th Century Fox




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