Ajami - DVD

DVD Start: 24.09.2010
FSK: ab 16 - Laufzeit: 120 min

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Inhalt

Tel Aviv, Jaffa, Ajami. Hier ist das Babel der Gegenwart, das Leben ein permanenter Ausnahmezustand. Seit langem Verfeindete leben hier als Nachbarn auf engstem Raum. Omar, der sich in die junge Hadir verliebt hat, wird in einen blutigen Streit mit einer mächtigen arabischen Familien verwickelt und von ihrer grausamen Rache verfolgt. Ihm bleibt nur die Flucht und dennoch kann er die Stadt und Hadir nicht verlassen. Seine letzte Chance ist, das von einem islamischen Richter festgesetzte – und dennoch unbezahlbare – Schuldgeld aufzutreiben. Auch Omars Freund Malek braucht dringend Geld, denn seine Mutter ist schwer krank. Um die Behandlung bezahlen zu können, arbeitet er illegal in Israel. Das Leben Dandos, eines jüdischen Polizisten, nimmt eine tragische Wendung, als sein Bruder spurlos verschwindet. Zutiefst überzeugt, dass er Arabern in die Hände gefallen sein muss, schwört Dando Rache. Während er das Schicksal seines Bruders aufzuklären versucht, bietet sich Malek und Omar ein viel versprechendes Geschäft mit zwielichtigen Drogenhändlern. Doch die Ereignisse geraten außer Kontrolle. Mit erbarmungsloser Konsequenz werden Omar, Malek und Dando in einen hochspannenden Krimi verwickelt, der alles verändern wird.

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DVD Details

Medienanzahl: 2
Regionalcode: 2
Vertrieb: Indigo
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Hebräisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
umfangreiches Zusatzmaterial auf einer Bonus-DVD (Making-Of, herausgeschnittene Szenen, Nasris Zeichnungen, Interview mit den Regisseuren, verschiedene Kino-Trailer, insgesamt über 100 min)

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DVD und Blu-ray | Ajami

DVD
Ajami Ajami
DVD Start:
24.09.2010
FSK: 16 - Laufzeit: 120 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Ajami

DVD Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 6/10
Ton: | 6/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 7/10


Realistisch, respektlos, tragisch und enervierend kommt dieses Dokumentar-Drama daher: Ein ernstzunehmender und ernsthafter Filmbeitrag, der seine Premiere auf den 62. Internationalen Filmfestspielen von Cannes zelebrierte und mit besondere Erwähnung bei der "Caméra d'Or" bedacht wurde. Beim Jerusalem Filmfestival 2009 gewann "Ajami" den Hauptpreis als Bester Langfilm. Und nicht nur das: Bei den den Academy Awards war die palästinensisch - israelische Produktion als bester fremdsprachiger Film für einen Oscar nominiert. Und das will schon etwas heißen. Es ist aber auch in der Tat ein sozialpolitisches Pulverfaß der absolut hoffnungslosen Art In fünf ineinander verwobenen Geschichten dokumentiert Ajami das explosive Verhältnis zwischen Juden, Muslimen und Christen Ajami“ im gleichnamigen Viertel von Jaffa, in dem Drogen-Gangster die Vierel beherrschen und die Polizei im Dauereinsatz ist. Was hier geschieht ist kein noch so schweres Leben sondern ein angstbelasteter Dauer-Ausnahmezustand.: Sämtliche Parts wurden mit Laiendarstellern aus Jaffa und Tel Aviv besetzt, und es ist erstaunlich, wie authentisch gerade die Kinder ihr leidliche Leben eher dokumentieren, denn interpretieren.

Ajami – Stadt der Götter, erzählt sowohl von illegal immigrierten Palästinensern als auch von jüdischen, muslimischen und christlichen Israelis. Während die einen nur arabisch oder hebräisch sprechen, wechseln die muslimischen Israelis fließend zwischen den beiden Sprachen. Das ist dann im Original ein auditives Durcheinander, das kein Mensch mehr überschauen, geschweige denn verstehen kann. Fünf Auszeichnungen erhielt der von ZDF und Arte produzierte Film von Yaron Shani und Scandar Copti bei der Verleihung der Ophir Awards, dem höchsten israelischen Filmpreis. Besonders geschickt jonglierte das Regieduo mit seinen verschieden, verschachtelten Zeitebenen, und ihre nüchtern gehaltene Narration stellt Gewalt nicht in den Fokus, sondern jedes einzelne fatale Schicksal. Dabei erhält der Betrachter auszugsweise den Blick hinter die Kulissen der divergierenden Kulturen. Mit Sicherheit keine leichte, unterhaltsame Sehkost, sondern ein harter und dramatischer brocken für alle, die mit offenen Augen und Ohren durch die Welt wandeln, und wissen wollen, was wann wo geschieht. Vor allem. Warum? Alles am Ende? Irgendwie schon. Ein Ende der elendigen und erbärmlichen Situation im Stadtteil Jaffa in Sicht? Irgendwie nie. Denn Ajami ist eher ein verschlossener Wasserkessel der seit Jahrzehnten auf hoher Gasflamme kocht, als nur einfach ein multikultureller Schmelztiegel.


by Jean Lüdeke
Bilder © Indigo




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