Am Sonntag bist du tot - DVD

DVD Start: 24.03.2015
FSK: ab 16 - Laufzeit: 97 min

Am Sonntag bist du tot DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Priester James Lavelle (Brendan Gleeson), ein umgänglicher und gottergebener Mann, hat es in seiner kleinen irischen Gemeinde namens Sligo nicht immer leicht. Doch die alltäglichen Probleme mit den skurrilen Einwohnern sind nichts gegen das, was ihm eines schönen Sonntags widerfährt: Ein Mann droht ihm während der Beichte mit dem Tod und liefert den absurden Grund dafür gleich mit: "Ich werde Sie töten, weil Sie unschuldig sind."

Jemand soll also sterben, weil er nichts verbrochen hat? Lavelle begreift nicht, wie ihm geschieht, aber bereits in einer Woche soll seine letzte Stunde schlagen. Da er an das Beichtgeheimnis gebunden ist, beschließt er, sich selbst auf die Suche nach seinem zukünftigen Mörder zu machen und diesen auf den Pfad Gottes zurückzuführen.

Keine leichte Aufgabe in einer Gemeinde, in der ein Einwohner sich merkwürdiger und weniger kooperativ verhält als der nächste. Nebenbei muss er sich auch noch um seine labile Tochter Fiona (Kelly Reilly) kümmern. Als wäre das nicht genug, bemüht er sich zusätzlich nach Kräften, seinen Gemeindemitgliedern bei ihren mannigfaltigen Problemen zu helfen.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Featurette, Originaltrailer, Trailershow

DVD und Blu-ray | Am Sonntag bist du tot

DVD
Am Sonntag bist du tot Am Sonntag bist du tot
DVD Start:
24.03.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 97 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Am Sonntag bist du tot Am Sonntag bist du tot
Blu-ray Start:
24.03.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 101 min.

DVD Kritik - Am Sonntag bist du tot

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 9/10


Kreuzweg eines Priesters - „Am Sonntag bist du tot“ ist ein äußerst vielschichtiger Film, den man auf den unterschiedlichsten Ebenen sehen kann. Er entzieht sich dabei einer klaren Genrezuteilung und so hat man im Grunde vier verschiedene Filme in einem. Da wäre erstens der Krimi, da man als Zuschauer nicht weiß wer nun den sympathischen Priester ermorden will und man ist gespannt ob der Held den möglichen Täter von seinem Vorhaben abbringen kann. Dann wäre da zweitens die Komödie, denn die Dialoge sind wundervoll ausgefallen und die Charaktere schön skurril so das man hier einen leisen, aber dennoch recht schwarzen Humor finden kann. Drittens ist der Film ein waschechtes Drama um einen Mann der versucht sein Leben in Erwartung seines möglichen Todes ins Reine zu bekommen. Eng damit verbunden ist der vierte Teil: eine theologische Abhandlung. Der Held ist ein guter Mann und voller Hoffnung. Aber er ist Teil einer kaputten Institution in einer kaputten Welt. Angesichts der ganzen Kirchenskandale wie der Missbrauch Minderjähriger wird er angefeindet und die Zyniker und Atheisten sehen sich allein schon durch seine Anwesenheit provoziert. Wie geht man also mit den vielen Demütigungen um und bleibt aufrecht? Das alles ist vor allem von Brendan Gleeson hervorragend gespielt und auch wenn er kräftig und unerschütterlich wirkt, so sieht man doch öfters in seinen Augen die Trauer und vor allem eine große Müdigkeit aufblitzen. Dennoch hat er Hoffnung und ist bereit zu einem großen Opfer. Er glaubt nämlich an Vergebung und in einer der schönsten Szenen des Films, an denen er nun wirklich nicht gerade arm ist, macht er das auch sehr deutlich. Das der Priester genau eine Woche Zeit bekommt, ist natürlich stark mit der Zahlensymbolik der sieben verknüpft: es gibt sieben Tugenden, aber auch sieben Todsünden. Und im Laufe der Woche kann man anhand der Bewohner des Ortes alle sieben in den Menschen sehen. Sowohl das Gute als auch das Böse. Diese Vielschichtigkeit und die Vermeidung von groben Strichen machen dieses Panorama sehr lebendig und teils auch erschütternd. In der Begegnung mit den Menschen, was für den Priester sein eigener Kreuzweg wird, sieht er die Sünder, wie sie auch manchmal für die Tugend innehalten. Aber die Missbrauchsfälle und der Umgang mit ihnen haben die katholische Kirche endgültig korrumpiert und den Menschen den Halt genommen. So streifen alle ziellos umher und möchten sich doch in den Schoß des Glaubens flüchten. Dabei wird der Film nie pädagogisch oder Missionarisch, sondern allein durch den Hauptcharakter und dessen Verkörperung wünscht man sich viel mehr solcher Priester, die der Kirche wieder ein warmes und vor allem menschliches Antlitz geben können. Ein kritischer, intelligenter, warmherziger Film über eine kaputte Welt.

Sowohl das Bild auch der Ton sind sehr gut. Was man von den Extras nicht gerade sagen kann. Neben dem Trailer und einer Trailershow gibt es ein Featurette mit dem Titel „Glaubensfrage“ was eher wie ein kommentierter Trailer wirkt. Aber auch interessante Aspekte über den Film aus theologischer Sicht beinhaltet.


Fazit:
Ein Meisterwerk. Spannend, lustig, dramatisch, intelligent und hervorragend gespielt entzieht sich dieser Film jedes Genres und kann auf so vielen verschiedenen Ebenen arbeiten, das man immer wieder was Neues zu entdecken vermag.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment