All Tomorrow's Parties - DVD

DVD Start: 16.04.2010
FSK: ab 6 - Laufzeit: 83 min

All Tomorrow's Parties DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD zum Film

Inhalt

In einer Ferienanlage im Strandbad Camber Sands an der Süd-Küste Englands findet seit 1999 in der Nebensaison eines der außergewöhnlichsten Musik-Festivals statt: das ALL TOMORROW’S PARTIES bietet eine einmalige Mischung aus aktueller Pop-Musik jenseits des Mainstreams und Pauschal-Urlaubs-Flair. Jede Ausgabe wird dabei von einer anderen Band oder einem Einzel-Künstler kuratiert, die für die komplette Auswahl des Line-Ups verantwotlich sind.
Diese DIY-Doku gibt in einer bunten Materialsammlung aus Handy-Videos von Fans und Super8-Urlaubsfilmen bis zu professionellen Konzert-Aufnahmen, zusammengestellt von Jonathan Caouette (TARNATION, SHORTBUS), einen mitreißenden Einblick in ein einzigartiges, vor kreativem Wahnsinn überbordendes musikalisches Parallel-Universum.

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive AG
Tonformate:
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Französisch, Spanisch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Ungekürzte Live-Songs von The Gossip, Portishead, Iggy And The Stooges, Grinderman, Les Savy Fav, u. a..
- Audio-Kommentar der Festival-Organisatoren Barry Hogan und Deborah Kee Higgins
- 40-seitiges Booklet (Englisch)
- Zugangscode für umfangreiches exklusives Online-Bonusmaterial

Video on demand - All Tomorrow's Parties

DVD und Blu-ray | All Tomorrow's Parties

DVD
All Tomorrow's Parties All Tomorrow's Parties
DVD Start:
16.04.2010
FSK: 6 - Laufzeit: 83 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - All Tomorrow's Parties

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 10/10
Gesamt: | 8/10


All Tomorrow’s Parties ist eigentlich ein Song von Velvet Underground, der legendären Band um John Cale und Lou Reed. Der Song stammt aus dem nicht minder legendären Album der Band…dem mit der Banane vorne drauf, produziert von Andy Warhol. Und man möchte fast meinen, das gleichnamige Festival, das seit 1999 in einem südenglischen Badeort stattfindet, habe sich dieser breiten und offenen Interdisziplinarität verschrieben. Das Besondere an dem Festival: Jedes Jahr gibt es einen sogenannten „Kurator“, eine besondere Band oder Person, die sich „ihr“ Festival zusammenstellt. Sozusagen die Lieblingsbands der Lieblingsbands. Das führt zu unglaublichen Reisen in die Extrembereiche der Popkultur…extrem gut, extrem abgefahren…aber eben auch extrem unterhaltsam.

Regisseur Jonathan Caouette (bekannt durch seine Filmkollage „Tarnation“) hat nun aus Konzertschnipseln, Aufnahmen von Gästen des Festivals und offenkundigen alten Aufnahmen des Badeortes als es noch ein Badeort war, einen sehr eindrucksvollen Film geschnitten, der den Geist des Festivals lebhaft widerspiegelt.

Bereits die Anfangssequenz weiß zu fesseln: Zu den pulsierenden Takten von „Atlas“ der Gruppe Battles werden alle diese Elemente wild, aber auf bizarre Art und Weise koordiniert durcheinandergewirbelt. Man bekommt eine Ahnung von der Lebendigkeit dieses Festivals: Keine VIP-Pässe, kein Backstage Bereich, keine Unterscheidung in „Rock“, „Pop“ oder gar so etwas Profanem wie E- und U-Musik. Um Gottes Willen. Hier herrscht wildester musikalischer Eklektizismus, der in All Tomorrow’s Parties seine filmische Entsprechung findet.

Wobei ATP (wie das Festival abgekürzt wird) kein Newcomer Festival ist: Neben den bereits etablierten Kuratoren treten durchaus auch feste Größen des Business auf: Portishead, Sonic Youth, Patti Smith...alle schon da gewesen. Was alle Bands eint, ist die unglaubliche Offenheit und Scheuklappenlosigkeit, mit der diese Künstler an Musik herangehen. Es geht nicht darum, welche Szene oder welche Richtung man vertritt…sondern ob es anregend und spannend ist, was man tut. So traten unter dem Kuratorium von Portishead eben nicht nur abseitige Klaustrophobie-Bands auf, sondern auf der Rapper GZA.

Überhaupt zeigt und feiert der Film die Allgegenwärtigkeit der Musik: An jeder Ecke entsteht hier Musik, ohne Sponsoren, ohne wohnblockgroßes Bühnenequipment, ohne offizielles Marketingmanagement-Tamtam. Sei es ein Daniel Johnston, der sich einfach auf die Wiese setzt und singt oder Sonic Youth, die auf der größeren Bühne spielen oder Lightning Bolt, die sich vor einen der vielen Ferienhäuser begeben, um ihre Lärmsession abzuziehen...

In einer wunderschönen Endsequenz verfolgt die Kamera eine Gruppe von Leuten, die am frühen Morgen an den Strand gehen und hier zwei Typen zuhören: Einer spielt Gitarre, beide singen. Aus dem Nichts entsteht hier eine magische, musikalische Aura, die keine Plattenfirma, keine Musikmanagement und keinen Profit braucht. Nur zwei talentierte Typen und eine Gitarre.

Musik ist einfach überall dort, wo sie gemacht wird.

Neben dem eindrucksvollen Film gibt es eine Reihe Extras wie ein tatsächlich mal sehr interessantes Booklet, in dem die 10 Jahre ATP mit ihren interessanten Acts und auch designerisch anregenden Plakaten aufgeführt werden. Darüber hinaus gibt es fast eine Stunde ungekürzte Live-Musik mit tollen Clips von Portishead, The Gossip, u.v.a.m. Schließlich gibt es noch einen Audiokommentar, und man kann sich im Internet noch einige Clips anschauen, u.a. den ersten Teil einer sehr interessanten und visuell eindrucksvollen Doku über das Festival von Konzertfilmer Vincent Moon.


by Thomas Böhm
Bilder © Alive AG




Von Interesse: