Vor uns das Meer - Blu-ray

Blu-ray Start: 02.08.2018
FSK: 6 - Laufzeit: 102 min

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Inhalt

VOR UNS DAS MEER erzählt die außergewöhnliche Geschichte von Donald Crowhurst (Colin Firth), einem Amateursegler, der 1968 beim Sunday Times Golden Globe Race angetreten ist, um der schnellste Mensch zu werden, der allein und ohne Zwischenstopp die Welt umsegelt. Mit seinem unfertigen, selbst entworfenen Boot und mit der Hoffnung durch das Preisgeld seine Firma zu retten und seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen, sticht Crowhurst schließlich in See. Er lässt seine Frau Clare (Rachel Weisz) und die gemeinsamen Kinder zurück und begibt sich Hals über Kopf in ein Abenteuer, das Geschichte schreiben wird.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 7.1 Master Audio (Deutsch)
DTS-HD 5.1 Master Audio (Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Dokumentarspielfilm "Deep Water" von Louise Osmond & Jerry Rothwell (2006, 90 Minuten); Interview mit Colin Firth und Rachel Weisz; Trailer; Wendecover

DVD und Blu-ray | Vor uns das Meer

Blu-ray
Vor uns das Meer Vor uns das Meer
Blu-ray Start:
02.08.2018
FSK: 6 - Laufzeit: 102 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Vor uns das Meer Vor uns das Meer
DVD Start:
02.08.2018
FSK: 6 - Laufzeit: 98 min.

Blu-ray Kritik - Vor uns das Meer

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 9/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 8/10


Donald Crowhurst war ein Mann, der ein glückliches Leben geführt hat. Er war verheiratet mit Clare, hatte zwei Kinder, besaß ein anständiges Haus und lebte damit eine eigentlich zufriedene mittelständische Existenz im britischen Küstenörtchen Teignmouth. Der studierte Elektrotechniker hatte sich mit seiner Expertise ein eigenes Unternehmen aufgebaut, das von ihm konzipiertes Navigationsequipment für Segler verkaufte. Die Einnahmen verliefen jedoch schleppend, wodurch Crowhurst an seiner Existenz zu zweifeln begann. Als er 1968 von dem Preisausschreiben der Sunday Times Wind bekam, das einen 5.000 Pfund hohen Gewinn für denjenigen versprach, der nonstop die Welt umsegeln würde, erkannte er eine große Chance für sich und seine Familie: Crowhurst wollte es als erster Amateur schaffen, dieses enorme Unterfangen erfolgreich zu absolvieren. Nicht nur könnte er sich als Mann beweisen, er könnte auch seine eigene Technologie verwenden und bewerben, um dann als gefeierter Heimkehrer mit dem gewonnenen Preisgeld die Existenz seiner Familie zu sichern. Doch Crowhursts immenser Drang, Außergewöhnliches zu schaffen, stieß schnell und brutal an die Grenzen des realistisch Machbaren.

Rachel Weisz, Kit Connor, Eleanor Stagg und Finn Elliot in Vor uns das Meer
Rachel Weisz, Kit Connor, Eleanor Stagg und Finn Elliot in Vor uns das Meer © Studiocanal Home Entertainment
Die Figur Donald Crowhurst wurde zum Mythos, der die Menschen seit nun 50 Jahren fasziniert und bewegt. So erschien nun in Form von „Vor uns das Meer“ pünktlich zum Jubiläum die bisher aufwändigste fiktionale Abhandlung der Geschichte des wagemutigen Amateurseglers. Wer hier einen betulichen Segeltörn erwartet, wird überrascht werden, denn viel mehr ist James Marshs Film ein unter die Haut gehendes existenzialistisches Drama, das faszinierende Fragen stellt und eine erschütternde Studie des Misserfolgs darstellt. Das weckt leichte Erinnerungen an das Robert Redford-Überlebensdrama „All is Lost“, jedoch erzählt Marsh hier seine ganz eigene Geschichte.

Colin Firth portraitiert hier brillant und in seiner typischen zugänglichen Art einen einfachen Mann, der an einem Punkt seines Lebens angekommen ist, bei dem er schlagartig feststellt, dass er eigentlich nichts erreicht hat. Sein familiäres Glück liegt zwar auf der Hand, jedoch schmerzt ihn unausgesprochen das Gefühl, einmal nach Größerem streben zu müssen, aus der domestizierten Alltagsbanalität ausbrechen zu wollen. Der Impuls der Weltumseglung ist hier sichtlich entscheidend, hiermit kann er allen unter Beweis stellen, dass auch ein einfacher Mann zu Außergewöhnlichem in der Lage ist. Der Film stellt enorm glaubwürdig dar, wie dieser Plan in den leuchtenden Augen von Crowhurst Schritt für Schritt machbar erscheint. So versucht er mit allen Mitteln und großer Überzeugungskraft Sponsoren zu finden, die ihm ein Hightech-Segelboot bauen, dass seinen Vorstellungen eines „Wohnwagens auf hoher See“ entspricht. Hierbei trifft er mit dem schmierigen und sensationslüsternen Journalist Rodney Hallworth (David Thewlis) und dem gierigen Geldgeber Stanley Best (Ken Stott) auf opportunistische Unterstützer. Entgegen aller Warnungen seiner Frau Clare (Rachel Weisz) prescht Crowhurst idealistisch voran und merkt erst zu spät, dass sein Traum nicht wirklich umsetzbar ist.

Colin Firth und Rachel Weisz in Vor uns das Meer
Colin Firth und Rachel Weisz in Vor uns das Meer © Studiocanal Home Entertainment
Während „Vor uns das Meer“ zuerst noch den Eindruck erweckt, dass es sich hier um eine typisch mitreißende Erfolgsgeschichte handelt, die ganz inspirierend zeigt, wie ein kleiner Mann gegen alle Umstände angeht und als triumphaler Sieger hervorgeht, ändert sich der Ton schlagartig. Es wird deutlich, dass Crowhursts Boot zum geplanten Starttermin nicht fertig wird, jedoch ist schon zu viel fremdes Geld geflossen, um die Reise nicht anzutreten. Im Angesicht der Tatsache, dass er sein Unternehmen und sein Haus an Best verpfändet hat, wird klar, dass sich Crowhurst in ein Himmelfahrtskommando verrannt hat, aus dem es kein Entkommen gibt. Crowhurst kriegt unmissverständlich von Best klargemacht, dass er nicht nur die Reise antreten, sondern auch dass ihm die nun sehr unrealistisch gewordene Weltumseglung gelingen muss. Die von vielen Zuschauern und Reportern verfolgte Startzeremonie wirkt dann nahezu gespenstisch – Firths spürbare Angst, als er zu seinem Boot, dem Trimaran Teignmouth Electron, rausfährt und sich nur flüchtig von seiner Familie verabschiedet, mit einem Blick, der wenig Hoffnung andeutet, sie je wiederzusehen. Dieser Kontrast der jubelnden und optimistischen Menge mit Crowhursts persönlichem furchterfülltem Blick auf seinen drohenden Niedergang geht tief unter die Haut.

Rachel Weisz in Vor uns das Meer
Rachel Weisz in Vor uns das Meer © Studiocanal Home Entertainment
Der Film wird nun zunehmend beklemmender, wenn er Crowhursts Situation auf den unendlichen Weiten des Meeres realistisch spürbar macht. Vieles ist unfertig in der Teignmouth Electron, ständig muss der sichtlich überforderte Crowhurst Reparaturen vornehmen. Dennoch schippert er mit seinem Boot bis zur portugiesischen Küste, wo ihm jedoch endgültig klar wird, dass er die wirklich gefährlichen Zonen seiner Reise unmöglich überleben kann. Er ist in einer ausweglosen Lage, völlig alleine im Nirgendwo, ein Weiterfahren würde den Tod bedeuten, eine Rückkehr den persönlichen und gesellschaftlichen Ruin. Einen Ausweg sieht Crowhurst, jedoch wird auch hier schnell klar, dass er sich nur weiter in unlösbare Konflikte verrennt.

Marsh inszeniert diesen Trip in authentischen Bildern, die den Zuschauer auf beklemmende Weise in Crowhursts Boot transportiert. So wird seine Einsamkeit und Verzweiflung auf intime Weise spürbar gemacht, während er aber auch immer wieder die Situation Zuhause schildert. Hier brilliert Rachel Weisz mit einer subtilen Darstellung, die das Beste aus einer eigentlich eindimensionalen Rolle rausholt. Wenn Crowhursts Psyche jedoch zunehmend abgleitet und er paranoide Wahnvorstellungen erlebt, wird „Vor uns das Meer“ regelrecht unheimlich, albtraumhaft und erstaunlich düster. Es ist unvorstellbar, wie sich Crowhurst auf seiner fast einjährigen Reise gefühlt haben muss, dieser Film und Firths schmerzhaft menschlich-vertraute Aura geben jedoch den bestmöglichen und erschütternden Eindruck.

Firth in Vor uns das Meer
Firth in Vor uns das Meer © Studiocanal Home Entertainment
Bild
Der Bildeindruck der Blu-ray erweist sich als natürlich. Schärfe- und Detaillevel sind insgesamt etwas zurückhaltender ausgefallen, auch Kontraste und Schwarzwerte erweisen sich als etwas weicher. So erhält der Film jedoch einen authentischen visuellen Stil, der überzeugt, ohne allzu hochglanzartig zu wirken.
Ton
In akustischer Hinsicht bietet die Blu-ray zahlreiche Akzente von den Surround-Boxen, besonders effektiv wird es etwa, wenn Firths Stimme gegen Ende von beiden Seiten ertönt und den Zuschauer damit regelrecht in den Kopf von Crowhurst versetzt. Ansonsten überzeugen auch zahlreiche atmosphärische Effekte auf den hinteren Kanälen und auch der Subwoofer kommt effektiv zum Einsatz. Stimmen ertönen mit bester Klarheit und Deutlichkeit.

Extras
Studiocanal beschert hier zusätzlich zum Film die 90-minütige Dokumentation „Deep Water“ aus dem Jahr 2006, die einen nicht minder faszinierenden Blick auf Donald Crowhursts Geschichte wirft. Der Film ist überaus einsichtsreich und gibt zahlreichen Beteiligten das Wort, wodurch nochmal unterstrichen wird, wie authentisch Marshs Film ist. Hinzu kommt ein faszinierendes Gespräch mit Colin Firth, Rachel Weisz und Robin Knox-Johnston, dem einzigen Segler, der das Rennen 1969 beendet hat.
Dokumentarfilm Deep Water (92:59 Min.)
Runder Tisch (23:24 Min.)
Trailer (02:33 Min.)
Weitere Filmtipps


Fazit:
„Vor uns das Meer“ ist ein erschütterndes und beklemmendes existenzialistisches Drama, das tief unter die Haut geht. James Marsh inszeniert den Film in sehr authentischen Bildern, erzählt aber auch mit großer, unsentimentaler Menschlichkeit. Colin Firth und Rachel Weisz erweisen sich zudem als Idealbesetzung.

by Florian Hoffmann
Bilder © Studiocanal Home Entertainment