A bigger splash - DVD

DVD Start: 15.09.2016
FSK: ab 12 - Laufzeit: 119 min

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Inhalt

Das berühmte Künstlerpaar Paul (MATTHIAS SCHOENAERTS) und Marianne (TILDA SWINTON) reist auf die idyllische Insel Pantelleria, um in der malerischen Abgeschiedenheit Süditaliens einen romantischen Urlaub zu verbringen. Es scheint der perfekte Ort. Doch die Harmonie der Beiden gerät abrupt ins Wanken, als sie unerwartet Besuch von ihrem alten Freund Harry (RALPH FIENNES) und dessen äußerst attraktiven Tochter Penelope (DAKOTA JOHNSON) bekommen. Während Paul bald der lasziven Ausstrahlung der jungen Frau verfällt, erwacht zwischen Marianne und Harry eine „alte“ Leidenschaft. Ein gefährlicher Sog zieht die Vier immer tiefer in einen Abgrund aus Leidenschaft, Eifersucht und sexueller Obsession...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Making of, Geschnittene Szenen (mit optionalem Audiokommentar), Audiokommentar Hauptfilm, Trailer, Wendecover

DVD und Blu-ray | A bigger splash

DVD
A bigger splash A bigger splash
DVD Start:
15.09.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 119 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
A bigger splash A bigger splash
Blu-ray Start:
15.09.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 124 min.

DVD Kritik - A bigger splash

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 10/10
Ton: | 9/10
Extras: | 10/10
Gesamt: | 9/10


Luca Guadagnino (Regie) und David Kajganich (Buch) haben aus Jacques Derays Der Swimmingpool (1969) vor allem ein freidrehendes Remake gemacht. Man findet in A Bigger Splash zunächst dieselbe basale Grundkonstellation vor: ein Paar, ein Ex-Freund, seine junge Tochter. Man weiß, worauf die Geschichte hinsteuert. Der Swimmingpool ist hier wie dort das Hauptsetting, ein kontrolliertes, asoziales Stück Meer, um den herum die Körper schmelzen, während die Geschichte langsam aufkocht. A bigger splash SzenenbildIn einem Filmfetzen aus meiner Kindheit versuchte jemand jemanden anderen zu töten, indem er oder sie ein lebendes Krokodil in den Pool reinsetzte – solche und ähnliche überschnulzige Interpretationen des Motivs hat es, nebenbei gesagt, auch gegeben.

Luca Guadagnino sagt, klassisch oder klischeehaft sei eine Frage des Standpunktes. Als er das Angebot von Studiocanal bekam, ein Remake zu drehen, reizte ihn die Möglichkeit, mit dem (nach eigenen Worten) filmisch Uninteressanten zu experimentieren. Es komme schließlich auf das Wie der Inszenierung an. Für Guadagnino eine Arbeit ex negativo also, emotional rescue. Alleine seine raffinierte Musikauswahl ist schon überaus fantastisch. Der Vergleich mit Zikadengeräuschen und Saxophon-Kurvigkeit bei Deray macht sich da vollkommen überflüssig.

Zu dem hinübertransportierten Handlungsgerüst ist das Meiste neu erfunden. Es fängt mit dem Warmspielen an: Bass, Schlagzeug, gigantisches Dröhnen der Fans. Marianne Lane ist ein Glam-Rockstar. Die Bowie-Anspielung. Das latent Gewichtige von Tilda Swintons Erscheinung. Dann der unerwartete Schnitt in einen ganz anderen Modus: Körper am Pool, Stille und Ruhe bevor das Duett zu einem Quartett wird. Wir sehen Marianne und ihren Freund Paul (Matthias Schoenaerts) in den Momenten der Intimität. Pantelleria ist eine italienische Insel von karger Schönheit, atemberaubend aber kantig. Vielmehr also ein verqueres Setting, als ein idyllisches. Als der Anruf kommt, liegen die zwei clownesk mit vulkanischem Schlamm bemalten Körper und schauen dem sich absetzenden Flugzeug unbeholfen nach. Mariannes ehemalige große Liebe Harry (Ralph Fiennes) mit seiner neulich entdeckten Tochter Penelope (Dakota Johnson) setzen zur Landung. Diese lapidare, man möchte fast sagen, humane Komik ist Guadagnino genauso eigen wie sein viel augenfälligeres Formbewusstsein.

A bigger splash Szenenbild Marianne wurde an den Stimmbändern operiert, zwei Wochen noch darf sie nicht reden. Swintons Idee. Dafür redet Harry wie ein Wasserfall. Wir merken, dass das Wasser des Pools das ausnahmslos Einzige ist, was ihn im Laufe des Films zum Schweigen bringt. Wir merken, überall sind hier Zeichen und Hinweise verstreut, viele von denen muten irgendwie liebenswert altmodisch an. Etwa das mit dem Kleid, mehr will ich an der Stelle nicht verraten. Der Regisseur arbeitet eher mit Verheißungen, als mit Kulminationspunkten. Penelope ist ganz Zeitgeist-entsprechend: nackte Beine in kurzen Shorts, durch Vintage-Sonnenbrille verschlossene Augenpartie, grobe Schuhe, lasziv-fordernde Körperhaltung.

Eine von den vielen tollen Szenen in dem Film spielt an einem Berghang, ein Restaurant unter freiem Himmel. Der berühmte Kameramann Yorick Le Saux (der lustigerweise auch François Ozons Swimming Pool von 2003 drehte) filmt mit einem leichten Vertigo, schaut sich um wie in der Vorahnung, fährt hier und da an Dinge ran, zeigt ein Panoramabild durch die Berge auf das Meer hinaus. Das Vorkochen von dem Filmanfang kocht hier weiter, der akustische Urknall legt sich auf die Bilder wie beim Geschlechtsakt. Gleich neben dieser verhängnisvollen Statik lässt Guagadnino ein paar Einzelbilder weg, um im Gegenzug Bewegungen im Bild zu beschleunigen. Daiquiris werden gemixt. Wie die Kamera anschließend auf dem Heimweg die beulige Landstraße für den eigenen kurzen Ausraster benutzt. Wie sie, zuhause und am Pool angekommen, die Schärfe verlagert von Paul im Hintergrund zu der Weinflasche direkt vor uns, dasselbe zwischen Paul auf dem Trockenen und Harry im Wasser. Diese innige Wildheit, die die eigens sorgfältig gestalteten Bilder auseinander reißt, kennt man schon aus Guadagninos I Am Love (2009), ebenfalls mit Tilda Swinton in der Hauptrolle.

Dabei erzählt der Regisseur in einfachen Gegenüberstellungen, zielt auf Verständlichkeit, schaltet Rückblenden ein, die es im Original nicht gegeben hat. Man sagt, die Figuren gewinnen dadurch an Tiefe, an Substanz. Das tun sie hier wirklich. A bigger splash SzenenbildHarry versucht Marianne zurückzugewinnen, führt sich auf, erzählt eine Anekdote über The Rolling Stones, tanzt nach dem griffigen Emotional Rescue so ausgelassen, tanzt sich selbst. Harry ist Falstaff – ein Angeber, ein Genießer, vielleicht auch eine Nervensäge. Es heißt, für Verdi sollte Falstaff ein spielerisches Experiment gewesen sein, mit dem er die komische Oper um die Jahrhundertwende neu erfand. Bei Verdi also wartet Falstaff mit einem Hirschgeweih auf dem Kopf auf eine Dame. Er singt das Läuten der Glocken: una, due, tre, quattro. Das Gefühl des sich nähernden Verhängnisses – Harry badet im Pool. Später, nachdem die Kamera die Choreografie des Kampfes von schräg oben gefilmt hat, zieht sie sich nach ganz oben zurück, zeigt den Pool und das Haus als eine geometrische Anordnung, ein Ornament, begleitet von einem Stück konkreter Musik. Klappergeräusche.

Und dann bricht die des Films eigene Logik das Dramatische herunter, endet trotz des Geschehenen lebendig. Es regnet, die heimischen Carabinieri werden weich. Entladung, Entspannung, gemeinsame Rückfahrt. Großartig.

Bild und Ton
An der Bild- und Tonqualität gibt es nichts auszusetzen. Gedreht ist der Film interessanterweise sowohl auf analoge 35-mm (zum größten Teil), als auch digital. A bigger splash SzenenbildEs empfiehlt sich, auf die deutsche Fassung zu verzichten. Die Synchronstimmen scheinen unpassend, insbesondere die von Harry/ Ralph Fiennes. Und er ist ja unglücklicherweise derjenige, der am meisten spricht. Der Soundtrack ist eine sorgfältige Zusammenstellung wunderbarer Stücke. Alles in allem großartig.

Extras
Endlich eine DVD, wie man sie gern hätte. Audiokommentar von Guadagnino, Kajganich (Buch) und Walter Fasano (Schnitt) ist sehr einleuchtend und für Filminteressierte unbedingt zu empfehlen. Außerdem vorhanden: kurzes Making Of, geschnittene Szenen (optional mit Audiokommentar), Trailer.


Fazit:
Luca Guadagnino ist ein Regisseur, der einen sehr neugierig macht. Er macht seine Filme auf eine Weise, die sie für uns verständlich macht, lässt uns mitgehen und schafft es am Ende, mysteriös zu bleiben. Es ist erstaunlich, wie seine Filme eine eigene Logik entwickeln. Diese eigene Logik brodelt wie Untergrundwasser unter der Oberfläche der schönen Bilder und führt sie dann zu einem Ende, das überraschend wirkt und dabei nur das einzig Mögliche ist.

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by Olga Baruk
Bilder © Studiocanal Home Entertainment




A bigger splash - Trailer