7 Tage in Entebbe - DVD

DVD Start: 13.09.2018
FSK: ab 12 - Laufzeit: 102 min

7 Tage in Entebbe DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

27. Juni 1976 – eine Gruppe palästinensischer und deutscher Terroristen kapert die Air France Maschine 139 auf ihrem Flug von Tel Aviv nach Paris und erzwingt eine Landung in Entebbe, Uganda. Unter der Drohung die 248 Passagiere nacheinander zu töten, fordern die Terroristen von der israelischen Regierung fünf Millionen Dollar Lösegeld und die Freilassung palästinensischer Gefangener. Mit einem Ultimatum von nur einer Woche muss die Regierung in Israel eine schwerwiegende Entscheidung treffen – durchbricht sie ihre bisherige Maxime, mit Terroristen nicht zu verhandeln? Es folgen 7 Tage in Entebbe, die sowohl die Politiker als auch die Kidnapper ans Äußerste bringen...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: 20th Century Fox Home Entertainment / entertainmentOne
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 / 2,39:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Deleted Scenes
- Hinter den Kulissen von Entebbe

DVD und Blu-ray | 7 Tage in Entebbe

DVD
7 Tage in Entebbe 7 Tage in Entebbe
DVD Start:
13.09.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
7 Tage in Entebbe 7 Tage in Entebbe
Blu-ray Start:
13.09.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 106 min.

DVD Kritik - 7 Tage in Entebbe

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 7/10


Eine Woche Konflikte
Es ist äußerst schwierig, einen Film über ein realhistorisches Ereignis zu machen. Das liegt vor allem an zwei Dingen: zum einen fehlt oft die historische Einordnung. Nichts geschieht im luftleeren Raum, sondern jedes Ereignis hat seine Ursachen und seine Folgen und das kann man schwer alles in einem Spielfilm unterbringen. Zum anderen weiß der versierte Zuschauer der sich in Geschichte auskennt wie die ganze Story ausgehen wird. Die Titanic sinkt, Deutschland verliert den Zweiten Weltkrieg, Napoleon scheitert am Russlandfeldzug, etc. Die große Kunst besteht dann darin, die Geschichte so packend zu inszenieren, dass man vergisst wie das Ende aussehen wird. Dem Thrillerdrama „7 Tage in Entebbe“ gelingt dieses Kunststück teilweise. Vor allem der kleine Kunstgriff das viele verschiedene Perspektiven genutzt werden, sorgt für eine dramatische Dynamik die sich hier auch mehr auf das Personal denn auf ein unübersichtliches soziologisches Thema beschränkt. In der Limitierung ist das geschickt. Man weiß schließlich, dass ein Flugzeug entführt wird und ein israelisches Sonderkommando nach sieben Tagen die Geiseln befreien kann. So fällt letztendlich auch die Befreiungsaktion recht kurz aus. Stattdessen werden die Beteiligten beobachtet, wobei der Fokus auf den israelischen Premier Rabin und seinem Verteidigungsminister Shimon Peres liegt. Übrigens sind das die beiden Männer welche später den Friedensprozess anstoßen sollten und dessen erster Keim während der sieben dramatischen Tage angeblich gelegt worden ist da Rabin erkennt, dass man manchmal doch verhandeln muss. Zudem bekommt man Einsichten in das Denken der beiden deutschen Terroristen welche die Palästinenser unterstützen. Daniel Brühl und Rosamond Pike spielen die hervorragend und tragen die Verblendung der selbsternannten Revolutionäre mit großem Ernst vor, was sie beängstigend macht und keinerlei ironische Brechung erlaubt. Alle Personen die hier auftreten gibt und gab es wirklich, auch der Diktator Idi Amin spielt eine wichtige Rolle. Aufgrund der ganzen Charaktere die an unterschiedlichen Orten von den Ereignissen berührt werden, ist der dramatische Aspekt angenehm hoch.

Wilfried Böse (Daniel Brühl) und Brigitte Kuhlmann (Rosamund Pike) bewachen das entführte Flugzeug
Wilfried Böse (Daniel Brühl) und Brigitte Kuhlmann (Rosamund Pike) bewachen das entführte Flugzeug © eOne Germany
Zusammengehalten werden die einzelnen Szenen und Tage durch eine symbolische Klammer indem man die Freundin eines Soldaten bei den Proben zu einer Aufführung eines Tanztheaters sieht. Dieser Tanz zeigt auf das die Israelis trotz aller Niederschläge und Entwürdigungen immer wieder aufstehen und nie aufgeben werden. Das ist äußerst geschickt und gibt allem noch einen passenden Subtext. Der Nachteil des Films besteht in der Beschränkung auf die 7 Tage. Von der Entführung der Maschine, inklusive einiger Rückblenden zur Planung, bis zur Befreiung der Geiseln geht der inhaltliche Rahmen und so ist der Titel des Filmes auch Programm. Da kann dann nicht mehr erzählen, dass eine Geisel, die im Film von großer Symbolträchtigkeit ist da die Frau einst Insassin eines KZ gewesen ist und nun wieder von Deutschen selektiert wird und ihr somit der Tod droht, später aus Rache an der Befreiungsaktion von Idi Amins Offizieren aus einem Krankenhaus entführt und ermordet worden war. Überhaupt ist in dem Film nicht zu sehen, dass bei der Befreiung auch einige Geiseln starben. Da war wohl der Respekt zu groß, denn am Ende wird ihnen eine Ehrung zuteil indem die Namen genannt werden. So weist „7 Tage in Entebbe“ die Vorteile als auch einige Nachteile eines historischen Films auf dessen Quellen noch gut zu studieren sind und nicht im Staub der Historie verweht sind: der Respekt gegenüber den Beteiligten. Aber die Nachwirkungen können so nicht mehr zur Sprache gebracht werden. Was bleibt ist ein Thriller über Konflikte zwischen Weltanschauungen die zur Gewalt führen, was leider immer aktuell ist.

Wilfried Böse (Daniel Brühl) bedroht den Flugzeugingenieur Jacques Lemoine (Denis Menochet) mit einer Handgranate.
Wilfried Böse (Daniel Brühl) bedroht den Flugzeugingenieur Jacques Lemoine (Denis Menochet) mit einer Handgranate. © eOne Germany
Neben entfernten Szenen die teilweise wirklich nichts im Film zu suchen gehabt hätten, gibt es noch ein Making Of als Extra welches leider eher eine Werbemaßnahme ist, aber durchaus einige interessante Aspekte zu bieten hat. Der Ton und das Bild sind aber gelungen.


Fazit:
Ein spannender Film da verschiedene Ebenen und Konflikte zusammengefasst werden. Leider werden aus Respekt vor den Beteiligten einige Folgen und Ursachen des realhistorischen Ereignisses nicht genug beachtet.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © 20th Century Fox Home Entertainment / entertainmentOne