Alexandre Ajas Maniac - DVD

DVD Start: 21.05.2013
FSK: ab 18 - Laufzeit: 84 min

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Inhalt

Frank (Elijah Wood) lebt ein zurückgezogenes und einsames Dasein in Los Angeles. Alleine betreibt er den von seiner verstorbenen Mutter geerbten Laden, in dem er Schaufensterpuppen restauriert. Nachts zieht er durch die Straßen und macht Jagd auf Frauen, die er tötet, skalpiert und entkleidet. Mit diesen Trophäen schmückt Frank zu Hause seine Puppen in dem Glauben, ihnen so Leben einzuhauchen. Aufgewachsen mit einer promiskuitiven und nachlässigen Mutter, hofft er so, seine innere Leere zu füllen.
Eines Tages taucht die junge Künstlerin Anna (Nora Arnezeder) in seinem Laden auf. Fasziniert von seinen Schaufensterpuppen bittet sie darum, diese fotografieren zu dürfen und kommt mit Frank ins Gespräch. Natürlich hat Anna keine Ahnung, mit wem sie da gerade Freundschaft schließt…

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (DTS 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Making of, Interviews, Originaltrailer, Trailershow

Video on demand - Alexandre Ajas Maniac

DVD und Blu-ray | Alexandre Ajas Maniac

DVD
Alexandre Ajas Maniac Alexandre Ajas Maniac
DVD Start:
21.05.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 84 min.

zur DVD Kritik
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Blu-ray
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Blu-ray Start:
21.05.2013
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DVD Kritik - Alexandre Ajas Maniac

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 0/10
Ton: | 0/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 8/10


Innenleben eines Serienmörders - „Maniac“ (1980) ist einer der Horrorfilmklassiker der 1980er. Nicht unbedingt, was die Qualität betrifft, auch wenn das jetzt für manche ein Sakrileg sein mag. Aber der Film von William Lustig gehörte zu den ersten, die das Innenleben eines Serienkillers thematisierte und nicht mit brutalen Szenen geizte. Allerdings litt der Film an seiner billigen Machart und an seinem extrem unsympathischen und untalentierten Hauptdarsteller Joe Spinell, der den ganzen Film unzugänglich machte. Kein Vergleich jedenfalls mit dem zu Recht zum Klassiker gewordenen „Henry“ (1986) von John MacNaughton, der auf ganzer Linie überzeugte und an dem sich jedes Portrait eines Serienkillers messen lassen muss. Die Ankündigung eines Remakes von „Maniac“ konnte man zu Beginn ja erst einmal mit einem Schulterzucken abtun. Okay, noch ein Remake. Aber interessiert das einen wirklich? Eine Neuigkeit, die nicht jeden vom Hocker gerissen haben dürfte. Dann aber kam die Neuigkeit, dass niemand geringeres als Alexandre Aja („High Tension“, „Piranha“, „Mirrors“, „The Hills have Eyes“), der Shootingstar des Horrorfilms, den Film produzierte. Produzierte, nicht inszenierte, den Job übernahm Franck Khalfoun. Das machte einen neugierig. Und das ausgerechnet Frodo-Darsteller Elijah Wood aus „Herr der Ringe“ den Part des Killers übernahm, schürte die Erwartung und die Neugier. Nun kann man das Endergebnis betrachten. Und siehe da: Franck Khalfoun macht ein verstörendes Remake, das wirklich der bislang einzig würdige Erbe von „Henry“ ist. Ein Großteil der Wirkung beruht darauf, dass der Film aus der subjektiven Perspektive gefilmt worden ist. Kein Found-Footage-Material, sondern die Kamera ersetzt die Augen des Killers. An sich ist das noch nicht erschreckend, aber was sich nun durch den Innenblick ergibt, ist, das der Zuschauer auch die Visionen und die optischen Störungen des Monsters erfährt und sich so selber eine psychologische Sicht auf den Mörder zusammenstellt. Allerdings hat diese Herangehensweise auch Grenzen. So kann die Perspektive nicht immer durchgezogen werden. Bei einem Mord etwa verlässt die Kamera den Körper des Täters und blickt von außen auf ihn. Da das recht unmotiviert geschieht, kann man eigentlich nur vermuten, dass in diesem Moment auch der Mörder völlig losgelöst ist von sich selber und sich von außen betrachtet. Ansonsten macht die Einstellung keinen Sinn. Es ist zwar gut, dass auch Erinnerungen gezeigt werden, aber auch wenn sie vor dem inneren Auge ablaufen, so sind sie doch eben innen. Visionen meint man zu sehen, aber Erinnerungen spielen sich in dem Kopf ab und so geschieht auch hier ein stilistischer Bruch. Aber sie tragen dazu bei, den Zuschauer zu verstören und vor ein Rätsel zu stellen. Hier werden nämlich die möglichen Ursachen für das psychische Leiden des Killers unterstellt, wobei der Mutterkomplex allein doch etwas zu platt und freudianisch ausgefallen ist. Zugleich holen die Stilbrüche den Zuschauer mal aus dem direkten Kopf des Maniacs heraus und erlauben somit eine kleine Auszeit. Immerhin erahnt man die Wahnvorstellungen und die psychischen Leiden des Täters. Letzteres ist das schockierende. Angesichts dessen, was in dem Kopf des Wahnsinnigen vorgeht, bekommt der Zuschauer schon fast Mitleid mit ihm und wünscht dem Protagonisten, dass er mit der weiblichen Heldin zusammen Frieden findet. Man wünscht ihm ein Happy End und ein Ende des mörderischen Treibens. Das irritiert, wenn es wieder zu den Morden kommt. Die Gewalt wird dabei aber nicht verharmlost, denn obwohl man in dem Kopf des Maniacs steckt, hofft man, dass die Frauen ihm entkommen. Somit ist der Film trotz subjektiver Kamera sehr spannend geworden. So schwankt man gegenüber der Hauptfigur zwischen Sympathie und Abscheu und hat dennoch mit allen Opfern Mitleid, da man sich selber gefangen fühlt. Aber warum einen Star nehmen, wenn die Perspektive subjektiv ist und der Darsteller somit im Grunde überhaupt nicht zu sehen ist? Das Problem wird umgangen, indem oft mit Spiegeln gearbeitet wird und umso eindringlicher kontrastiert das jungenhafte Gesicht von Wood mit seinen Taten. Jedes Mal wenn man ihn sieht, kann man kaum glauben, dass er vorher eine Frau skalpiert hat. Insofern ist „Maniac“ emotionaler als der sehr nüchterne Blick wie etwa in „Henry“, aber die Gratwanderung gelingt. Ebenso wie „Henry“ ist der Film verstörend und brutal, kann aber einen guten Einblick in die gequälte Psyche geben, ohne dabei die grauenvollen Taten zu entschuldigen. Und im Dekor und Setting, besonders der Straßen, durchweht ein ordentlicher Hauch der 1980er den Film und somit ist er auch noch eine kleine Hommage. Aber auf jeden Fall, sehr viel besser als das Original.

Da ein Pressescreener vorlag, kann kein abschließendes Urteil zu der technischen Ausstattung gegeben werden. Das Bild und der Ton sind viel versprechend, aber es waren keine Extras vorhanden. Somit entfällt hier die Wertung.

Sehr viel besser als das Original. Die subjektive Kamera erlaubt einen Blick in die gequälte Psyche eines Serienmörders, wobei die Taten niemals entschuldigt werden. Trotz der gewählten Perspektive ist der Film spannend, da man sich immer wünscht, dass die möglichen Opfer entkommen.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment