A Beautiful Day - DVD

DVD Start: 06.09.2018
FSK: ab 16 - Laufzeit: 86 min

A Beautiful Day DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Ein junges Mädchen wird vermisst. Joe (Joaquin Phoenix), ein brutaler und vom eigenen Leben sowohl gequälter als auch gezeichneter Auftragskiller, startet eine Rettungsmission. Im Sumpf aus Korruption, Macht und Vergeltung entfesselt er einen Sturm der Gewalt. Vielleicht gibt es nach all dem Blutvergießen am Ende auch für Joe ein Erwachen aus seinem gelebten Albtraum….

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures / Constantin Film
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 / 2,39:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Interview Joaquin Phoenix (ca. 9 Min.)
Interview Lynne Ramsay (ca. 8 Min.)
Trailer Deutsch (ca. 2 Min.)
Trailer Englisch (ca. 2 Min.)

DVD und Blu-ray | A Beautiful Day

DVD
A Beautiful Day A Beautiful Day
DVD Start:
06.09.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 86 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
A Beautiful Day A Beautiful Day
Blu-ray Start:
06.09.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 90 min.

DVD Kritik - A Beautiful Day

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 10/10
Ton: | 8/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 9/10


Nach seiner Zeit beim Militär und beim FBI, hat es sich Joe (Joaquin Phoenix) zur Aufgabe gemacht entführte Kinder auf eigene Faust zurück nach Hause zu bringen. Von seiner Vergangenheit gezeichnet, sowohl körperlich als auch seelisch, weiß er genau wie er vorgehen muss und kennt dabei keine Skrupel. Doch auch seine Überlegenheit kennt ihre Grenzen. Als er die entführte Tochter des New Yorker Senators Nina (Ekaterina Samsonov) finden soll, gerät er in ein gefährliches Netz aus politischem Missbrauch und Sexhandel. Trotz der Gefahr, die von der Macht seiner Gegner ausgeht, entscheidet er sich Nina zu helfen und sieht sich nun mit einem seiner schwierigsten Fälle konfrontiert.

Joaquin Phoenix and Ekaterina Samsonov in A Beautiful Day
Joaquin Phoenix and Ekaterina Samsonov in A Beautiful Day © Constantin Film
Man ist sich einig, dass Regisseurin Lynne Ramsay ihren ganz eigenen Stil hat Geschichte zu erzählen. In „A Beautiful Day“ bricht sie erneut mit bereits etablierten Techniken des Hollywood Kinos und schafft einen brutalen Thriller, der ohne explizite Gewalt und Kampfszenen auskommt. Wirklich neu ist die Handlung nicht, ganz ähnliche Inhalte kann man auch in „Taxi Driver“ oder „Léon - Der Profi“ vorfinden. Doch was hier vielleicht schon an Story gesättigt ist, macht Ramsay durch eine unkonventionelle auditive und visuelle Gestaltung wett. Lange Kamerafahrten und ein ausgeprägtes Sound Design kennzeichnen „A Beautiful Day“. Jedes Geräusch wird hier mühevoll ausgearbeitet und spielt vor allem dann eine wichtige Rolle, wenn das Geschehen abseits der Kamera stattfindet. So sieht der Zuschauer immer nur einen Ausschnitt der Situationen, in denen sich Joe befindet. Visuell wird dies durch unterschiedliche Einstellungen gelöst. Mal sehen wir nur durch Überwachungskameras, was sich beispielsweise innerhalb eines Hauses abspielt, oder durch Spiegel. Gewalt wird lediglich auf subtile Weise angedeutet, aber kaum ausgeführt. Und wo der durchschnittliche Zuschauer eine große Showdown Szene erwartet, kontert Ramsay mit Gelassenheit und ruhigen Nah- oder Detailaufnahmen, die nur die Folgen der Gewalt darstellen. Auch schon direkt zu Beginn des Filmes spielt dieser mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, indem Joe gezeigt wird wie er den Tatort aufräumt und deshalb zunächst für den Täter gehalten werden könnte. Musikalisch begleitet werden diese Bilder von den tollen Sounds des Radiohead Mitglieds Jonny Greenwood, der bereits an Ramsays „We Need to Talk About Kevin“ (2011) beteiligt war. Musik spielt generell eine wichtige Rolle, indem Songs immer wieder mitgesummt und -gesungen werden, was einen großen Kontrast zu der Trostlosigkeit der Handlung darstellt.

Joaquin Phoenix and Ekaterina Samsonov in A Beautiful Day
Joaquin Phoenix and Ekaterina Samsonov in A Beautiful Day © Constantin Film
Außerdem zeigen die Lieder eine sehr sanfte Seite von Joe, was beispielsweise in der Szene deutlich wird, als er die Hand seines gerade erledigten Gegners hält und beide gemeinsam singen. Auch tragen sie dazu bei, die Beziehung zu seiner Mutter zu charakterisieren, die sehr kindlich und spielerisch ist. Darüber hinaus bezieht der Film einen Großteil seiner Wirkung aus Joaquin Phoenix großartiger Performance. Sein muskulöser Körper wird in jedem Bild genauestens in Szene gesetzt und erzählt mit seinen Narben eine ganz eigene Geschichte. Trotz seiner Masse, schleicht sich Ramsays Protagonist fast geisterhaft durch die Bilder, als wären sie eine Bühne, die er mal betritt und dann wieder verlässt. Dies könnte auch den Originaltitel „You Were Never Really Here“ erklären, denn Joe versteht es, sich trotz seines auffälligen Erscheinungsbildes unsichtbar zu machen. In wie fern er selbst von seinem Vater misshandelt wurde, bleibt im Verborgenen. Gewiss ist jedoch, dass dieser Mann einen ganz eigenen Kampf in sich austrägt, weshalb er sich regelmäßig Plastiktüten über den Kopf zieht, um für einige Sekunden fast bewusstlos zu werden. Die Sekunden, die er dabei zählt geben dem Film einen markanten, eigenen Rhythmus und können ebenso bei Nina gefunden werden, die in ihrer Angst immer wieder herunterzählt. Lediglich die surrealen Szenen wie die sehr mythisch angehauchte Bestattung – auch wenn diese sicher den emotionalsten Teil des Filmes darstellt - und der geträumte Selbstmord am Ende wollen nicht so ganz zum restlichen Stil des Filmes passen. Doch darüber kann man getrost hinwegsehen, wenn man beachtet, dass Ramsay eben experimentierfreudig mit ihrem Material umgeht. Des Weiteren sind manche Stellen schwierig zu verstehen, so sucht man mit seinen typischen Sehgewohnheiten immer nach einem Kontext, der sich jedoch nur schwer ergibt. Nun kommt Ramsay eben auch aus dem Kurzfilm Bereich und hat es sich hier nicht zu Aufgabe gemacht das ganze Leben eines Menschen zu beleuchten, sondern nur die Erlebnisse weniger Tage.

Joaquin Phoenix in A Beautiful Day
Joaquin Phoenix in A Beautiful Day © Constantin Film
Bild:
Durchweg tolle Qualität und gute Farbe. Sehr stimmiges Bild.

Ton:
Der Ton ist trotz der teilweise sehr feinen Geräusche immer gut. Teilweise jedoch nicht ausbalanciert, sodass die Musik an manchen Stellen sehr laut im Gegensatz zur restlichen Tonspur ist.

Extras:
Es ist ein Interview mit Joaquin Phoenix und eines mit Lynne Ramsay enthalten. Beide ca. 8-9 Minuten sowie der Trailer in Deutsch und Englisch.


Fazit:
Wer nach einem klassischen und actionreichen Thriller sucht, für den wird „A Beautiful Day“ sicherlich eine Enttäuschung darstellen. Wer jedoch einen wirklich intelligenten und unkonventionell gestalteten Film sucht, sollte sich Ramsays neuestes Werk definitiv ansehen. Ohne große Ausschweifungen und in unter 90 Minuten Spielzeit, wird hier eine intensive und bewegende Geschichte erzählt, die ihresgleichen sucht.

by Christina Schmitz
Bilder © Universal Pictures / Constantin Film