45 Minuten bis Ramallah - DVD

DVD Start: 06.06.2014
FSK: ab 12 - Laufzeit: 87 min

45 Minuten bis Ramallah DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Der junge Palästinenser Rafiq hat sich in seinem Job in einem Restaurant in Deutschland eigentlich ganz gut eingerichtet, weit weg von seinem herrschsüchtigen Vater in Ost-Jerusalem. Der Einladung zur Hochzeit seines Bruders Jamal in der alten Heimat folgt er daher nur sehr zögerlich. Und tatsächlich, kaum ist die Familie wieder vereint, brechen alte Konflikte wieder auf, die explosive Stimmung eskaliert schließlich so weit, dass sein Vater im Streit eine tödliche Herzattacke erleidet.

Nun müssen die Brüder gemeinsam den letzten Wunsch des verstorbenen Vaters erfüllen: in Ramallah, auf palästinensischem Territorium beerdigt zu werden! Also begeben sich Rafiq und Jamal auf die gefährliche Mission: mit der Leiche des Vaters - versteckt im Kofferraum ihres Wagens - haben sie nicht nur schnell die israelischen Sicherheitskräfte, sondern durch diverse Missgeschicke auch noch palästinensische Terroristen und die russische Mafia im Nacken - und eine attraktive Blondine an ihrer Seite...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: goodmovies / Zorro
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Making-of, Interview mit Ali Samadi Ahadi

DVD und Blu-ray | 45 Minuten bis Ramallah

DVD
45 Minuten bis Ramallah 45 Minuten bis Ramallah
DVD Start:
06.06.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 87 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - 45 Minuten bis Ramallah

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 8/10


Grotesker Nahe Osten - Die Macher von „Salami Aleikum“ bringen mit „45 Minuten bis Ramallah“ ein sozialkritisches Roadmovie heraus, was nicht nur aufgrund des Settings ungewöhnlich ist. Denn mal ehrlich: ein Roadmovie, welches in Israel spielt? Nicht das man es dem Land und den Leuten nicht zutrauen würde. Vielmehr ist das Land so klein, das man von Tel Aviv aus mit dem Taxi nach Jerusalem fahren kann. Und das innerhalb von einer Stunde. Eigentlich ist solch ein überschaubares Land wenig geeignet für ein Roadmovie, welches im Grunde weite Landschaften benötigt. Aber wenn man nur das sehen will, kann man auch zu Dokumentarfilmen greifen und braucht keine Komödie. Denn was ein Roadmovie vor allen Dingen ausmacht sind die skurrilen Figuren und Begebenheiten mit denen die Reisenden konfrontiert werden. Sei es nun ein Abenteuerfilm, ein Actionfilm, Krimi oder eben hier eine Komödie, welche auf unterhaltsame Art und Weise Missstände aufzeigt. Da kann ein pädagogischer Zeigefinger schön vermieden werden. Es ist nämlich sehr angenehm, dass sich der Film nicht nur einfach der exotischen Kulisse bedient, sondern eben die Besonderheiten des Landes hier mit einbauen. Das es auch noch um den Konflikt zweier Brüder geht, die sich hier zusammenraufen, ist eher nebensächlich, sondern dient vielmehr dazu, das zwei unterschiedliche Charaktere aufeinanderprallen. Wobei es sehr geschickt ist, denn der eine wohnt als Palästinenser in Israel, während sein Bruder aus Deutschland kommt in dem er die letzten Jahre gelebt hat. So bekommt man gleich zwei Perspektiven auf Land und Leute und wo der eine sich mit arrangiert hat, hat der andere den empörten oder belustigten Blick des Außenstehenden. Da greifen einige satirische Aspekte auf hervorragende Art und Weise, wobei es vermieden wird, die Leute in schwarz-weiß zu zeichnen. Wobei es schon auffällig ist, dass Israelis so gut wie gar nicht vorkommen. Was einerseits daran liegen kann, das die Palästinenser eben keinen Kontakt zu ihnen haben und andererseits diese nur als Repräsentanten der Staatsmacht erleben. Da droht eine gewisse Verzerrung, da hier alle Israelis nur zum Geheimdienst oder der Armee zugehörig oder Beamte zu sein scheinen. Aber da die Araber und dort vor allem die Fundamentalisten sehr schlecht wegkommen, kann man das hinnehmen und bekommt eine Sichtweise der Benachteiligten. Was gerade bei den satirischen Aspekten auffällt und enorm beeindruckt, ist die Tatsache das oftmals einige wenige Einstellungen genügen um ein komplexes Thema anschaulich zu machen und die Quintessenz der absurden Situation herauszukitzeln ohne das die Handlung dadurch zerfasert wird. Immer zielsicher werden die Wunden gefunden und manchmal nur leicht überhöht. Die Absurdität der islamistischen Terroristen wird gnadenlos durch den Kakao gezogen und ähnelt in der Hinsicht schon öfter Monty Python. Allein die Hinrichtungsszene ist herrlich und einige Szenen vorher gibt es eine Reminiszenz an „Das Leben des Brian“ wenn unterschiedliche Grupperungen mit leicht geänderten Namen genannt werden die untereinander spinnefeind sind. Auch wenn so gut wie jede Szene ein Treffer ist, so hat der Film doch einen Nachteil: der Tonfall wechselt etwas zu oft. Da ist man sich nicht sicher ob es nun Satire, Groteske, Drama oder alberne Screwballkomödie ist. Das macht zwar alles ganz frisch und unvorhersehbar, kann aber ebenso irritieren. Aber das regt ja wieder zum Nachdenken an und man blickt hinter die Lacher und fragt sich warum man sich eben amüsiert. Und das macht den Kern jeder guten Satire aus. Vielleicht kann man solche Zustände wie im Nahen Osten auch nur ins Lächerliche ziehen, um den Leuten den Unsinn deutlich zu machen.

Der Ton als auch das Bild sind sehr gut. Als Extras gibt es leider nur den Trailer und ein Making Of, wobei letzteres mehr aus Filmausschnitten besteht, die immerhin durch Interviewpassagen unterbrochen werden und einige interessante Passagen und Anekdoten beinhalten.

Eine gelungene Satire bei der allerdings etwas zu oft der Tonfall wechselt. Changierend zwischen überdrehter Albernheit, Groteske, bissigen Kommentaren und politischen Anspielungen wird ein wahres Panorama geschaffen das frisch und neu wirkt.

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by Jons Marek Schiemann
Bilder © goodmovies / Zorro