Race - Zeit für Legenden - Blu-ray

Blu-ray Start: 06.01.2017
FSK: 0 - Laufzeit: 117 min

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Inhalt

Ohio, 1934. Der schwarze Ausnahme-Athlet Jesse Owens trainiert unter seinem Coach Larry Snyder, der ihn auf die Olympischen Spiele in Berlin vorbereiten will. Sportlich läuft es perfekt für Jesse, der immer wieder Bestzeiten läuft – aber der Trubel um seine Person macht ihm zu schaffen. Zwei Jahre später hat er mit Snyders Hilfe rechtzeitig für Olympia zu innerer Stärke gefunden. Als Jesse jedoch erfährt, dass die Nazis die Olympischen Spiele für Ihre rassistische Propaganda nutzen wollen, erwägt er, sie zu boykottieren. Doch letztlich trifft er die einzig richtige Entscheidung: Er reist nach Berlin – und macht die Spiele nicht nur zu seinem persönlichen sportlichen Triumph, sondern sorgt für eine herbe Niederlage für Hitlers Nazi-Regime...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: SquareOne Entertainment / Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Audiodeskription, Making of, Featurettes, Interviews


DVD und Blu-ray | Race - Zeit für Legenden

Blu-ray
Race - Zeit für Legenden Race - Zeit für Legenden
Blu-ray Start:
06.01.2017
FSK: 0 - Laufzeit: 117 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Race - Zeit für Legenden Race - Zeit für Legenden
DVD Start:
06.01.2017
FSK: 0 - Laufzeit: 113 min.

Blu-ray Kritik - Race - Zeit für Legenden

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 7/10


Ausgerechnet bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin war es mit Jesse Owens ein Afroamerikaner, der vor den Augen Adolf Hitlers mit vier Goldmedaillen die meisten aller Athleten einheimste und die große Erfolgsstory darstellte. Damit wiederlegte Owens eindrucksvoll Hitlers These der „arischen Überlegenheit“ und stieg mit seinem Erfolg direkt zu den großen Sportikonen des Zwanzigsten Jahrhunderts auf. Ein Spielfilm über die Leichtathletik-Legende war somit schon lange überfällig (bereits 1984 erschien jedoch ein US-TV-Film) und kann nun in Form des soliden Wohlfühl-Sportfilms „Race – Zeit für Legenden“ bewundert werden.

Race - Zeit für Legenden Szenenbild „Race“ ist ein von Anfang bis Ende konventionelles und unspektakuläres Biopic geworden, das zwar wenige Überraschungen parat hält, aber dank solider Inszenierung von Stephen Hopkins („Der Geist und die Dunkelheit“, „24“, „The Life and Death of Peter Sellers“) und einer guten Besetzung dennoch über weite Strecken effektive Sportfilmkost bietet. Der Film erzählt Owens (Stephan James) Weg zu Olympischem Ruhm ab seiner Zeit an der Ohio State University in den Jahren 1935 und 1936, wo er unter seinem Trainer Larry Snyder (Jason Sudeikis) zahlreiche Landesmeisterschaften gewann und Rekorde aufstellte. Eine der gelungensten Szenen des Films zeigt, wie Owens bei der Big Ten Conference in Ann Arbor, Michigan in nur 45 Minuten drei Weltrekorde erzielte und einen weiteren einstellte. Doch trotz all dieser durchschlagenden Erfolge und Owens offensichtlichen Fähigkeiten als Spitzenathlet musste er sich durch obligatorische rassistische Anfeindungen quälen.

Parallel zu Owens steilem Aufstieg und aufkeimender Freundschaft zu seinem Coach erzählt „Race“ auch von den Szenen, die sich hinter den Kulissen im Vorfeld zu den Olympischen Spielen abgespielt haben. Hier reist etwa Avery Brundage (Jeremy Irons), der Präsident des amerikanischen Olympia Komitees nach Berlin, um sich davon zu überzeugen, dass in Deutschland trotz der berüchtigten NSDAP-Politik Olympische Spiele unter sauberen Voraussetzungen stattfinden können. Hier stößt der hart gegen ein Boykott der kontroversen Berliner Spiele kämpfende Brundage auf Gegenwehr des befreundeten Komitee-Mitglieds Jeremiah Mahoney (William Hurt), der das Ausschließen von Juden im deutschen Sport seitens der Nazi-Regierung als unbedingten Grund einer Absage des US-Teams sah.

Race - Zeit für Legenden Szenenbild So springt der Film immer wieder zwischen Owens sportlicher Karriere, seinem Privatleben und den moralischen Diskussionen beim amerikanischen Olympia-Komitee umher. Das ist alles gefällig inszeniert, bewegt sich aber in einem sehr gemächlichen Tempo, wodurch der Film nur stellenweise so mitreißend ist, wie es sein rasantes und wichtiges Subjekt verlangt. Hopkins und seine Drehbuchautoren Jon Shrapnel und Anna Waterhouse haben sich hier gerade in der ersten Hälfte für eine eher episodenhafte Erzählung entschieden, der man anmerkt, dass sie ihrer Thematik möglichst weitreichend gerecht werden will. Gerade in den Szenen vor Olympia gibt es zahlreiche recht behäbige Szenen, die Owens familiären Hintergrund, aber auch die holprige Beziehung mit seiner späteren Ehefrau Ruth Solomon (Shanice Banton) schildern, die einen schärferen erzählerischen Fokus verhindern. So baut der Film bei 117 Minuten Laufzeit nur gelegentlich das Momentum auf, das er benötigt, um wirklich konstant mitzureißen. Man spürt „Race“ letztlich an, dass er eher auf Nummer sicher spielt als narrative oder filmische Wagnisse einzugehen. Dennoch ist hier ein lobenswerter und aufwändig ausgestatteter Film entstanden, dessen einzelnen Komponenten häufig überzeugen.

Der kanadische Nachwuchsschauspieler Stephan James („Selma“, „When the Game Stands Tall“) fängt in seiner Rolle das Herz, die Erhabenheit und sympathische Zugänglichkeit von Jesse Owens ein, fungiert aber eher als Symbol denn als komplexe, dreidimensionale Persönlichkeit. Jason Sudeikis erweist sich in einem eher ungewöhnlichen Part abseits des Komödienfachs als starrsinniger Trainer als solide Besetzung eines Mannes, der insgeheim seiner verspielten eigenen Karriere als Leichtathlet nachweint, aber nun zunehmend in seine neue Rolle hineinwächst. Das Niveau des Films wird sicher auch von William Hurt und insbesondere Jeremy Irons angehoben, deren Diskussionen zu den Höhepunkten von „Race“ gezählt werden können. Doch am effektivsten ist der Film meist in seinen rasant inszenierten Sportszenen, die eine visuell mitreißende Qualität aufbauen. Da es hier aber um 100 Meter-Läufe und Weitsprünge geht, sind diese Momente aber auch immer wieder recht schnell vorbei (Auf die Plätze, fertig, los, Jesse gewinnt) und Spannung kann angesichts des bekannten Ausgangs auch nur bedingt aufkommen. „Race“ ist keine sportliche Underdog-Story, sondern unter anderem die eines Mannes, der sich gegen alle Widerstände erhob und sich mit seinen Erfolgen ein symbolisches Denkmal setzte.

Race - Zeit für Legenden Szenenbild Während die erste Hälfte etwas vor sich hin plätschert, kommt „Race“ schließlich spürbar mit Beginn der Olympischen Spiele in die Gänge. Zwar kommt der Film nie wirklich von seiner klischeehaften Erzählung weg, doch zumindest ist „Race“ hier fokussiert und lebhaft. Besonders Jesse Owens erster Eintritt in das vollbesetzte Olympia Stadion ist großartig und gänsehauterregend in einer einzigen langen Einstellung inszeniert, die tatsächlich überwältigt. Weniger überzeugend ist dann allerdings die sehr klischeehafte Darstellung der NSDAP-Mitglieder, insbesondere der fast schon comichaftig gruselig überzogene spielende Barnaby Metschurat als Joseph Goebbels, die den Film immer wieder schwächt.

Eine der stärksten Szenen des Films, bei der der deutsche Weitspringer Luz Long (David Kross) Owens nach zwei Fehlversuchen im Qualifikationsspringen einen Tipp gibt, wie er den besten Absprungpunkt finden kann, wurde zwar schon vor langer Zeit selbst von Owens höchstpersönlich wiederlegt, erweist sich aber als inspirierender und bewegender Moment. Dass Long der Erste war, der Owens zu seinem Sieg gratuliert hat, ist wiederum ein belegter historischer Moment, der hier effektvoll dargestellt wird – ebenso die daraufhin aufkeimende freundschaftliche Beziehung zu dem Deutschen.

Natürlich ist es nachvollziehbar, dass die Filmemacher den Zuschauer auf einem Hoch zurücklassen wollen, doch trotz sehr vieler Texttafeln über den weiteren Werdegang der Figuren wird in keiner Weise auf die eher tragische Geschichte von Owens nach Olympia eingegangen. Dieser musste sich durch diverse Schaukämpfe quälen (u.a. gegen Pferde, Windhunde und Motorräder), da er schon mit 23 Jahren seine Karriere beenden musste, da sie nicht zum Lebensunterhalt ausreichte (Zitat Owens: „Die vier Goldmedaillen kann man ja nicht essen.“) Klar, „Race“ zelebriert die großen Errungenschaften von Owens und seinen unzweifelhaften Status als inspirierende Legende voller Leuchtkraft, aber etwas mehr Differenziertheit hätte dem Film dennoch gut getan, der sich so primär als verdiente Lobeshymne auf den Mann versteht.

Race - Zeit für Legenden Szenenbild Bild
„Race“ wurde digital auf Arri Alexa aufgezeichnet, jedoch hat man dem Film eine immer wieder sichtbare subtile Filmtextur verpasst. Insgesamt liegt hier ein sehr sauberer Transfer vor, der gerade in Nahaufnahmen sehr hohe Detail- und Schärfelevel offenbart. Die Farbpalette des Films bewegt sich passend zur portraitierten Ära in erdigen und warmen Bereichen, wirkt aber nie zu stilisiert, dass es eine Ablenkung darstellen würde. Kontraste und Schwarzwerte bewegen sich auf einem sehr guten Niveau. Neben minimalem digitalem Rauschen in manchen dunklen Bereichen erweist sich der Bildtransfer der Blu-ray als erstklassig und sehr hübsch anzusehen.

Ton
In akustischer Hinsicht weiß die Blu-ray voll zu überzeugen. Gerade im Surround-Bereich sind die verlustfreien 5.1 DTS-HD-Tonspuren sehr aktiv, was besonders bei den zahlreichen Stadionszenen deutlich wird. Hier wird der Zuschauer stets von raumfüllendem Jubel eingehüllt. Auch ansonsten finden sich immer wieder subtil atmosphärische Geräusche auf den seitlichen Boxen. Darüber hinaus darf auch Subwoofer oft zum Einsatz kommen, gerade das Überfliegen der Hindenburg über das Berliner Olympiastadion bringt das Wohnzimmer mit enorm intensiven tiefen Tönen zum Wackeln. Ansonsten ertönen Dialoge und Stimmen klar und verständlich aus den Front-Lautsprechern.

Extras
Das Bonusmaterial fällt insgesamt solide aus. Es gibt die Wahl zwischen einzeln oder komplett abspielbaren Interviews von diversen Mitgliedern von Cast und Crew oder aber drei kurze Standard EPK-Featurettes. Interessant ist hier, dass Jeremy Irons einige Fakten zur Medaillenvergabe bei den Olympischen Spielen 1936 völlig falsch wiedergibt.
Interviews mit Cast & Crew
- Stephen James (Jesse Owens) (06:44 Min.)
- Jason Sudeikis (Larry Snyder) (05:10 Min.)
- Shanice Banton (Ruth Solomon) (00:56 Min.) - Carice Van Houten (Leni Riefenstahl) (00:41 Min.)
- Jeremy Irons (Avery Brundage) (03:19 Min.)
- William Hurt (Jeremiah Mahoney) (00:34 Min.)
- David Kross (Carl ‘Luz’ Long) (02:33 Min.)
- Barnaby Metschurat (Joseph Goebbels) (02:30 Min.)
- Glynn Turman (Harry E. Davis) (04:34 Min.)
- Kate Garwood (Produzentin) (05:12 Min.)
- Die Owens Schwestern (04:44 Min.)
Making of (03:59 Min.)
Featurette: Die Owens-Schwestern (03:10 Min.)
Featurette: Die Verwandlung zu Jesse Owens (04:02 Min.)
Trailer (02:00 Min.)
Trailershow (Der Moment der Wahrheit, Gefühlt Mitte Zwanzig, Wie in alten Zeiten, Life, Philomena, Grace of Monaco)


Fazit:
„Race“ erweist sich als sehr konventionelles Sportlerdrama, das insgesamt etwas zu behäbig erzählt ist, um wirklich über seine gesamte Laufzeit mitzureißen. Dennoch funktioniert der schön anzusehende Film dank seiner guten Darsteller und vereinzelter starker Momente, die sich gerade in der zweiten, besseren Hälfte häufen.

by Florian Hoffmann
Bilder © SquareOne Entertainment / Universum Film