12 Years a Slave - DVD

DVD Start: 16.05.2014
FSK: ab 12 - Laufzeit: 129 min

12 Years a Slave DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

5,99 € jetzt kaufen
4,99 € jetzt kaufen
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray zum Film

Inhalt

Saratoga/New York, Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Afro-Amerikaner Solomon Northup lebt ein einfaches aber glückliches Leben als freier Mann. Als zwei Fremde den virtuosen Geigenspieler für einen Auftritt engagieren und danach noch auf einen Drink einladen, schöpft Solomon keinerlei Verdacht. Umso größer ist sein Entsetzen, als er sich am nächsten Morgen in Ketten gelegt auf einem Sklavenschiff Richtung Louisiana wiederfindet! Jeder Hinweis auf seine verbrieften Freiheitsrechte verhallt ungehört: Solomon wird verkauft und muss unter schlimmsten Bedingungen Fronarbeit leisten. Zwölf lange Jahre sucht er nach einem Weg, sich aus der Gefangenschaft zu befreien und dabei zu überleben... Wird er seine geliebte Familie jemals wiedersehen?

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures / Tobis
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Von Buch zum Film
- Featurettes:
Chiwetel Eijofor wird Solomon Northup
Die Vision des Regisseurs
Ein Portrait über Solomon Northup
- Deutsche Trailer
- Originaltrailer

DVD und Blu-ray | 12 Years a Slave

DVD
12 Years a Slave 12 Years a Slave
DVD Start:
16.05.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 129 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
12 Years a Slave 12 Years a Slave
Blu-ray Start:
16.05.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 134 min.

DVD Kritik - 12 Years a Slave

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 7/10
Ton: | 8/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 9/10


Drei Goldjungen hat das Sklavendrama „12 Years a Slave“ bei der diesjährigen Oscar-Verleihung abgeräumt. Nur drei! Auch wenn sich Regisseur Steve McQueen („Shame“ „Hunger“) und Co. über die Königskategorie „Best Motion Picture of the Year“ freuen durften, hätte die mitreißende und aufwühlende Leidensgeschichte des Solomon Northup weitaus mehr Academy Awards (es gab immerhin noch sechs Nominierungen) verdient gehabt. Denn „12 Years a Slave“ ist schlichtweg brillant und zeichnet ein so schonungslos-realistisches Bild der Sklaverei in den US-Südstaaten, wie es im Kino noch nie zu sehen war. Da kann selbst „Django Unchained“ einpacken.

Das Meisterwerk basiert auf dem 1853 erschienenen, gleichnamigen autobiografischen Roman des Afro-Amerikaners Solomon Northup, den Hauptdarsteller Chiwetel Ejiofor („Salt“) trotz aller erlittener Pein und Tortur mit einnehmender Würde verkörpert. Northup hat sich in New York Mitte des 19. Jahrhunderts als Geigen-Virtuose gesellschaftlich etabliert und führt mit seiner Frau und zwei Kindern ein freies Leben. Von einem Gauner-Duo mit falschen Versprechungen nach Washington gelockt, erwacht er in Ketten gelegt und wird auf einem Sklavenschiff nach Louisiana verfrachtet – das Ende seines Status als menschliches Wesen, der Beginn einer zwölfjährigen Gefangenen-Odyssee als degradiertes Besitztum.

„12 Years a Slave“ ist kein angenehmer Film. Regisseur Steve McQueen (übrigens nicht der „Bullitt“-Star Steve McQueen, der ist bereits seit 1980 tot) geht dahin, wo es weht tut, fängt den Alltag und die Mechanismen der Sklaverei in herzzerreißenden Szenen ein, die man nicht so schnell vergisst. Wenn Menschenhändler Freeman (Paul Giamatti, „Sideways“) seine Frischware wie Vieh ausstellt, Familien erbarmungslos trennt und an die solvente Kundschaft verkauft, ist man fassungslos. Die knapp dreiminütige Sequenz, in der Platt (nicht einmal seinen Namen darf Solomon behalten) aufgeknüpft mit einem Strick nach Luft ringt, während um ihn herum das Leben weitergeht und die Zikaden unwirtlich zirpen, schnürt dem Zuschauer selbst die Kehle zu. Und das Auspeitschen von Vorzeige-Baumwollpflückerin und Lustobjekt Patsey (aus 1000 Bewerberinnen ausgesucht und am Ende Oscar-gekrönt als beste Nebendarstellerin: Lupita Nyong’o) ist in seiner Intensität kaum zu ertragen.

Dazu bei trägt auch ein nahezu perfekter Cast. Benedict Cumberbatch („Sherlock Holmes“) meistert den Zwiespalt als christlicher, aber den Zwängen der Fron-Gesellschaft letztlich machtlos ergebener Master William Ford. Oder Paul Dano („Prisoners“) als sein hitzköpfiger, rassistischer Zimmermann Tibeats, der sich vom gebildeten Northup bedroht fühlt und austickt. Wenn Sarah Paulson alias Mary Epps ihrem Mann die pure Verachtung ins Gesicht zischt, gefriert das Blut in den Adern. Alle überragt aber ein mal wieder wie entfesselt aufspielender Michael Fassbender („Prometheus“) als sadistischer und bibeltreuer Plantagen-Besitzer Edwin Epps. Eine komplexe Hass-Figur, die sich selbst als tugendhaft handelnde Person definiert, die mit ihrem Besitz anstellen kann, was sie will. Zum Beispiel übers Feld reiten und alle Sklaven auspeitschen. Gleichzeitig reibt sich Epps zwischen seinem Verlangen nach Patsey und den Sticheleien seiner eifersüchtigen Frau Mary auf. Produzent Brad Pitt hat übrigens auch eine kleine, aber für Solomon entscheidende Rolle ergattert.

Dass „12 Years a Slave“ diese unglaubliche Wirkung auf allen Ebenen entfaltet, ist der detailreichen und authentischen Romanvorlage zu verdanken, für deren Adaption Drehbuchautor John Ridley den dritten Oscar der Produktion einheimste. Auch im Bonusmaterial der DVD, im Beitrag „Vom Buch zum Film“ (OmU), wird darauf Bezug genommen und das fotografische Gedächtnis des echten Solomon Northup hervorgehoben. Der Brite Steve McQueen selbst nennt seinen Film ein „düsteres Märchen“ oder „Das Tagebuch der Anne Frank von Amerika“. Das ist „12 Years a Slave“ zweifellos. Er erzählt nicht nur die Memoiren eines einzelnen Sklaven, sondern behandelt ein elementares Kapitel amerikanischer Geschichte.

In „Vom Buch zum Film“, in dem Hauptdarsteller Chiwetel Ejiofor auch Passagen aus Solomon Northups Originalwerk vorliest, fehlen leider die Credits, sodass man nicht immer weiß, wer gerade spricht. Dazu sind Trailer und drei kurze Featurettes („Chiwetel Ejiofor wird Solomon Northup“, „Die Vision des Regisseurs“, „Ein Porträt über Solomon Northup“) enthalten, die aber zum Großteil aus Wiederholungen bestehen.

Steve McQueen lasse das Material atmen, ist in den DVD-Extras zu hören. Gemeint sind die zahlreichen langen Einstellungen im Film, die zum Teil an Gemälde erinnern und dem Zuschauer ermöglichen sollen, sich an die Szenerie zu gewöhnen. Auf der DVD erstrahlen vor allem die farbreichen Settings (z. B. die weißen Baumwoll-Plantagen, die grünen Sümpfe) satt. Ansonsten ist das Bild gut, aber nicht überragend. Die Tonspur ist solide ausbalanciert.

Fazit: „12 Years a Slave“ schildert ein sprachlos machendes Martyrium, und zeigt, was der Mensch seinesgleichen antun kann. Zugleich ist der Film mahnendes Zeitdokument düsterster amerikanischer Vergangenheit. Um es mit Solomon Northup zu sagen: „Ich will nicht überleben, ich will leben.“

4,99 € jetzt kaufen

by Florian Ferber
Bilder © Universal Pictures / Tobis