Whiplash - Blu-ray

Blu-ray Start: 19.06.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 107 min

Whiplash Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

Preisvergleich

jpc Logo 7,99 € jetzt kaufen
Amazon Logo 5,99 € jetzt kaufen4030521739345
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray zum Film

Inhalt

Der 19-jährige Jazz-Schlagzeuger Andrew Neiman (Miles Teller) träumt von einer großen Karriere. Nach dem Scheitern der Schriftsteller-Laufbahn seines Vaters ist er fest entschlossen, sich durchzukämpfen und es auf dem renommiertesten Musikkonservatorium des Landes ganz nach oben zu schaffen. Eines Nachts entdeckt der für seine Qualitäten als Lehrer ebenso wie für seine rabiaten Unterrichtsmethoden bekannte Band-Leiter Terence Fletcher (J.K. Simmons) den jungen Drummer beim Üben. Wenngleich Fletcher in diesem Moment nur wenige Worte verliert, entfacht er in Andrew eine glühende Entschlossenheit. Zu dessen Überraschung veranlasst der Lehrer am nächsten Tag, dass der begabte junge Mann ab sofort in seiner Gruppe spielt – ein Schritt, welcher Andrews Leben für immer verändern wird.

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Audiokommentar
- Featurettes
- Kurzfilm
- entfernte Szene
- Ein Abend auf dem Toronto Film Festival
- Trailer

DVD und Blu-ray | Whiplash

Blu-ray
Whiplash Whiplash
Blu-ray Start:
19.06.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 107 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Whiplash Whiplash
DVD Start:
19.06.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min.

Blu-ray Kritik - Whiplash

Blu-ray Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 10/10
Ton: | 9/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 9/10


Um es kurz zu machen: „Whiplash“ ist nicht nur einer der besten Filme von 2014 (in Deutschland erschien er erst 2015), er ist einer der besten Filme der letzten Jahre. Nun erscheint der zweite Film von Regie-Wunderkind Damien Chazelle in sehr guter Blu-ray-Umsetzung. So können die Glücklichen, die den Film im Kino sehen konnten, diese einzigartig virtuose Tour de Force wiedererleben, alle Anderen können sich auf eine ganz große Entdeckung bereit machen.

„Whiplash“ – was für ein aufregender, atemberaubender, atemloser, furioser, elektrisierender, berauschender, mit unbändiger Energie und purer, roher Emotion vollgepackte Wucht von Film. Von der ersten bis zur letzten Sekunde packend, kulminierend in einem sagenhaften Ende mit Punktlandung, bei dem man förmlich im Sitz steht. Chazelles Film trifft sinngemäß keine falsche Note und ist so gespenstisch nah an der filmischen Perfektion wie schon lange kein Film mehr. „Whiplash“ ist mit einem solch überwältigenden Selbstbewusstsein inszeniert, dass man meinen könnte, ein erfahrener Regisseur hätte hier die Fäden gezogen. Doch Chazelle ist erstaunlicherweise Jahrgang 1985, was den Film nur noch bemerkenswerter macht.

Damien Chazelle, der bereits 2009 mit dem wenig gesehenen „Guy and Madeline on a Park Bench“ sein Regiedebüt feierte, hatte vor zwei Jahren die Möglichkeit, eine Schlüsselszene seines Drehbuchs zu „Whiplash“ in Kurzfilmform umzusetzen. Auf Basis dieses Erfolgs konnte Chazelle schließlich Produzenten gewinnen, um das Skript als Kinofilm zu realisieren. Der in nur 19 Tagen inszenierte, 3,3 Millionen Dollar teure Independent-Streifen debütierte zu euphorischer Resonanz auf dem Sundance Festival und setzte seinen Siegeszug weltweit fort, bis es zur ultimativen Krönung mit drei Oscars für J.K. Simmons als bester Nebendarsteller, Schnitt und Sound Mixing und zwei weiteren Nominierungen für den besten Film und das beste adaptierte Drehbuch kam.

„Whiplash“ ist ein typischer High Concept Film, also ein Film, dessen Handlung in ein bis zwei Sätzen erklärt ist. Im Mittelpunkt steht der ambitionierte und talentierte 19-jährige Andrew Neiman (Miles Teller), der sein Leben dem Schlagzeugspielen widmet. Er will einer der Größten werden und er erhält die Chance, an dem renommierten New Yorker Schaeffer Musik-Konservatorium in der Studio Band des gefürchteten Dirigenten und Dozenten Terence Fletcher (J.K. Simmons) sein Talent unter Beweis zu stellen. Doch Fletcher verlangt seinen Studenten alles ab, denn er schreckt vor absolut nichts zurück, um das Potential der ambitionierten Musiker bis zum psychischen und physischen Limit auszuschöpfen, um wirkliche Größe zu offenbaren.

Charakterdarsteller J.K. Simmons ist als Fletcher absolut monströs, eine unglaubliche Darstellung für die Ewigkeit, die vollkommen zu Recht mit allen erdenklichen Preisen überhäuft wurde. Es ist bemerkenswert, welch ehrfurchtgebietende, einschüchternde und erschütternd intensive Präsenz Simmons in diesem Film aufbaut. Wenn sein Fletcher den Raum betritt, steht alles still und es wird alles ruhig, man kann die Luft förmlich schneiden. Man fürchtet sich quasi mit den in Respekt erstarrten Figuren, hofft, dass sie ja keinen Fehler machen, die nächste Explosion scheint immer unmittelbar bevorzustehen. Jeder hat ihn schon mal irgendwo getroffen, den unbarmherzigen, erbarmungslosen und manipulativen Lehrer, der alle Mittel nutzt, um einen aus seiner Komfortzone herauszuholen. Doch in dieser monströsen Form, wie sie von Chazelle und Simmons entwickelt wurde, wohl kaum. Wenn man Simmons in Interviews sieht, erscheint ein warmherziger und lockerer Kerl, der keiner Fliege etwas zu Leide tun könnte, wodurch diese Performance nochmal nachdrücklich Testament für die immense Wandlungsfähigkeit des allseits beliebten Charaktermimen ist.

Umso erstaunlicher ist aber, dass Miles Teller in der Hauptrolle nicht im Angesicht von Simmons überlebensgroßer Darstellung erblasst. Im Gegenteil, der enorm begabte Teller trägt den Film beeindruckend auf seinen Schultern, man erlebt „Whiplash“ aus seiner Perspektive und wird von seiner Tour de Force gefangen genommen und bewegt. Mit einem Gesicht zwischen dem jugendlichen John Cusack und einer Härte von Sylvester Stallone und einer enorm physischen, blutenden und dauerschwitzenden Performance entwickelt Teller eine elektrisierende Energie und Präsenz, die ganz entscheidend für den Erfolg des Films ist. Dass er trotz zunehmender Obsession, die ihn von der Außenwelt regelrecht abkapselt, sympathisch bleibt, ist ebenfalls eine große Leistung. Hinzu kommt natürlich die absolute Glaubwürdigkeit, mit der der seit seiner Kindheit als Rock-Schlagzeuger trainierte Teller ans musikalische Werk geht. Hierfür hätte der in Wirklichkeit schon 28-jährige Teller eine Oscar-Nominierung mehr als verdient.

Was für eine Art Film ist „Whiplash“? Wie bei fast allen großen Filmen, fällt eine eindeutige Kategorisierung schwer. Klar, an der Oberfläche ist hier ein Musikfilm zu sehen. Es ist ein Film über die Leidenschaft und die technische Komplexität von Jazz. Der Film ist berstend mit dramatischem Konflikt, daher ist der dreifache Oscar-Gewinner ohne Zweifel ein Drama. In gewisser Weise folgt Chazelles Film sogar manchen Konventionen des Sportfilms, denn hier wird das Streben nach musikalischer Perfektion und Virtuosität eben als unerbittlicher Hochleistungssport inszeniert, als Leidensweg, der keinen anderen Fokus als die ultimative Widmung zur Musik zulässt. Aber im Fokus des Films steht ganz klar eines der atemberaubendsten, zugespitztesten Psychoduelle der Filmgeschichte, weshalb „Whiplash“ tatsächlich primär wie ein hochspannender Psychothriller funktioniert, bei dem man die nächste Szene vor Antizipation kaum erwarten kann.

Es ist ein Film, der von manischer Besessenheit und dem Drang zur Perfektion handelt, dem ultimativen Willen, über das Mittelmaß hinauszuwachsen und alle möglichen Opfer dafür in Kauf zu nehmen. So wirft „Whiplash“ hochinteressante und provokante Fragen auf, etwa, ob die oberflächlich verachtenswürdige Herangehensweise von Fletcher tatsächlich die richtige ist, um echtes Talent zu fördern und zum über-sich-hinaus-wachsen zu bringen. Hat Fletcher vielleicht recht, wenn er in einem seiner leisen Momente feststellt, dass die zwei schädlichsten Wörter der englischen Sprache „good job“ lauten? Letztlich muss das jeder Zuschauer für sich selbst beantworten. So entwickelt der Film eine tief faszinierende Ambivalenz in der Beziehung zwischen Fletcher und Neiman, denn Neiman gibt nie klein bei, er lässt sich nur zu Beginn einschüchtern und liefert sich mit Fletcher ein immer weiter eskalierendes Duell. Doch es besteht viel Diskussionsspielraum, ob der scheinbare Rivale nicht irgendwie letztlich doch auch Mentor ist. Klischees und Patentantworten bedient „Whiplash“ jedenfalls ganz sicher nicht.

„Whiplash“ lässt sprachlos zurück, man wird aufgesogen in die Welt dieses Films, kräftig durchgeschüttelt und wieder ausgespuckt. Es ist schwer, sich nicht von dem elektrisierenden Rhythmus dieses Films anstecken zu lassen, sich nicht danach aufgeladen und inspiriert zu fühlen. Damien Chazelle ist hier ein wirklich ganz großer Film gelungen, ein zukünftiger Klassiker, der mit solcher chirurgischer Präzision vorgeht und zugleich vibrierend emotional ist. „Whiplash“ wird sicherlich studiert werden, diese Blu-ray bietet einem die Chance, den Film immer und immer wiederzusehen.

Bild/Ton
Auch die Blu-ray-Umsetzung von „Whiplash“ ist nahe an der Perfektion. Die vibrierenden, reichhaltigen, warmen und kontrastreichen Farbtexturen des Films kommen im Heimkino fabelhaft zur Geltung. Zu der herausragenden Farbwiedergabe kommt eine makellose Schärfe, Rauschen oder Bildfehler sind nie ansatzweise zu erkennen, Schwarzwerte werden kräftig und intensiv angezeigt. Bemerkenswert ist, dass „Whiplash“ mit seiner kraftvollen, aber nie übertriebenen Farbpalette und ausgeprägter Tiefenschärfe nicht wie ein digital aufgezeichneter Film wirkt, sondern ästhetisch sehr nah am Filmlook ist. So erinnert die Bildgestaltung, auch die präzise und genau choreografierte Kameraführung, oft an die Filme von David Fincher.

Auch die Tonspur ist sehr gelungen. Hier liegen deutscher und Originalton in DTS HD 5.1 vor. Im Großen und Ganzen ist der Film frontlastig, doch gerade bei den zahlreichen Musiksequenzen wird die Tongestaltung immer wieder sehr dynamisch, auch auf den hinteren Kanälen. Generell wird auch der Subwoofer hier dauerhaft angesteuert, jedoch nie zu stark, sondern stets kräftig im unteren Bereich. Nur zu Beginn, als Andrew ein Zimmer im Wohnheim mit lauter Musik passiert, kommt der Subwoofer markerschütternd zur Geltung. Der Klang ist durchweg sauber, was gerade bei den musikalischen Momenten wichtig ist. Man merkt jedenfalls, warum „Whiplash“ einen Sound-Oscar gewonnen hat.

Das Bonusmaterial der Blu-ray ist anständig, etwas Luft nach oben gibt es aber. Insgesamt kommt man hier (ohne Kommentare) auf eine Laufzeit von etwa 1:20 Stunden. Hier die Sonderausstattung in der Übersicht:
- Untertitelter Audiokommentar mit Chazelle und Simmons
- Taktgeber: Eine für die Blu-ray produzierte Featurette, bei der zahlreiche Drummer, etwa Chad Smith von den Red Hot Chilli Peppers, über ihre Profession sprechen. Das Herzstück des Bonusmaterials. (42:56 Min.)
- Whiplash Kurzfilm: Der Original-Kurzfilm von Damien Chazelle, im Prinzip 1:1 die erste Studio Band-Probe des Films, auch mit J.K. Simmons und diversen anderen Akteuren, die später im Film in denselben Rollen zu sehen sind. Die Andrew Neiman-Rolle spielt hier Johnny Simmons. Mit optionalem Kommentar von Chazelle und Produzenten. (17:56 Min.)
- Fletcher zu Hause: Eine entfernte Szene mit Fletcher in einem ruhigen, emotionalen Moment. Mit optionalem Kommentar von Chazelle. (1:30 Min.)
- Ein Abend auf dem Toronto Film Festival mit Miles Teller, J.K. Simmons und Damien Chazelle: Kurze Q&A nach dem Screening auf dem TIFF 2014, interessante Anekdoten, aber man würde gerne mehr erfahren. (07:50 Min.)
- Original-Trailer (2:10 Min.)

Das Bonusmaterial ist sehr gut produziert, besonders das Feature mit den Drummern ragt heraus. Dennoch würde man sich etwa ein echtes Making-Of wünschen, um einen wirklichen Blick hinter die Kulissen zu bekommen. Das Toronto-Special ist dafür leider zu kurz. So muss man sich mit dem sehr guten Audio-Kommentar begnügen. Sehr interessant ist aber der Kurzfilm.


Fazit:
„Whiplash“ ist ein begeisterndes modernes Meisterwerk über das manische Streben nach Perfektion, eingepackt in ein elektrisierendes und atemberaubend spannendes psychologisches Duell zwischen zwei herausragenden Akteuren, das einen packt und nicht mehr loslässt. Einer der besten Filme der letzten Jahre auf technisch herausragender Blu-ray mit solidem Bonusmaterial.

5,99 € jetzt kaufen4030521739345

by Florian Hoffmann
Bilder © Sony Pictures Home Entertainment