Ambiguous - Edition Nippon Erotica - DVD

DVD Start: 19.11.2010
FSK: ab 18 - Laufzeit: 90 min

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Inhalt

Hanko ist ein netter Kerl, Frauen finden ihn allerdings einfach nur langweilig. Frustriert schließt er sich im Internet einer Gruppe an, die sich zum gemeinsamen Selbstmord treffen will. Vorher wollen sie alle gemeinsam ein allerletztes mal ihre menschlichen Gelüste stillen: Hunger und Sex. Auf den Gastod wartend überkommen die Gruppe dann doch Zweifel...

Das Pink Cinema ist ein weltweit einzigartiges Filmgenre: Softpornos, für die Kinoleinwand produziert und mit dem Anspruch echte Geschichten zu erzählen, lassen sich heutzutage außerhalb Japans kaum finden. Lose an einer wahren Begebenheit orientiert zeigt Regisseur Toshiya UENO in AMBIGOUS, wie schön ein Sexfilm mit Blick in die Seele der Protagonisten sein kann.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive AG
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Japanisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailer

Video on demand - Ambiguous

DVD und Blu-ray | Ambiguous - Edition Nippon Erotica

DVD
Ambiguous - Edition Nippon Erotica Ambiguous - Edition Nippon Erotica
DVD Start:
19.11.2010
FSK: 18 - Laufzeit: 90 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Ambiguous - Edition Nippon Erotica

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 6/10
Ton: | 5/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 5/10


Philosophischer Sex
„Ambiguous“ bedeutet so viel wie zweideutig, vieldeutig, doppelsinnig, zweifelhaft und trifft den Film als Titel ziemlich gut. Viele Aussagen der Charaktere sind recht zweideutig. So wird man als Zuschauer erst später verstehen, dass die, in bester Stummfilmmanier, eingeblendeten Textpassagen Emailnachrichten sind, die eine Verabredung zu einem Selbstmordtreffen darstellen. Aufgrund vorheriger Szenen konnte man vielmehr davon ausgehen, dass es Kontaktanzeigen für Beziehungen sind. Somit sind die Aussagen auch sehr doppelsinnig, denn hier wird Eros und Thanatos auf geschickte Art und Weise verbunden und damit ist der Film sehr vieldeutig. Denn im Angesicht des Todes, die Charaktere wollen schließlich gemeinsam Selbstmord begehen, spüren sie die Lust und geben sich der Erotik hin. Thanatos als Todestrieb ist hier natürlich der Wunsch zu sterben. Aber der Eros, generell als der Lebenstrieb zu sehen, liefert sich einen ständigen Kampf mit ihm. Dieser ist hier hervorragend dargestellt. Bei manchen Protagonisten ist die Motivation zu sterben nicht sehr deutlich, aber die meisten wollen aus Einsamkeit sterben. Da sie den Sprung nicht selber schaffen verabreden sie sich. Und heben damit die Einsamkeit auf. Sie essen, unterhalten sich und haben Sex. So bekommen sie ironischerweise den Kontakt, den sie zeitlebens haben wollten. Wirkt der Sex im Film zunächst trostlos (aber dennoch erotisch), wird er später geradezu verzweifelt. Die Charaktere wollen ihn auskosten und geben sich hin. Somit stellt Sex eine letzte Möglichkeit dar, aus sich selbst herauszukommen (das ist nicht doppeldeutig gemeint) und etwas zu fühlen. Der Film strotzt vor Einsamkeit und Verzweiflung schafft es aber, niemals in eine depressive Grundstimmung abzurutschen. Die Protagonisten brauchen selbst für ihren Tod noch andere Menschen. Bis sie an einer anderen Figur merken, dass es auch alleine geht. Und wenn man den Tod allein bewerkstelligen kann, dann auch das Leben. Denn beides, Leben und Tod, gehören zusammen. Und auch wenn der Film kein richtiges Happy End hat, so verbreitet er Hoffnung. Selten war die Erotik in einem Erotikfilm so gut in die Handlung eingebunden und gerät zu keinem Zeitpunkt zu einem Selbstzweck. Schade nur, dass er mit einer Laufzeit von knapp über eine Stunde so kurz ist.

Der Ton und das Bild sind okay, aber nicht überragend. Leider gibt es keine Extras, sondern nur eine Trailershow.

Selten wurde Erotik so gut in eine Handlung eingebettet und weiß mit philosophischer Betrachtung über Leben und Tod zu überzeugen. Dabei gerät die Erotik nie zum Selbstzweck, aber auch nie zu kurz. Abgesehen von der geringen Laufzeit und den fehlenden Extras sehr überzeugend.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Alive AG




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