Wölfe - Blu-ray

Blu-ray Start: 29.01.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 360 min

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Inhalt

England im Jahr 1529: König Heinrich VIII. (Damian Lewis) ist seit 20 Jahren mit Katharina von Aragon verheiratet, ohne einen männlichen Nachfolger gezeugt zu haben. Die Anträge auf Nichtigerklärung der Ehe beim Papst sind unbeachtet geblieben. Mit rücksichtslosem Einsatz steigt Thomas Cromwell (Mark Rylance) derweil zur rechten Hand des Königs auf. Dieser gilt als politisches Genie, das sich gegen das Parlament, das politische Establishment und den Papst stellt und bereit ist, England nach seinem eigenen Gutdünken und dem des Königs zu formen. Im Parlament setzt er ein Gesetz durch, das Heinrich zum Oberhaupt der englischen Kirche macht und somit alle Probleme des Monarchen lösen könnte …

Basierend auf Hilary Mantels Bestseller-Romanen über die Tudor-Ära ("WÖLFE" und "FALKEN") schildert die gefeierte BBC-Drama-Serie den Aufstieg des Thomas Cromwell am Hofe König Heinrichs VIII. im frühen 16. Jahrhundert.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 2
Regionalcode: 2
Vertrieb: WVG Medien / Polyband Medien
Tonformate:
DTS-HD 2.0 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,78:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Interviews, Deleteted Scenes u.v.m

DVD und Blu-ray | Wölfe

Blu-ray
Wölfe Wölfe
Blu-ray Start:
29.01.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 360 min.

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DVD
Wölfe Wölfe
DVD Start:
29.01.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 360 min.

Blu-ray Kritik - Wölfe

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 9/10


Die sechsteilige, 360 Minuten lange Miniserie „Wölfe“ beruht auf den Bestseller-Romanen „Wölfe“ und „Falken“ von Hilary Mantel. Bei den Golden Globe Awards 2016 am 10. Januar in Beverly Holls wurde die BBC-Drama-Serie, die in der Tudor-Ära spielt und den Aufstieg des Thomas Cromwell am Hofe König Heinrichs VIII. im frühen 16. Jahrhundert behandelt, als „Beste Miniserie“ ausgezeichnet. Zudem waren Mark Rylance (als einziger zweifach nominiert) als „Bester Hauptdarsteller“ und Damian Lewis als „Bester Nebendarsteller“ nominiert, konnten sich gegen die prominente Konkurrenz aber nicht durchsetzen. Auch die vielen Kritiker nahmen die Serie positiv-begeistert auf.
Wölfe Szenenbild England, 1529: König Heinrich VIII. (Damian Lewis) sitzt auf dem Thron und ist seit 20 Jahren mit Katharina von Aragon (Joanne Whalley) verheiratet, ohne einen männlichen Nachfolger geschenkt bekommen zu haben. Seit zwei Jahren bemüht er sich erfolglos um eine Annullierung der Ehe beim Papst. Erzkardinal Wolsey (Jonathan Pryce) ist Henrys Fürsprecher in Rom und hat den König bisher nur in dieser einen Angelegenheit enttäuscht. Doch das reicht diesem, um Wolsey abzusetzen. Dessen Feinde Anne Boleyn (Claire Foy) und deren Onkel Lord Norfolk (Bernard Hill) setzen Wolsey zusätzlich unter Druck, nach Norden ins Exil zu gehen und sich damit aus der Reichweite des Königs zu verabschieden. Doch Wolsey hat mit seiner rechten Hand Thomas Cromwell (Mark Rylance) einen Fürsprecher. Tom kommt aus der Unterschicht, ist der Sohn eines Hufschmieds und hat sich langsam nach oben gearbeitet. Wer ihn unterschätzt, begeht einen schweren Fehler. Kann Cromwell seinen König dazu bewegen, bei Wolsey Gnade walten zu lassen?

Die Geschichte ist klasse umgesetzt. Anfangs dauert es einige Minuten, ehe man sich eingesehen und sich an die altmodische, ruhige Machart der Serie gewöhnt hat. Dann entfaltet diese jedoch ihr gesamtes Potenzial und bietet herausragende Unterhaltung auf höchstem Niveau. Während der jeweils 59 Minuten langen Episoden gibt es zwar auch fortan kleinere Durchhänger, allerdings werden diese von vielen anderen Faktoren wieder aufgefangen. Dazu zählen die wunderschön ausgewählten, den Zuschauer in die damalige Zeit versetzenden Locations und deren hervorragende, prunkvolle Ausstattung. Auch die exzellenten, aufwendigen Kostüme wissen zu begeistern. Für ganz große Momente sorgt die gefühlvolle Musikuntermalung, die von Lauten bestimmt wird und mit ihrer Bandbreite viel Atmosphäre generieren kann. Die Eingängigkeit der Stücke ist beeindruckend. Zudem verstärkt der Score in jeder Szene die Stimmungslage der Figuren und ist damit eine der tragenden Säulen dieser Miniserie. Dies gilt insbesondere in Verbindung mit dem intelligenten Drehbuch, den geschliffenen, pointierten Dialogen und der tiefgehenden Charakterdarstellung. Aufgrund dieser vier Komponenten ist „Wölfe“ ein packendes Drama geworden, bei dem über die bedeutungsvollen Aussagen der Figuren eine innere Dynamik und eine psychologische Spannung entstehen, wie es nur bei Ausnahmeserien der Fall ist. Der „Golden Globe“-Gewinn ist definitiv berechtigt.

Eine kleinere Schwäche ist die zwiespältige Kameraführung. Die Detail, -Groß- und Nahaufnahmen sind allesamt einwandfrei und dank gut ausgesuchter Einstellungen überzeugend. Dies gilt allerdings weniger bei der Totalen, wo das Bild immer wieder wackelt. Hier wäre ein Stativ wünschenswert gewesen, weil diese Einstellungen wenig Sinn machen und durch ihre Unübersichtlichkeit stören.

Wölfe Szenenbild Die deutsche Synchronisation ist gelungen, obwohl einige Schauspieler neue Stimmen erhalten haben, weshalb man auch nach einiger Zeit noch fremdelt. Mark Rylance wird in „Bridge of Spies“ passenderweise von Frank Röth (deutsche Stammstimme von David Thewlis und François Cluzet) gesprochen. In „Wölfe“ synchronisiert ihn Tobias Lelle (Steve Buscemi, Steve Zahn).
Jonathan Pryce, der häufig von Lutz Riedel (Tom Wilkinson, Timothy Dalton) gesprochen wurde, hat mit Otto Mellies (Christopher Lee, Michael Gambon) eine neue Stimme, bei der man immer an „Saruman“ denken muss. Auch Thomas Brodie-Sangster hat zum wiederholten Mal eine neue deutsche Stimme erhalten. Das kostet hin und wieder Atmosphäre, weil vor allem Rylance und Pryce häufig auftreten. Doch insgesamt überzeugen die Sprecher, gerade an Lelle gewöhnt man sich mit der Zeit.

Die namhafte Schauspielerriege – insgesamt gibt es verschiedene 102 Charaktere - zeigt hervorragende Leistungen. Dies gilt allen voran für Mark Rylance (Bridge of Spies, The Gunman, Die Schwester der Königin), der die hohe Verantwortung als Hauptcharakter mit seinem nuancierten Spiel mühelos meistert und seine überragende Qualität einmal mehr unter Beweis stellt. Kein Wunder, dass Regie-Legende Steven Spielberg bereits während der Dreharbeiten von „Bridge of Spies“ so begeistert vom 56-Jährigen war, dass er ihn für seinen nächsten Film „BFG - Big Friendly Giant“ als Hauptdarsteller unter Vertrag nahm.
Doch auch die anderen Darsteller zeigen erstklassige Leistungen. Damian Lewis (Homeland, Ein ungezähmtes Leben, Band of Brothers) fasziniert mit königlicher Attitüde als herrischer Henry VIII. Auch Claire Foy (Crossbones, Vampire Academy, Der letzte Tempelritter) weiß als Anne Boleyn zu begeistern, weil ihre Fassade mehrfach bröckelt und Foy dies hervorragend darstellt – große Schauspielkunst! Zudem kann Jonathan Pryce (Fluch der Karibik 1-3, Game of Thrones- Staffel 5, James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie) als durchtriebener Kardinal Wolsey seinem Charakter eine bemerkenswerte Tiefe verleihen, weil er diesen charismatisch, aber dennoch fehlerbehaftet anlegt und dabei viele Details einfließen lässt. Wölfe SzenenbildErstmals seit vielen Jahren darf man auch Bernard Hill (König Théoden in „Der Herr der Ringe“, Titanic, The Scorpion King) wiedersehen. Hier spielt er den aufbrausenden Lord Norfolk und sorgt mit seinen cholerischen Anfällen immer wieder für Erheiterung. In größeren Nebenrollen überzeugen Anton Lesser (Game of Thrones, Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten, Miss Potter), Thomas Brodie-Sangster (Maze Runner 1+2, Game of Thrones, Bright Star), Mark Gatiss (Game of Thrones, Victor Frankenstein, Sherlock) und in wenigen Szenen auch Mathieu Amalric (James Bond: Ein Quantum Trost, Grand Budapest Hotel, Venus im Pelz), der exemplarisch dafür steht, wie gut und auf welchem Niveau diese Serie besetzt werden konnte.

Auch die Blu-ray-Umsetzung fügt sich nahtlos in das positive Gesamtbild ein. Das Bild ist klar und gestochen scharf und weiß mit einer hohen Detailfülle zu entzücken. Der Ton liegt hingegen nur im DTS-HD-Master 2.0-Format vor, weshalb ein umfänglicher Raumklang nicht entstehen kann. Dennoch ist auch der Sound überzeugend, weil er laut, deutlich und detailliert abgemischt ist und er in seinem Format nahezu perfekt ist.
Die Extras enthalten „Menschen und Politik“ (9:40 Minuten), „Geschichte und Design“ (5:03), „Die Entstehung von Wolf Hall“ (6:10), Interviews (16:58) entfallene Szenen (11:11) und drei Trailer. Ein Hinweis hierzu: man sollte sich das Bonusmaterial nicht anschauen, bevor man die Serie gesehen hat. Selbst in den Extras von Disc eins wird bereits das Ende gespoilert. Davon ausgenommen kann das Bonusmaterial punkten, weil es hintergründige Informationen liefert, Cast und Crew ausführlich zu Wort kommen lässt und Einblicke in die Produktion gibt.


Fazit:
Herausragender, völlig zu Recht mit dem „Golden Globe 2016“ für die beste Miniserie ausgezeichneter Sechsteiler, der beweist, dass Serien auch in der heutigen Zeit nicht auf Brutalität setzen müssen, um erfolgreich zu sein. Viel wichtiger sind eine gute Geschichte, nachvollziehbare, sich entwickelnde Charaktere und ein exzellentes Drehbuch. All das - und noch mehr - hat „Wölfe“ auf höchstem Niveau zu bieten, weshalb diese Serie jedem, der auf Action verzichten kann und sich für ein aus den geschliffenen Dialogen entstehendes Kammerspiel begeistern kann, ans Herz gelegt sei. Sehenswert!

by Stefan Bröhl
Bilder © WVG Medien / Polyband Medien