Where to Invade Next - Blu-ray

Blu-ray Start: 17.06.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 120 min

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Inhalt

Was können die USA von anderen Ländern lernen? Michael Moore will es genau wissen und marschiert als Ein-Mann-Armee in Europa und Tunesien ein. Wo immer er seine US-Flagge in fremden Boden rammt, will er keine Territorien und Ölfelder erobern, sondern gute Ideen. Und zwar solche, mit denen Länder wie Deutschland, Frankreich und Italien gute Arbeits- und Lebensbedingungen für ihre Bürger geschaffen haben. Egal ob faire Löhne oder gesundes Schulessen, kostenlose Bildung oder menschenwürdige Gefängnisse: Michael Moore klaut alles, was er kriegen kann. Denn Europa hat Lösungen für viele Probleme, an denen die amerikanische Gesellschaft seit Jahren krankt.
WHERE TO INVADE NEXT gilt bereits jetzt als Michael Moores lustigster und optimistischster Film. Er ist zudem eine wunderbare Liebeserklärung an Europa.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Falcom Media
Tonformate:
DTS-HD 2.0 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Trailer

DVD und Blu-ray | Where to Invade Next

Blu-ray
Where to Invade Next Where to Invade Next
Blu-ray Start:
17.06.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 120 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Where to Invade Next Where to Invade Next
DVD Start:
17.06.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 116 min.

Blu-ray Kritik - Where to Invade Next

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 9/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 7/10


In seinen gallig-schwarzhumorigen Dokumentationen „Bowling for Columbine“, „Fahrenheit 9/11“, „Sicko“ und „Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte“ hat Michael Moore mit verschiedenen Missständen seines Heimatlandes Amerika wütend und meist auf plakativ-aufrüttelnde Weise abgerechnet. Mit seinem neuen Film „Where to Invade Next“ wählt der Dokumentarfilmer nun eine etwas andere Herangehensweise: Die der Hoffnung. Moore fragt sich, was aus den amerikanischen Idealen eigentlich geworden ist, wie sein Land zu dem werden konnte, was es heute ist. Where to Invade Next SzenenbildDiesmal versucht er diese Fragen jedoch nicht auf heimischer Erde zu beantworten, sondern reist dafür durch Europa (und Tunesien) und versucht, die guten Ideen und positiven Herangehensweisen zu offenbaren, die die individuellen Länder ausmachen, um diese in die USA zurückzuführen. Sein vielschichtiger Blick auf europäische Staaten wie Italien, Frankreich, Finnland, Deutschland oder Island ist eindeutig idealistisch und positiv gefärbt, doch das ist letztlich auch sein expliziter Wunsch: Er möchte die Blumen pflücken und nicht das Unkraut jäten. Heraus gekommen ist eine sehr unterhaltsame und oft witzige Dokumentation, die unverkennbar Moores leidenschaftliche Handschrift trägt.

Der Inhalt und das Ziel des Films erschließt sich zunächst nicht über den etwas irreführenden Titel. Ausgehend hiervon könnte man meinen, dass sich Moore erneut die kontroverse Auslandspolitik zum Fokus nimmt, doch tatsächlich ist Moore selbst hier der Invasor. Er reist von Land zu Land, befragt Menschen aller Klassen und gesellschaftlicher Zugehörigkeit, um Einsichten in die Sitten und Systeme anderer Nationalitäten zu erhalten, um abschließend die amerikanische Flagge zu hinterlassen und stolz zu deklarieren, dass er die gewonnen Einsichten stiehlt, um sie, wie es immer so in der Geschichte ist, als Amerikas eigene Ideen zu verkaufen. Das ist natürlich nur ein symbolischer Witz, in dem dennoch viel Einsicht steckt.

Immer wieder begegnet Moore den Antworten seiner Interviewpartner mit völlig verblüffter Reaktion. Bei seiner ersten Station in Italien stellt er etwa fest, dass so etwas wie bezahlter Urlaub existiert, dass Arbeitnehmer tatsächlich ein zufriedenes und ausgeglichenes Leben führen können. Hier trifft er auf ein ganz normales, glückliches Pärchen und sowohl auf die Chefs von Ducati und einem renommierten Textilhersteller als auch ihre glücklichen Mitarbeiter. Moore zeigt die progressiven Herangehensweisen der europäischen Länder auf und vergleicht sie abschließend immer mit der teilweise erschreckenden Lebensrealität in den Vereinigten Staaten. Immer wieder werden hier äußerst interessante und informative Fakten eingeworfen, die für manche offene Kinnlade sorgen. Die Aussage, dass es exakt zwei Länder auf der Welt gibt, in denen es keinen Mutterschutz gibt und dass eins davon die USA sind, ist einer der erstaunlichsten Fakten (das andere Land ist Papua-Neuguinea).

Where to Invade Next Szenenbild Moore führt es im weiteren Reiseverlauf nach Frankreich, wo er in ganz normalen Schulkantinen erstaunt auf 4-Gänge-Menüs trifft und außerdem etwas klischeehaft feststellt, dass Franzosen keine Kämpfer, sondern Romantiker sind, die zudem eine äußerst gesunde Beziehung zu Sex haben. Weiter stellt er das weltweit vorreitende Bildungssystem Finnlands vor, in dem typische Hausaufgaben und standardisierte Tests Fremdwörter sind. Hier geht es um die freie Entfaltung von Kindern und junger Erwachsener, die sich ernst genommen fühlen dürfen und in einem System gefördert werden, das dabei sogar über das kürzeste Schuljahr der Welt verfügt. Schulen sind hier überall gleich gut, hier treffen sich Menschen aller Klassen, ob arm oder reich, wodurch sich ein homogenes gesellschaftliches Bild erschafft. Sinnvoll fortgeführt wird das Ganze durch die Vorstellung des Universitätsgebühren-freien Sloweniens, wo Studenten schuldenfrei durchs Leben gehen können. Im Vergleich mit der Situation in den USA nahezu eine Utopie.

Beim Blick auf Deutschland fällt dann auf, dass Moore schon arg idealistisch auf die scheinbar paradiesischen Lebensumstände andere Länder blickt. Er besucht hier unter anderem Faber-Castell, wo man nur 36 Stunden die Woche arbeiten muss, aber 40 Stunden bezahlt bekommt. Dass man in der angeblich florierenden deutschen Mittelschicht ganz viel Freizeit und Raum für eigene Entfaltung hat und auch keinen zweiten oder dritten Job braucht, um gut über die Runden zu kommen, wirkt dann etwas zu sehr an der teilweise sehr schwierigen Situation hierzulande vorbeigeschaut. An der vorbildlichen Aufarbeitung der Nazizeit führt dann auch für Moore keinen Weg vorbei, gerade angesichts der amerikanischen Scheuklappenhaltung gegenüber der barbarischen Vergangenheit Amerikas. Schließlich befasst sich Moore dann noch mit der progressiven Drogenpolitik Portugals und der überaus liberalen Auffassung des Begriffs „Gefängnis“ in Norwegen. Abschließend wirft er noch einen ausführlichen Blick außerhalb Europas, indem er die Entwicklung von Frauenrechten in Tunesien beleuchtet, was schließlich ihn schließlich nach Island führt, wo Gleichberechtigung wohl ihren weltweiten Höhepunkt erreicht hat.

Where to Invade Next Szenenbild Moore kommt letzten Endes zum zunächst etwas desillusionierten Fazit, dass der amerikanische Traum überall lebendig scheint, nur eben paradoxerweise nicht in Amerika selbst. Doch er beendet seinen Film auf einer überraschend hoffnungsvollen und versöhnlichen Note anhand des symbolischen Beispiels der Berliner Mauer. Man kann etwas verändern, wenn man es denn nur wirklich will. Moore ist ein idealistischer, liberal und fortschrittlich denkender Mann, dem man seine Leidenschaft, sein Land und die Welt zu einem besseren Ort zu machen, auch in „Where to Invade Next“ letztlich voll und ganz abkauft. Da kann man seine etwas einseitige und polemische Agenda auch wieder verschmerzen, obwohl Moores Blick auf Europa stellenweise schon objektiver hätte ausfallen können.

Bild/Ton
In audiovisueller Hinsicht lässt die Blu-ray keinen wirklichen Grund zum Klagen und liefert eine technisch durchaus weitestgehend hochwertige Präsentation. Bildtechnisch offenbart sich ein erwartungsgemäß eher flacher, digitaler dokumentarischer Look, der letztlich adäquat sachdienlich ist. Die Farben sind natürlich, Kontrast- und Schwarzwerte durchweg solide, Schärfe- und Detaillevel sind recht hoch. Etwas störend sind hier nur gelegentliche Rauschmomente, die aber nicht entscheidend stören. Akustisch präsentiert sich allerdings ein überraschend kraftvolles und dynamisches Klangbild, bei dem Stimmen im Vordergrund stehen und entsprechend deutlich und präsent abgemischt sind, aber auch mit dem Einsatz des Subwoofers nicht unbedingt gegeizt wird. Auch überzeugende Surroundeffekte werden immer wieder wirkungsvoll eingesetzt.

Extras
Leider haben es abgesehen von ein paar Trailern keine Extras auf die Disc geschafft.
Trailer
- Deutsch (01:47 Min.)
- Original (01:24 Min.)
Trailershow (Blue Ruin, Thanks for Sharing, 600 Miles)


Fazit:
In gewohnter Manier rechnet Dokumentarfilmer Michael Moore auch in seinem neuen Film „Where to Invade Next“ mit den Missständen seines Heimatlandes ab, doch diesmal mit etwas geänderter Perspektive. Sein Blick auf die Vorzüge sozialer und politischer Systeme verschiedener Länder Europas ist durchweg idealistisch und einseitig, doch seine Präsentation erweist sich als gewohnt leidenschaftlich und letztlich mitreißend.

by Florian Hoffmann
Bilder © Alive / Falcom Media