1917 - DVD

DVD Start: 28.05.2020
FSK: ab 12 - Laufzeit: 115 min

1917 DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Zwei junge britische Soldaten im packenden Wettkampf gegen die Zeit, denn das Überbringen einer Nachricht könnte ein drohendes Massaker verhindern. Ein einziger Tag vor dem Hintergrund des 1. Weltkriegs, an dem das Leben und Sterben von über 1.600 Menschen entschieden wird.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 / 2,39:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
• Die Schwere der Welt: Sam Mendes
• Die Alliierten: Die Entstehung von 1917
• Die Filmmusik von 1917
• Filmkommentar mit Regisseur/ Co-Autor Sam Mendes
• Filmkommentar mit Kameramann Roger Deakins

Video on demand - 1917

DVD und Blu-ray | 1917

DVD
1917 1917
DVD Start:
28.05.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 115 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
1917 1917
Blu-ray Start:
28.05.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 119 min.
1917 (4K Ultra HD) 1917 (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
28.05.2020
FSK: 12 - Laufzeit: 119 min.

DVD Kritik - 1917

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 7/10


Die Idee einen Film in einer riesigen Kamerafahrt zu drehen, ist keine neue Erfindung. Schon Regielegende Alfred Hitchcock hat in seinem „Cocktail für eine Leiche“ versucht den kompletten Film ohne Schnitt zu drehen. Da die Filmrollen damals nur circa zehn Minuten aufzeichnen konnten, musste er aber auf andere Mitteln zurückgreifen, um sein Ziel zu erreichen. Auch in der letzten Zeit kamen einige Filme heraus, die dieses Erlebnis einfangen wollten. Zu den Bekanntesten zählen wohl „Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“, welcher aus unsichtbaren Schnitten besteht und der deutsche Film „Victoria“, der tatsächlich in einem riesigen One-Shot gedreht wurde. Nun wagt sich „Skyfall“-Regisseur Sam Mendes an die Inszenierung eines Kriegsfilmes ohne Schnitt und schafft eines der technisch beeindruckendsten Werke aller Zeiten.

Die Handlung setzt am 06.04.1917 ein. Die zwei jungen britische Soldaten Blake (Dean-Charles Chapman) und Schofield (George MacKay) müssen eine wichtige Nachricht überbringen, um ein großes Massaker zu verhindern. Jedoch haben sie nur einen Tag Zeit. Wenn sie es nicht schaffen, verlieren über 1.600 Menschen, darunter der Bruder Blakes, das Leben.

George MacKay in 1917
George MacKay in 1917 © 2019 Universal Pictures International Germany GmbH
Diese wahre Geschichte wurde Sam Mendes von seinem Opa erzählt, der selber Soldat im Ersten Weltkrieg war. Deswegen ist dieser ganze Film etwas ganz persönliches für Mendes, was man in jeder Einstellung merkt. Er hat viel Herzblut in dieses wahnsinnig aufwendige Projekt gesteckt. Aber auch der gesamte Rest der Crew und des Casts ließen sich von der Begeisterung Mendes anstecken. Vor allem Kameramann Roger Deakins, der wohl der Star des Filmes ist. Roger Deakins ist hinter der Kamera eine lebende Legende. In 80 Filmen führte er die Kamera, darunter in den Meisterwerken „Fargo“, „Sicario“, „Skyfall“, „The Big Lebowski“, „die Verurteilten“ und „Blade Runner 2049“, für welchen er, nach dreizehn Nominierungen, endlich das erste Mal den Oscar gewinnen konnte. Durch „1917“ bekam er seinen zweiten Academy Award und dies mehr als verdient. Was er in „1917“ für eine Arbeit abliefert, ist nicht weniger als meisterlich. Deakins präsentiert dem Zuschauer, gewissermaßen, ein nie dagewesene Ereignis und das momentane technische Novum. Der One-Shot ist am Ende der Aspekt des Filmes, für welchen man ihn nie vergessen wird. Im Sekundentakt fragt man sich, wie die verschiedenen Szenen gedreht wurden. Deswegen war auch die Oscar-Auszeichnung für die beste Kamera ein eindeutiges Ergebnis. Insgesamt wurde der Film für zehn Oscars nominiert und konnte zumindest drei gewinnen. Darunter auch den Oscar für die besten visuellen Effekte und für den besten Ton.

Benedict Cumberbatch in 1917
Benedict Cumberbatch in 1917 © 2019 Universal Pictures International Germany GmbH
„1917“ kann aber noch anders überzeugen, denn auch das Produktions- und Setdesign ist phänomenal. Man spürt den Dreck und die Qualen des Weltkrieges zwar nur am Rande, das heißt aber nicht, dass er nicht existiert. Insbesondere die Szenen in den Schützengräben und im Niemandsland wirken sehr authentisch. Diese Authentizität verdankt der Film ebenso den beiden Protagonisten, welche stark von Dean-Charles Chapman (Game of Thrones) und George MacKay (Captain Fantastic) verkörpert werden. Beide besitzen eine starke Chemie und schaffen es die banalen Dialoge zu überspielen, sodass sie kaum auffallen. Das einzige Problem, dass mit den Hauptfiguren einhergeht, ist das Fehlen der emotionalen Bindung. Dadurch dass der Film direkt in der Action startet und es kaum ruhige Szenen gibt, bekommen beide Protagonisten keine Figurentiefe und erzeugen nicht viel Katharsis im Zuschauer. Auch eine psychische Belastung der Aufgabe wird nicht thematisiert. Abgesehen von Chapman und MacKay spielen noch viele weitere bekannte britische Darsteller mit, nämlich unter anderem Colin Firth, Andrew Scott, Mark Strong, Richard Madden und Benedict Cumberbatch. Durch diese vielen bekannten Darsteller, die aber immer nur in einer Szene zu sehen sind, wirkt ihre Beteiligung eher wie ein Cameo, die dem Film etwas die Ernsthaftigkeit nehmen. Vor allem die Rolle von Richard Madden wirkt ziemlich unpassend. Nur Benedict Cumberbatch kann mit seiner Präsenz, die sonst eher blassen Figuren aufwerten.

George MacKay and Dean-Charles Chapman in 1917
George MacKay and Dean-Charles Chapman in 1917 © 2019 Universal Pictures International Germany GmbH
Auch das Drehbuch ist nicht sonderlich beeindruckend oder kreativ. Es wird mit vielen Klischees gearbeitet und auch das ein oder andere Logikloch existiert. Dies fällt aber gar nicht sonderlich auf, wenn man sich in „1917“ verlieren kann. Durch eine durchgehend spannende Geschichte und vor allem technisch überragende Abwechslung entsteht ein konstantes Gefühl von guter Unterhaltung, der am Ende nur etwas Tiefgang fehlt. Diese Probleme vergisst man aber schnell, wenn man sich die beste Szene des Filmes anguckt, die auch schon im Trailer angeteasert wird. Nämlich, wenn einer der beiden Protagonisten wenige Sekunden vor dem Kampf auf das Schlachtfeld läuft und ihm wenige Augenblicke später hunderte Statisten folgen. In dieser Szene vergisst man jeglichen deplatzierten Moment, banalen Dialog oder die fehlende emotionale Bindung. In diesem Moment spürt man, was ein Film in einem auslösen können. Es ist das vollkommene Vergessen, was um einen herum passiert, da der Film einen in diesem Moment, komplett in seinen Sog zieht. Und alleine für diesen perfekten Filmmoment muss man „1917“ respektieren.

Colin Firth in 1917
Colin Firth in 1917 © 2019 Universal Pictures International Germany GmbH
Bild:
Das Bild des Filmes ist durchgehend gut, was vor allem an der grandiosen Kameraarbeit von Roger Deakins liegt. Vor allem die in der Dunkelheit spielende zweite Hälfte des Filmes sieht hervorragend aus und ist perfekt ausgeleuchtet. Nur die Farben hätten etwas satter aussehen können, so wirken die Szenen am Tag leider eher blass.

Ton:
Auch der Ton des Filmes kann überzeugen. Bei einem Kriegsfilm ist der Ton mit am wichtigsten und auch 1917 besticht damit. Die Filmmusik von Thomas Newman ist ebenso gut abgemischt, selbst wenn sie an sich eher durchschnittlich ist und sich nicht von anderen Vertretern im Genre abheben kann.

Extras:
Die Extras des Filmes enttäuschen leider. Man bekommt zwar einige Einblicke, diese sind aber leider ziemlich kurz. Vor allem der aufwendige One-Shot hätte gerne ausgiebig erklärt werden können; diese Arbeit wurde sich leider nicht gemacht, weshalb man als Liebhaber der Kameraarbeit im Endeffekt nur auf den Filmkommentar mit Roger Deakins zurückgreifen kann. Sonst enthält die DVD des Filmes ein Special über „die Schwere der Welt: Sam Mendes“, „die Alliierten: die Entstehung von 1917“, „die Filmmusik von 1917“ und einen Filmkommentar mit Sam Mendes.


Fazit:
„1917“ ist ein beeindruckender Film, der vor allem durch seine perfekte Kameraarbeit glänzen kann. Aber auch abgesehen von der Meisterleistung Roger Deakins, kann der Film von Sam Mendes überzeugen. Man merkt, dass ganz viel Herzblut im Film steckt. Selbst wenn im Endeffekt nicht alles gelungen ist und er vor allem die psychische Belastung der Hauptfiguren mehr in den Vordergrund hätte stellen können, ist „1917“ ein Film, den man unbedingt gesehen haben sollte.


by Lukas Weinandy
Bilder © Universal Pictures




1917 - Trailer