99 Homes - DVD

DVD Start: 07.04.2016
FSK: ab 12 - Laufzeit: 108 min

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Inhalt

Der junge Bauarbeiter Dennis Nash (Andrew Garfield) arbeitet hart, um für seine Mutter Lynn (Laura Dern) und seinen Sohn Connor (Noah Lomax) zu sorgen. Nach einer versäumten Zahlung kommt es jedoch zur Zwangsräumung und von einem auf den anderen Tag steht Dennis mit seiner Familie auf der Straße. Um sein Zuhause zurückzugewinnen, ist Dennis zu allem bereit und nimmt ein dubioses Jobangebot des skrupellosen Immobilienmaklers Rick Carver (Michael Shannon) an: Er soll selbst beim Rauswurf von zahlungsunfähigen Familien zur Stelle sein. Bald schon plagt ihn das schlechte Gewissen, aber ein Entkommen aus dem Geschäft mit dem Teufel scheint unmöglich.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailer

DVD und Blu-ray | 99 Homes

DVD
99 Homes 99 Homes
DVD Start:
07.04.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 108 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
99 Homes 99 Homes
Blu-ray Start:
07.04.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 113 min.

DVD Kritik - 99 Homes

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 7/10
Ton: | 6/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 7/10


Florida im Trauma nach der Wirtschaftskrise: Dennis Nash (Andrew Garfield) ist ein kompetenter, aber seit kurzem arbeitsloser Handwerker, dessen Elternhaus, das er mit seiner Mutter Lynn (Laura Dern) und seinem Sohn Connor (Noah Lomax) bewohnt, gerichtlich zwangsvollstreckt wird. Die Bank, deren Hypothek nicht rechtzeitig abbezahlt wurde, wird von Immobilienmakler Richard Carver (Michael Shannon) vertreten, der die Familie mit Unterstützung der Polizei aus ihrem eigenen Haus verweist. 99 Homes SzenenbildDennis ist gezwungen, mit seiner Familie und ihrem wichtigsten Hab und Gut in einem Motel abzusteigen, in dem auch andere zur Räumung gezwungene Familien untergekommen sind. Als er ein paar Handwerker, die er des Diebstahls während der Räumung bezichtigt, zur Rede stellt, bietet ihm Carver einen Job in seinem Team an. Nash ist bereit alles zu tun, um sein Elternhaus zurückzubekommen, weshalb er den Handwerksjob annimmt. Doch Carver sieht noch viel mehr in Nash und es dauert nicht lange, bis er sich als dessen Assistent wiederfindet und plötzlich selbst zu schnellem Reichtum kommt. Doch dieser Reichtum kommt mit einem hohen moralischen Preis…

„99 Homes“ ist ein fast durchweg exzellent und präzise erzähltes Drama, das einen unglaublich packenden Sog entwickelt, der einen bis zum leider nicht völlig zufriedenstellenden Ende nicht loslässt. Regisseur und Autor Ramin Bahrani („Um jeden Preis – At Any Price“, „Chop Shop“) gelingt es hier einen durchdringend menschlichen und emotional aufwühlenden Moment an den anderen zu reihen und dabei ein ernüchterndes Bild des gegenwärtigen Amerikas zu zeichnen, in dem Gier und Opportunismus über allem steht. Meisterhaft und mit pulsierendem Momentum inszeniert er etwa die Zwangsräumung der Nash Familie zu Beginn, die zu den besten Szenen der letzten Zeit gehört: Hier wird ein absolutes Horror-Szenario präsentiert, die Polizei steht vor der Tür und man wird damit konfrontiert, dass man sein eigenes Haus unbefugt betritt und es in wenigen Minuten verlassen haben muss. Die Ungläubigkeit und Machtlosigkeit auf den Gesichtern von Dennis, Lynn und Connor schnüren einem regelrecht die Kehle zu. Bahrani inszeniert das alles mit einem dokumentarisch-authentischem Blick, zeigt auch bei den weiteren im Film gezeigten Zwangsräumungen erschütternd real wirkende Gesichter, sodass man oft vergisst, hier einen Spielfilm und nicht eine Dokumentation zu sehen.

Grandios ist dann das starke moralische Dilemma, das den starken provokanten Kern des Films darstellt: Gerade noch von Haifisch Richard Carver aus dem eigenen Elternhaus verwiesen, erhält Nash die Möglichkeit für ihn zu arbeiten. Doch nicht nur das, plötzlich ist er selbst derjenige, der andere Familien aus ihren eigenen vier Wänden verweisen muss. Dieser Pakt mit dem Teufel ist brillant und nachvollziehbar erzählt und man muss sich ständig die Frage stellen, wie man selbst in dieser Situation handeln würde. 99 Homes SzenenbildDas ist zutiefst involvierendes und fesselndes Drama erster Güte, das natürlich auch ganz besonders dank seiner Akteure so gut funktioniert. Andrew Garfield ist hier so gut wie seit „The Social Network“ nicht mehr und bietet die perfekte empathische Projektionsfläche für den Zuschauer. Doch er wird hier fast immer wieder durch den monströsen und überragenden Michael Shannon ("Take Shelter") übertrumpft, der mit seinem aalglatten, bedingungslosen und eiskalten Kapitalismus zelebrierenden Immobilienhai fasziniert. Shannon zeigt wie gewohnt seine magnetische Präsenz, von der man die Augen einfach nicht nehmen kann. Hier werden immer wieder Erinnerungen an Oliver Stones „Wall Street“ wach, denn Carver und sein Hang, knackige, die Gier und den Kapitalismus feiernde Reden zu schwingen, die zugleich alles Schwache und Erfolglose verabscheuen, sind Gordon Gekko nicht unähnlich. Auch die Beziehung Meister und Protegé erinnern unzweifelhaft an die Figurenkonstellation in Stones prägendem 80er Jahre-Klassiker. An einer zweiten Oscar-Nominierung ist Shannon wohl nur knapp vorbeigeschrammt, am Ende reichte es zumindest für eine Nennung bei den Golden Globes und zahlreiche andere Nominierungen von Kritikerverbänden.

Umso trauriger ist es, dass ein so herausragend erzähltes, inszeniertes und gespieltes Drama, das zudem thematisch nicht brisanter und packender sein könnte, in Deutschland keinen Kinostart erhält. Dieses Schicksal teilt „99 Homes“ mit vielen anderen Filmen heutzutage, die vor nicht allzu vielen Jahren noch im öffentlichen Mittelpunkt gestanden hätten und jetzt leider nur eine Randexistenz führen müssen.

Nicht alle Plotentwicklungen wirken hundertprozentig glaubwürdig und das Ende kann als leichte Enttäuschung ausgemacht werden, doch Bahranis leidenschaftliche und konsequent fesselnde Inszenierung lassen das locker verschmerzen. Bahrani puhlt hier mit großer Intensität und Authentizität in der Wunde, die die Wirtschaftskrise gerissen hat und präsentiert einen wichtigen und leidenschaftlich gemachten Film, den man gesehen haben sollte.

Bild
„99 Homes“ wurde auf Arri Alexa aufgezeichnet, verfügt aber über einen softeren Look als gewohnt. Nur selten, etwa bei manchen Nachzieheefekten bei schnellen Schwenks, offenbart der Film seine digitale Aufnahmequelle überhaupt. Die Schärfe ist solide ausgefallen und entspricht gutem DVD-Niveau. 99 Homes SzenenbildAuffällig bei der Ästhetik des Films ist ein mehr oder weniger subtiles Strahlen, das helle Objekte umgibt. Insgesamt eine gute und standesgemäße DVD-Umsetzung.

Ton
Zunächst einmal fällt negativ auf, dass man auf die Zugabe von Untertiteln verzichtet hat. Leider steht diese Tatsache sinnbildlich für den stiefmütterlichen Umgang mit diesem starken Film, der mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Die akustische Umsetzung ist okay ausgefallen, bei der Originalfassung könnte die Deutlichkeit der Stimmen jedoch besser ausgefallen sein. Die Tonspur ist insgesamt sehr frontlastig ausgefallen, auch bei Szenen, die mehr Räumlichkeit bieten, werden die hinteren Kanäle praktisch komplett vernachlässigt. Die Lautstärke ist insgesamt auch etwas niedrig ausgefallen, weshalb man die Einstellung ein wenig lauter als gewöhnlich stellen muss. Die Klangqualität ist insgesamt solide, angesichts dieses völlig einnehmenden Films denkt man auch überhaupt nicht über die akustische Umsetzung nach.

Extras
Leider hat man der DVD keine Sonderausstattung mit Ausnahme des deutschen Trailers (02:14 Min.) spendiert.


Fazit:
„99 Homes“ ist ein brisantes und brillant erzähltes Drama mit starkem und provokanten moralischen Kern, das den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselt und nicht loslässt. Regisseur und Autor Ramin Bahrani präsentiert hier ein zutiefst involvierendes moralisches Dilemma, das meisterhaft von Andrew Garfield und Michael Shannon ausgespielt wird. Große Empfehlung!

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by Florian Hoffmann
Bilder © Eurovideo




99 Homes - Trailer