Alles Geld der Welt - DVD

DVD Start: 13.07.2018
FSK: ab 12 - Laufzeit: 128 min

Alles Geld der Welt DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Im Sommer 1973 wird der 16-jährige John Paul Getty III., Enkel des milliardenschweren Öl-Magnaten John P. Getty, in Rom entführt. Die Kidnapper sind Mitglieder der Mafia und verlangen 17 Millionen Dollar Lösegeld. Doch der reichste Mann der Welt sperrt sich: Er wittert hinter der Entführung eine Inszenierung, außerdem fürchtet er Nachahmer. Schließlich hat Getty insgesamt 14 Enkel! Als die Entführer ein abgeschnittenes Ohr schicken und ankündigen, John Paul „stückweise“ freizulassen, falls nicht bald gezahlt werde, beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit. John Pauls Mutter Gail engagiert einen ehemaligen CIA-Vermittler, um ihren Sohn zu befreien – zur Not auch ohne die Hilfe des Schwiegervaters...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Tobis
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Featurettes, Making Of, Trailer, Interviews mit Cast und Crew, B-Rolls, Deleted Scenes, Bildergalerie

DVD und Blu-ray | Alles Geld der Welt

DVD
Alles Geld der Welt Alles Geld der Welt
DVD Start:
13.07.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 128 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Alles Geld der Welt Alles Geld der Welt
Blu-ray Start:
13.07.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 134 min.

DVD Kritik - Alles Geld der Welt

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 5/10
Ton: | 8/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 7/10


Im November 2017 gab es wenige Wochen vor der Premiere des neuen Ridley Scotts Film Alles Geld der Welt erste Missbrauchsvorwürfe gegen den zweifachen Oscarpreisträger Kevin Spacey. Ridley Scott, der hier Regie führte und auch den Film mitproduzierte, schnitt darauf hin Spacey aus all seinen Szenen, in denen er Paul Getty verkörperte, raus und engagierte Christopher Plummer als Ersatzmann für die Rolle des Ölmagnaten. Mit ihm wurden alle Szenen nochmals nachgedreht und in den eigentlich bereits fertigen Film eingefügt. Dass hierfür Scott nur wenige Wochen brauchte und damit der Film noch im Dezember 2017 in den US-Kinos kam und somit noch seine Berücksichtigung bei den Awards fand, ist erstaunlich. Noch verblüffender ist es, dass einem dieser nachträgliche Schauspielerwechsel und die Nachdrehs praktisch nicht auffallen. Es ist daher so schon eine grandiose Leistung aller Beteiligten. Selbst wenn man diese Hintergrundgeschichte rund um das Rausschneiden von Kevin Spacey ausblendet, hat hier Ridley Scott seinen besten Film seit American Gangster erschaffen, auch wenn er nicht die besondere Klasse eines American Gangster besitzt. Wie auch bei American Gangster, handelt es sich hier um eine Geschichte, die auf wahre Begebenheiten basiert. Zugegebenermaßen ist es sehr naheliegend, dass hier einiges dazu erfunden wurde, was diverse Szenen und Figuren angeht. Dies wurde ohnehin am Ende des Films vor dem Abspann erwähnt. Dennoch hat Scott hier ein sehr spannendes, intensives und geerdetes Thriller-Drama inszeniert, das trotz seiner Lauflänge von rund 130 Minuten den Zuschauer stets an der Stange hält und ohne große Längen daherkommt.

Christopher Plummer als J. Paul Getty
Christopher Plummer als J. Paul Getty © Tobis Film
Der Film hat ein sehr gutes Erzähltempo und legt gleich los, ohne einen großen Anlauf zu nehmen. Die Entführung findet in den ersten 5 Minuten des Films statt. Der Film wirkt zudem authentisch, da er in Italien auch tatsächlich gedreht wurde, wo tatsächlich die Entführung stattfand. Zudem gibt es keine übertriebenen Action-Szenen, worunter die Glaubwürdigkeit leiden könnte. Scott schafft es hier durchgehend die Intensität hochzuhalten. Die Kamera und der eher ruhige Schnitt sowie die Farbgebung im Film kreieren eine besondere Atmosphäre. So zeichnen sich die Szenen in Italien optisch mit grellen Sepia-Farben aus, während sämtliche Szenen in Gettys Anwesen mit einer sehr kühlen blau-grauen Farbgebung zu sehen sind. Dies widerspiegelt auch Paul Gettys Charakter, der hervorragend von Christopher Plummer gespielt wurde. Plummer spielt den geizigen, kaltherzigen Geschäftsmanns, dessen Herz wohl die Form eines Dollar-Zeichens besitzt, herausragend. Die zynische, ja fast schon misanthropische Art Gettys, wird mimisch beeindruckend zum Ausdruck gebracht. Die Oscarnominierung ist daher völlig gerechtfertigt. In seinen wenigen Szenen überragt er konstant und überzeugt mit seiner faszinierenden Aura. Michelle Williams als verzweifelte Mutter, Romain Duris als italienischer Kidnapper und Mark Wahlberg als Agent, der heimtückische Deals einfädelt, machen ebenfalls einen wirklich starken Job. Einzig und allein Charlie Plummer, der den entführten Enkel von Paul Getty spielt, bleibt blass und überzeugt nicht ganz. Im wahren Leben sind die beiden nicht miteinander verwandt. Charlie Plummer schafft es jedoch nicht, obwohl er teilweise schlimmste Dinge erlebt, dass der Zuschauer mit ihm leidet und mitfühlt. Sein Schicksal trifft den Zuschauer nicht und er gewinnt über die 2h kaum Sympathiepunkte, obwohl er von Drehbuchautor David Scarpa gar nicht so extrem als reicher Schnösel-Teenager gezeichnet wurde. Das ist die größte Schwäche des Films. Denn obwohl der Film spannend, teilweise unvorhersehbar und intensiv ist, bleibt man als Zuschauer lediglich ein interessierter Beobachter des Geschehens und kann daher nicht richtig mitfiebern.

Michelle Williams als Gail Harris
Michelle Williams als Gail Harris © Tobis Film
Der Film hat natürlich technisch und insgesamt visuell eine wahnsinnig gute Optik, die man von einem Streifen, der von Ridley Scott inszeniert und mitproduziert wurde, eigentlich nicht anders erwarten kann. Die Bildqualität der DVD kann da aber leider nicht mithalten. Während die kühlen Bilder in Gettys Anwesen teilweise sehr unscharf wirken, sind die Szenen in Italien mit Sepia-Farben teilweise zu grell, sodass die Bildqualität insgesamt nicht zufriedenstellend ist. Hingegen überzeugt die Tonqualität mit klaren Klängen bei Actionsequenzen und durchgehend verständlichen Dialogen. Bei den Extras gibt es eine Trailershow (3 verschiedene deutsche Trailer zum Film), ein kleines Making-of (4 Minuten) und ein noch kürzeres Featurette (ca. 2 Minuten), welches den Schauspielerwechsel und die Nachdrehs thematisiert. Diese haben alle durchgehend leider einen sehr werbenden Charakter.


Fazit:
Stark inszenierter und sehr gut gespielter Thriller, der spannend und dramatisch zugleich ist. Jedoch fesselt er den Zuschauer nicht ganz, da Charlie Plummer als Enkelsohn und Opfer der Entführung nicht ganz überzeugen kann und man somit nicht selbst mitleidet. Christopher Plummer hingegen überragt als Paul Getty. Letztlich sieht man diesem Film überhaupt nicht an, dass binnen kürzester Zeit viel nachgedreht wurde und ein wichtiger Bestandteil des Casts ausgetauscht wurde. Denn trotz dessen oder vielleicht genau deswegen ist Alles Geld der Welt der beste Film von Ridley Scott seit mehr als einem Jahrzehnt.

by Morteza Wakilian
Bilder © Universum Film / Tobis