Wild Card - Blu-ray

Blu-ray Start: 31.07.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 92 min

Wild Card Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Nick Wild (Jason Statham) hat eigentlich die Schnauze voll: Seit Jahren schlägt sich der ehemalige Söldner als Detektiv und Gelegenheitsbodyguard im Zockerparadies Las Vegas durch, obwohl er doch am liebsten sofort nach Korsika auswandern würde. Dafür fehlt allerdings das nötige Kleingeld. Als ihn eines Tages seine Ex-Flamme Holly (Dominik García-Lorido) übel zugerichtet um Hilfe anfleht, wird er schneller als ihm lieb ist in ein äußerst schmutziges Spiel mit dem einflussreichen Danny DeMarco (Milo Ventimiglia) hineingezogen. Die Männer DeMarcos im Nacken, stürzt sich Nick Wild tief in die Abgründe von Las Vegas und entfesselt eine gefährliche, alte Leidenschaft…

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Interviews, Featurettes

DVD und Blu-ray | Wild Card

Blu-ray
Wild Card Wild Card
Blu-ray Start:
31.07.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 92 min.

zur Blu-ray Kritik
Wild Card - Extended Cut Wild Card - Extended Cut
Blu-ray Start:
13.10.2017
FSK: 18 - Laufzeit: 103 min.
DVD
Wild Card Wild Card
DVD Start:
31.07.2015
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Wild Card - Extended Cut Wild Card - Extended Cut
DVD Start:
13.10.2017
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Blu-ray Kritik - Wild Card

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 7/10


„Wild Card“ ist ein Remake des wenig bekannten Burt Reynolds Thrillers „Heat“ von 1986 (nicht zu verwechseln mit Michael Manns Klassiker), in dem nun Jason Statham in die Rolle des spielsüchtigen Bodyguards Nick Wild übernimmt. Das ehemalige Brian De Palma Projekt, bei dem nun „Con Air“, „The Expandables 2“ und „The Mechanic“ Actionroutinier Simon West auf dem Regiestuhl Platz nehmen durfte, war wohl etwas wie eine Herzensangelegenheit für „The Stath“, der sichtlich bemüht ist, aus der festgefahrenen Actionschiene herauszukommen. „Wild Card“ ist in der Tat ein eher ruhiger, primär charakterbasierter Film, der nur gelegentlich Statham-typische Kampfszenen einbaut. Der Film ist darüber hinaus gespickt mit guten Charakterdarstellern, u.a. sind solch bekannte Qualitätsgaranten wie Stanley Tucci oder Hope Davis in kleinen Rollen zu sehen, die wohl von dem Skript der Hollywood Legende William Goldman („Butch Cassidy and the Sundance Kid“, „Die Unbestechlichen“, „Die Braut des Prinzen“) angezogen waren. Leider ist das 30 Millionen Dollar teure Projekt recht böse gefloppt, in den USA reichte es bei nur limitierten Kinostart und Video-on-Demand-Verwertung nur für ein 1,6 Millionen Dollar Einspiel. „Wild Card“ ist letzten Endes trotz guter Absichten hauptsächlich Statham-Fans zu empfehlen, denn Wests Film funktioniert nie so richtig.

Nick Wild ist ein Mann für alle Fälle, der sich in Las Vegas mit verschiedenen Jobs rumschlägt, unter anderem als Bodyguard. Er hat ein Spielproblem, will eigentlich aus der Stadt raus, doch ihm fehlt natürlich das nötige Geld, um sich seinem Traum vom Rückzug nach Korsika zu erfüllen. Wild (im Original übrigens Nick Escalante) hat aber ein Herz aus Gold und kann zu Anderen nicht nein sagen, hilft immer wo er kann, verlangt auch mal weniger für seine Dienste, vernachlässigt dafür aber seine eigenen Probleme. Eines Tages steht seine Ex-Freundin Holly (Dominik Garcia-Lorido) übel zugerichtet vor der Tür. Sie wurde von dem Mafiosi Danny DeMarco (Milo Ventimiglia) vergewaltigt und von seinen Kompagnons krankenhausreif geschlagen. Holly bittet Nick die Gangster ausfindig zu machen, um sie zur Rechnung zu ziehen. Nick willigt ein, doch natürlich bringt er so eine Welle von Problemen ins Rollen.

Wild Card“ beginnt recht verwirrend und zäh und nimmt auch leider im weiteren Verlauf nie so recht an Tempo zu. Man erkennt die Mühen der Beteiligten, Goldmans Drehbuch (das auf seinem eigenen Roman basiert) in einen guten Film zu verwandeln, doch West scheint letztlich das Talent dafür zu fehlen, glaubwürdige und interessante menschliche Zwischenbeziehungen zu entwickeln. Der Film fühlt sich weitestgehend etwas leblos und steif an, der erste Akt nimmt sich Zeit die Charaktere einzuführen, hier etabliert der Film seinen überraschend ruhigen und zurückhaltenden Ton. Mit dem Holly-Subplot kommt etwas Aufregung ins Spiel, plötzlich kommt es zu einer Konfrontation, die in einer visuell verspielten Slo-Mo-Kampfszene mündet. Man hat hier den Eindruck, dass „Wild Card“ sich seiner Selbst unsicher ist und das Gefühl hat, für Stathams Stammzielgruppe die ein oder andere brutale Actionszene einzubauen. Denn nach diesem Moment geht der Film wieder in seine ursprüngliche, eher ernste und reflektierte charakterorientierte Tonalität zurück, die auch später wieder an zwei Stellen auf die gleiche Art gebrochen wird.

Die von Martial Arts Ikone Corey Yuen choreografierten Kampfszenen sind wirklich toll gemacht, mit seinen Ultra-Zeitlupe-Großaufnahmen von Objekten, die Gesichter treffen und in schmerzverzerrte Fratzen verwandeln, wirken sie aber als seien sie aus einem anderen Film entnommen. Auch der dann hektisch pulsierende Soundtrack und die nach der Zeitlupe beschleunigten Bilder erinnern in ihrer stilisierten Videoclip-Ästhetik an vergleichbare Momente aus Guy Ritchie-Filmen. Wie dem auch sei, es wird einfach nicht klar, was für eine Art von Film „Wild Card“ sein möchte, Spannung baut sich nur vereinzelt auf. Im Großen und Ganzen ist der Film vorhersehbar und eher unspektakulär, die Charaktere werden nicht so recht zum Leben erweckt, weshalb der episodisch wirkende Film merkwürdig flach bleibt. So ist „Wild Card“ letztlich nichts Halbes und nichts Ganzes, man spürt, dass eine gewisse Ambition und gutes Material unter der Oberfläche steckt, aber am Ende bleibt leider trotz manchen guten Moments hauptsächlich heiße Luft und wenig Erinnungswürdiges.

Aber zum Positiven: Jason Statham ist mit seiner natürlich-lakonischen Präsenz einfach immer sehenswert, er muss im Prinzip nichts machen, um zu fesseln. Er ist ein geborener Filmstar, der hoffentlich in Zukunft mehr bessere Rollen in besseren Filmen bekommt. Im diesjährigen Komödienhit „Spy“ hat er beispielsweise bewiesen, dass er ein enormes komödiantisches Talent besitzt, wie er es auch schon in den Filmen von Guy Ritchie bewiesen hat. „Wild Card“ bietet ihm zwar eine zurückhaltendere Rolle, die auf dem Papier komplexer erscheint, seine Schauspielmuskeln werden aber auch hier letztlich nur begrenzt gefordert. Dennoch: Sehenswert ist Statham auch hier allemal. Von den weiteren Darstellern macht hauptsächlich Stanley Tucci auf sich aufmerksam, der gegen Ende ein paar gute Szenen an sich reißt. Milo Ventimiglia gibt außerdem recht überzeugend einen hassenswerten Bösewicht. Schade nur, dass gute und gestandene Akteure wie Hope Davis, Anne Heche oder Jason Alexander in Miniparts verschwendet werden. So bleibt letztlich nicht mehr als eine nette und annehmbare Zeitverschwendung für Jason Statham Fans, der Thrills gegen eine leider eher müde Inszenierung eintauscht und daher nur der gut gemeinte Versuch eines charakterorientierten Dramas bleibt.

Bild/Ton
In technischer Hinsicht bietet die „Wild Card“ Blu-ray solide Werte. Der digital auf Red Epic aufgezeichnete Film verfügt leider auch über eine sehr digital wirkende Ästhetik, die sich vor allem in einer etwas überbearbeitet wirkenden Farbgestaltung zeigt. So wirkt der Film ästhetisch gesehen merkwürdig billig und unattraktiv, dank einer eher zurückhaltenden Farbpalette flach und weitestgehend düster. Das sind allerdings nur Kritikpunkte an der allgemeinen Ästhetik des Films, nicht der Blu-ray selbst. Der Transfer ist astrein gelungen, Bildfehler gibt es quasi keine, bis auf gelegentliches kaum sichtbares digitales Rauschen in dunklen Stellen, die wohl auch ein Erzeugnis der digitalen Kameras selbst sind. Schwarzwerte sind alle sehr überzeugend, gerade in heller beleuchteten Nahaufnahmen ist auch die Bildschärfe sehr überzeugend. Alles in allem also eine gute Umsetzung einer streitbaren Ästhetik.
Akustisch gibt es hier keinen Anlass zur Kritik. Die verlustfreie DTS-HD Tonspuren überzeugen durch einen auffallend kraftvollen Subwoofer-Einsatz, der besonders bei den Kampfszenen kräftig zur Geltung kommt. Dialoge sind sehr gut verständlich, schön ist auch die recht atmosphärische Surround-Abmischung, die gerade in den Casino-Szenen für Atmosphäre sorgt. Somit eine technisch einwandfreie,wenn auch nicht allzu spektakuläre Blu-ray Umsetzung.

Extras
Beim Bonusmaterial zu „Wild Card“ handelt es sich um das übliche EPK-Material, bei dem die Beteiligten über die Hintergründe des Projekts informieren, ohne groß in die Tiefe zu gehen. Das ist nichts Besonderes, aber ausreichend informativ. Hier die Extras in der Übersicht:
- Featurettes: Original Sin: Las Vegas und die Charaktere in Wild Card (16:26 Min.), Das Drehbuch (04:34 Min.), Die Stunts (03:18 Min.)
- 8 Interviews à ca. 1:20 Min.: Wie bei Universum üblich, werden hier die Interviewschnipsel aus den Featurettes nochmal wiederholt, hier und da ist noch der eine oder andere zusätzliche Satz dabei.
- Original Trailer (02:02 Min.)
- Deutscher Trailer (02:04 Min.)
- Trailershow mit acht Trailern


Fazit:
„Wild Card“ ist ein gut gemeinter, solider Zeitvertreib für Jason Statham Fans, der sich hier wieder mal an einem charakterorientierten Film versucht, der dennoch von gelegentlichen, gut choreografierten Kampszenen gebrochen wird. „Con Air“ und „Expandables 2“ Macher Simon West gelingt es hier nur leider selten, das Material packend zu verpacken, weshalb hier nur wenig Erinnerungswürdiges geboten wird.

by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film