mother! - Blu-ray

Blu-ray Start: 25.01.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 121 min

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Inhalt

Ein Dichter (Javier Bardem) und seine junge Ehefrau (Jennifer Lawrence) leben allein in einem großen viktorianischen Haus auf dem Land. Eines Tages steht ein fremder Mann (Ed Harris) und kurz darauf dessen Gattin (Michelle Pfeiffer) vor der Tür, die der Dichter beide begeistert einlädt, bei ihnen zu wohnen. Als überraschend auch noch die Söhne (Domhnall & Brian Gleeson) des Ehepaars auftauchen, eskalieren die Spannungen im Haus...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures / Paramount Home Entertainment
Tonformate:
GB: Dolby Atmos
D, FR, IT, JA, ES: Dolby Digital Surround 5.1
Untertitel:
D, GB, AR, ZH, DA, ET, FI, FR, EL, HE, HI, IS, IT, JA, KO, LV, LT, MS, NL, NO, PT, RO, SV, SK, ES, TH, CS, TR, HU
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.39:1) 1080p HD

DVD und Blu-ray | mother!

Blu-ray
mother! mother!
Blu-ray Start:
25.01.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 121 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
mother! mother!
DVD Start:
25.01.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 116 min.

Blu-ray Kritik - mother!

Blu-ray Wertung:
Film: | 4/10
Bild: | 10/10
Ton: | 8/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 5/10


Die Welt hat schon eine ganze Weile nichts mehr von Darren Aronofsky gehört. Ging „Noah“ im Jahre 2014 ironischerweise mit der Zeit ein wenig unter, ist sein letzter großer Erfolg mit „Black Swan“ bereits sieben Jahre her. War Aronofsky derweil viel als Produzent tätig, erschien 2017 sein neuster Film „mother!“, der jetzt auch für die Heimkinos in die Läden kommt.

Mit einem großen Aufgebot an Stars besetzt - Damalige Lebensgefährtin des Regisseurs Jennifer Lawrence, Javier Bardem, Ed Harris, Michelle Pfeifer und sogar Kristen Wiig in einer kleinen Nebenrolle - war „mother!“ schon bei seiner Premiere in Venedig Auslöser heftiger Kontroversen. Sicherlich ist es ein Film, der den Zuschauer nicht unberührt zurück lassen kann, denn von den ersten Bildern verfolgt „mother!“ zielstrebig seine Message.

Jennifer Lawrence in mother!
Jennifer Lawrence in mother! © Paramount Home Entertainment
Eröffnend mit einem Flash Forward, spielt sich die ganze Handlung des Films innerhalb eines Hauses ab. Eine zauberhafte Villa, mitten in der Natur, in der Jennifer Lawrence und Javier Bardem als namenloses Paar in friedvoller Zweisamkeit leben. Ist „Er“ seines Zeichen begabter Autor mit Schreibblockade, steckt sie ihre gesamte Zeit und Muße in den Wiederaufbau und die Verschönerung ihres Eigenheims, mit dem sie eine ganz spezielle, metaphysische Verbindung teilt. Der Friede wird jäh gestört, als nach und nach, beginnend mit Ed Harris, gefolgt von Michelle Pfeiffer und schließlich den Söhnen der beiden, eine Familie zu ihrem Haus findet und mehr oder weniger ungefragt, darin ihre persönlichen Differenzen auslebt. Findet sie darin eine vehemente Störung des Hausfriedens, scheint Er damit keinerlei Problem zu haben, bis sich die Lage stark zuspitzt und die ersten gewaltsamen Auseinandersetzungen geschehen.

Als Handlung scheint diese Beschreibung vage und dünn, doch ist es nicht einfach, Stimmung und Verlauf des Films zusammenzufassen, ohne zu viel vorweg zu nehmen. Im Grunde genommen lässt sich der Film aber in zwei Hälften teilen. Ein erste, in der die „Problematik“ etabliert wird, und eine zweite, in der sie ihre volle Kraft entfaltet. „mother!“ verläuft über seine zwei Stunden von einer Home-Invasion Prämisse zu einem psychologischen Horrorthriller, der mit Beginn des zweiten Abschnitts jede Möglichkeit nutzt, noch einen Gang hochzuschalten.

Javier Bardem und Jennifer Lawrence in mother!
Javier Bardem und Jennifer Lawrence in mother! © Paramount Home Entertainment
Der symbolische und allegorische Gestus des Films ist dabei von vorne herein absolut evident. Die Reduzierung auf einen einzigen Schauplatz, der Verzicht auf Namen der Charaktere und der entmenschlichte und teilweise unerklärliche Umgang miteinander machen direkt klar, dass es sich nicht um unsere Welt handeln kann, sondern vielmehr um ein Abbild dieser. Zieht der Film daraus seine Stärke, liegt darin auch sein größtes Problem:

In vielen vorangegangenen Kritiken wurden dabei schon die Verweise auf den biblischen Text betont und diese sind kaum zu übersehen. Sie sind sogar absichtlich offen platziert, um der Aussage hinter der Handlung Halt zu geben. Darin offenbart „mother!“ seine große Schwäche. Es spricht überhaupt nichts dagegen, einen Film mit starker Aussage und Symbolik zu drehen. Ebenso sind Referenzen und Allegorien mythischen Ursprungs weder etwas Neues, noch etwas grundsätzlich Falsches. Die Falle, die sich „mother!“ dabei aber selbst stellt, ist eine starke Einseitigkeit. Denn sobald die, in diesem Fall biblische, Lesart so deutlich etabliert wird, limitiert sich der Film selbst auf eine Einbahnstraße in der Analyse. Dem Zuschauer bleibt eigentlich nichts anderes übrig, als stets nach neuen Hinweisen zu suchen und man wird sich selbst ertappen bei der Frage, welche Figur des Films welchen Ursprung in den mythischen Texten hat. Aus einer möglichen Debatte zwischen Publikum und Filmemacher wird eine Vorlesung, in der die Rollen nur noch reduziert sind auf die Partei, die ihre Botschaft chiffriert und jene, deren Aufgabe es ist, jene zu dechiffrieren. Versucht der Film dabei zwar, eine direkte Ansprache, macht er den Zuschauer im Grunde genommen obsolet, da er ihm in hohem Maße die eigene Einbringung raubt. Eine Übertragung auf das eigene Leben und die damit einhergehende Verortung des Selbst in der Welt des Films, die sonst eine Diskussion erzeugen könnte, findet weniger statt als der Ansporn, ein ‚mother! EXPLAINED‘ Videoessay zu drehen, die es mit Sicherheit zu Hauf auf YouTube gibt.

Ed Harris und Michelle Pfeiffer in mother!
Ed Harris und Michelle Pfeiffer in mother! © Paramount Home Entertainment
Arrenofsky hält diese Haltung aufrecht, indem er auch über den Film hinaus Rätsel aufgibt. So über reddit: "To find out why there's a lowercase 'm', read the credits and look for the letter that isn't capitalised. Ask yourself what's another name for this character?". Eine solch analytische Grundhaltung könnte zugespitzt auch ohne einen Film auskommen und durch eine zweistündige Texttafel ersetzt werden, die dem Zuschauer erklärt, was der Filmemacher aussagen will.

Dieser verspielte Ansatz der Symbolik, die den Film als Medium sonst so stark machen kann, ist das Seherlebnis dahingehend sehr frustrierend, da sich handwerklich rein gar nichts meckern lässt. Alle Schauspieler überzeugen (Jennifer Lawrence in einer ihrer wenigen Rollen, in der sie absolut richtig gecastet wurde), die Handkameraoptik fängt toll kadrierte und beleuchtete Bilder ein, und die Soundkulisse gibt auch einiges her. Letztlich das Drehbuch bringt den Film zu Fall, denn besonders in seiner zweiten Hälfte wird der Film zwar nicht langweilig, aber schwerst redundant und durch seinen „Holzhammer“-Ansatz auch ziemlich nervig.

So bleibt am Ende ein Film, der sowohl enorm aufreibend, als auch enorm vergesslich und beiläufig ist. Und das ist überaus schade. Denn Aronofsky konnte schon seit seinen Anfängen mit intensiven und stilistisch ausgereiften Filmen überzeugen. Man kann dabei nur hoffen, dass es sich bei „mother!“ um ein gescheitertes Herzensprojekt handelt und dass der Regisseur sich in seinen nächsten Filmen wieder auf seine Ursprünge besinnt.

Jennifer Lawrence in mother!
Jennifer Lawrence in mother! © Paramount Home Entertainment
Bild:
Die Blu-ray sieht fantastisch aus. Tolle Farben, kristallklares Bild, scharf wie Damast-Stahl. Ab und an muss man mit ein wenig Rauschen Vorlieb nehmen, aber das fällt nicht störend auf, denn wie oben schon beschrieben, ist die gesamte Optik des Films über alle Zweifel erhaben. Selbst die Menüs sind schön gestaltet. Das bricht keine Lanze, ist aber eine Detailliebe, die man durchaus angenehm erwähnen kann.

Ton:
Selten kommt eine BD zur Rezension mit derart vielen Audiooptionen. Neben der obligatorischen deutschen und englischen 5.1 (bzw. Dolby Atmos im O-Ton) Tonspur, gibt es eine spanische, französische und italienische Tonfassung, sowie einer englischsprachigen Audiodiskreption, die immer lobend erwähnt werden sollte. Untertitelspuren gibt es wie Sand am Meer. Deutsch, Englisch, Französisch, Malaysisch, Thai, Griechisch etc. Man kann sie fast nicht zusammenzählen. Zudem sind Ton und Musik auch ohne eine riesige Atmos-Anlage klar und intensiv genug, dass sie den Film im Sinne des Erfinders untermalen können. Hier wurden definitiv weder Kosten noch Mühen gespart.

Extras:
Ein kurzes Featurette über die Make-Up-Effekte und ein etwa 30-minütiges Making-Of über den Film. Nichts bahnbrechendes, aber für Interessierte sicherlich eine feine Zugabe, die - wie man das sonst gerne sieht - nicht zusammengewürfelt wirkt.


Fazit:
Am Ende bleibt ein Film, der sowohl enorm aufreibend, als auch enorm vergesslich und beiläufig ist.

by Janosch Steinel
Bilder © Universal Pictures / Paramount Home Entertainment